3. Geister
Disclaimer: Dieser Guide ist, im Gegensatz zu den Anderen, vornehmlich im Inplay formuliert. Er stellt dennoch die Hauptinformationen zu Geistern dar.
Für einen Geist als Charakter ist keine Fähigkeitenbewerbung notwendig. Wendet euch bei Fragen und Unklarheiten gerne ans Team. Geister-Charaktere sind der Abdruck einer magischen Person und daher recht statisch. Poltergeister können nicht bespielt werden. In den Büchern erfährt man sehr wenig über Geister und entsprechend wurden auch in diesem Guide nur Fragen beantwortet, deren Antworten von den offiziellen Informationen abgeleitet werden konnten. Eine Erklärung des Warum? ist nicht abschließend geklärt und es ist davon auszugehen, dass auch der Inplay-Forschungsstand der magischen Welt dort noch immer Lücken hat.
Beantwortete Fragen der Geisterforschung
Ein Einführung für Auszubildende der Geisterbehörde
I. Grundlagen zum Thema Geister
Was ist ein "Geist" und wie gehe ich mit ihm um?
Ein Geist ist das körperlose Überbleibsel verstorbener magischer Personen, in manchen Forschungskreisen auch als Seele bezeichnet – auch wenn dieser Begriff von der Geisterbehörde vermieden wird. Allgemein gilt dieses Überbleibsel eher als Abdruck eines Menschen. Diese Bezeichnung ist allerdings unter Geistern und Forscher:innen umstritten, ebenso ihre Klassifikation im Zuständigkeitsbereich der Führung und Aufsicht magischer Geschöpfe. Mitarbeitende der Abteilung sind bei Kontakt entsprechend dazu angehalten, den Sonderstatus der Geisterbehörde zu betonen und sie als Wesen oder Ge-wesen und nicht als Tierwesen zu klassifizieren, um Kränkungen zu vermeiden.1
Mitarbeitende haben Sonderschulungen zum Thema „Epochengemäße Höflichkeit“ und „Sensibilitätsgefühl“ in regelmäßigen Abständen zu absolvieren. Einige Verhaltenshinweise finden Sie im Anhang.
Wie entsteht ein Geist? Was kann seine Entstehung auslösen?
Ein Geist kann beim Tod einer magiebegabten Person entstehen. Es wird auf Grund aktueller Aktenlage davon ausgegangen, dass Muggel nicht dazu fähig sind, nach ihrem Tod zu Geistern zu werden. Der genaue Vorgang zur Entstehung eines Geists wird derzeit noch in der Mysteriumsabteilung erforscht. Wir kennen allerdings mehrere Auslöser, die in den meisten Fällen mit einer bewussten Entscheidung zusammen hängen. Zu nennen wären hier:
1) Die (mehr oder minder) bewusste Entscheidung aufgrund von Angst, enger Bindung zu einer Situation, Örtlichkeit, Person, etc., intensivem Bereuen oder Schuldgefühlen, bzw. dem Bedürfnis, etwas richtig stellen zu wollen.
2) Das Gefühl etwas zu Ende bringen zu müssen.2
Weiterhin kommen schwarzmagische Flüche oder Fluchschäden für den Übergang zum Geisterdasein in Frage. Entsprechende Flüche sind jedoch nicht überliefert. Auslösende Fluchschäden stehen in Verdacht eine schwere geistige Verwirrung ausgelöst zu haben, die eine Entscheidung für oder gegen das Jenseits unmöglich macht.
Zu unserer Enttäuschung liegen allerdings keine Aussagen dazu vor, was genau beim Sterbevorgang passiert oder wie sich letztlich die Geistererscheinung manifestiert. Befragte Geister konnten keine Aussage dazu machen.
Kann ich einen Geist ins Jenseits bannen? Wie werden Geister entfernt?
Entgegen der von nicht-Magier:innen geprägten Vorstellung ist es nicht möglich, einen Geist ins Jenseits zu schicken oder ihn gar zu entfernen. Die Mysteriumsabteilung forscht derzeit an Möglichkeiten sowie Jenseitstheorien. Jedoch ist es Geistern derzeit nicht möglich, ihre Entscheidung umzukehren und sich doch vollends von dem sogenannten Diesseits zu lösen. Grundsätzlich kann Geistern ohne die Einwirkung von mächtiger, schwarzer Magie auch kein nennenswerter Schaden zugefügt werden.
Unsere Möglichkeiten in der Abteilung beschränken sich auf Abwehrzauber und Bannflüche, die nur im äußersten Notfall, wie beispielsweise bei schweren Belästigungen oder einer Gefährdung des Geheimhaltungsabkommens, zum Einsatz kommen. Eine Auswahl sicherer Bannorte ist in einer Broschüre einzusehen.
Muss ich mich vor einem Geist schützen?
Kurz gesagt: Nein. Geister sind nicht in der Lage, Lebewesen physischen Schaden zuzufügen. Mitarbeitende werden angehalten, mit kalten Duschen gegen unangenehme Geistergefühle zu trainieren und Schutzzauber gegen Fluggeschosse im Gedächtnis zu behalten. Lediglich Geisterinstrumente können schädlich für das Gehör sein.
Es ist ebenfalls vollkommen ungefährlich, wenn ein Geist versucht, in Sie einzudringen, um Ihnen Angst einzujagen. Die Annahme, Geister könnten von einem Körper Besitz ergreifen, ist falsch.
Aus was besteht der Geisterkörper?
Wie eingangs bereits erklärt, handelt es sich bei Geistern theoretisch um körperlose (Ge-)wesen. Nichtsdestotrotz manifestiert sich ihr Dasein in einer silbrig-weißen, transparenten Gestalt, die durchaus physikalisch spürbar ist (Kältegefühlt, leichtes Kribbeln) und minimalen Einfluss auf die Umwelt nehmen kann. Diese Einflussnahme äußert sich in der Regel durch Luftzüge oder Erschütterungen.
Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei dieser Einflussnahme um Abdrücke magischer Energie handelt, da – wie bei den meisten magischen Präsenzen – unter anderem auch nicht-magische „Eklektro-Technik“ [sic.] gestört wird. Lufteinwirkungen können ebenfalls dazu genutzt werden, um Geister auf Distanz zu halten.
Was ist Ektoplasma?
Ektoplasma ist eine geleeartige, magische Substanz, die aus bislang ungeklärten Gründen gelegentlich von Geistern abgesondert wird. Kontakt mit Ektoplasma ist durchaus unangenehm, jedoch nicht längerfristig schädlich. Aufgrund seiner Seltenheit ist es jedoch idealerweise nicht zu zerstören, sondern zu konservieren, da es sich um eine wertvolle, magische Zutat handelt. Geister scheinen nicht wahrzunehmen, wann sie Ektoplasma absondern und ignorieren die Substanz geflissentlich.
[Anmerkung: Ektoplasma kommt in den Büchern nur als Zaubertrankzutat vor und wird nicht genauer erläutert. Laut J. K. Rowling gab es jedoch Pläne zu einem seltsamen Krötengeist, der die Substanz vornehmlich in Klassenräumen absondern sollte, weshalb wir sie trotzdem aufgenommen haben.]
II. Geisterhafte Gesellschaft: Eigenheiten von und Umgang mit Geistern
Wissenswertes zur Geisterkultur
Auch wenn Geister nicht mehr aktiv am politischen und gesellschaftlichen Leben der Lebenden teilnehmen (können), haben sie durchaus eine sehr breite Subkultur geformt, die an manchen Ecken das magische Leben wieder berührt. Verschiedene Geistervereinigungen und Geisterclubs befassen sich mit Beschäftigungen für Geister. Leider geschieht dies nicht immer mit Genehmigung, weshalb wir eng mit den Muggelbehörden zusammenarbeiten. Allgemein scheinen Geister gelegentlich zu vergessen, dass Veranstaltungen meldepflichtig wären oder es eine magische Administration gibt. Geister neigen dazu, die Welt durch eine Art Tunnelblick wahrzunehmen, weshalb besonderes Einfühlungsvermögen oft notwendig ist.
Geteilte kulturelle Angebote finden sich jedoch immer wieder in Form von Geisterkonzerten oder -opern oder auch Geister-Weihnachtssänger:innen, die gelegentlich von der nicht-magischen Bevölkerung ferngehalten werden müssen. Geistermusik ist jedoch unter lebendiger Leitung von Liebhaber:innen durchaus zu genießen.
Was ist bei der Konversation mit Geistern zu beachten?
Die meisten Geister entwickeln eine sehr empfindliche Sensibiltät für potentiell kränkende Themen. Vermeiden Sie Gesprächthemen, die sich damit beschäftigen, wie das Sterben war, wie es ist, nicht mehr zu spüren, zu schmecken oder ähnlichen Empfindungen nachzugehen oder aus bloßem Interesse durch Geister hindurchzugehen. Die meisten Geister sind jedoch sehr geneigt, von ihrem Ableben zu erzählen oder von repetitiven Tätigkeiten, denen sie vor ihrem Tod nachgegangen sind. Für aktuelle Entwicklungen haben sie allerdings oft sehr wenig Empfinden, ebenso wenig für Zeitrechnung oder chronologische Abfolgen. Es kann in Gesprächen also durchaus passieren, dass sie sich (insbesondere bei Ereignissen nach ihrem Tod) nicht mehr daran erinnern können, was passiert ist und was der eigentliche Sachverhalt war.
Bei allein lebenden, frisch aufgespürten Gespenstern, die unter Umständen verwirrt sein könnten, sollten also unbedingt einfache Fragen zur freundlichen Kontaktaufnahme gestellt werden.
Geisterhafte Gegenstände
Ebenfalls noch nicht erforscht ist die Entstehung von geisterhaften Gegenständen. Bei ihnen handelt es sich um Gegenstände, die von Geistern zu verwenden sind, für Lebende allerdings vollkommen unbrauchbar, wie Papiere, Bücher, Instrumente oder Ähnliches. Es ist bekannt, dass solche Gegenstände von Lebenden magisch angefertigt werden können, aber ebenso dass Geister gelegentlich einfach durch Objekte durchgreifen und ein Abbild von ihnen mitnehmen.
Auch diese Gegenstände sind vollkommen ungefährlich und können gegebenenfalls aufgelöst werden.
Geisterhafte Tiere
Tiere und magische Geschöpfe können nicht zu Geistern werden. Geistertiere sind die Auswirkung von Flüchen und Magie-Einwirkung eines Lebenden. Leider stecken aber auch diese geschaffenen Geschöpfe in einem Zwischenstadium fest.3
Das Empfinden eines Geists
Auch das genaue Empfinden eines Geists bietet noch Forschungsmaterial. Allgemein gilt jedoch, dass Geister keinerlei körperliche Eigenheiten mehr verspüren, d.h. sie fühlen keinen Schmerz, Hunger, Durst, etc.. Ebenso fehlt ihnen, die Fähigkeit zu riechen, schmecken und zu fühlen. Manche Geister behaupten, sie könnten stark verdorbene Lebensmittel annähernd schmecken und fühlten sich unangenehm, sollten sie von einem Lebenden durchschritten werden. Diese Aussagen sind jedoch fraglich und eventuell von den Individuen abhängig.
Emotionen empfinden Geister jedoch beinahe uneingeschränkt. Forschenden ist jedoch aufgefallen, dass sie sich weder intellektuell noch emotional wesentlich weiterentwickeln und nicht selten mental in den letzten Tagen ihres Lebens festhängen.
Nichtsdestotrotz gibt es insbesondere schwarzmagische Anwendungen (wie oben genannt), die Geistern schaden und auch die Illusion von Schmerz schaffen können.
III. Muggel und Geist"ähnliche"
Wie agieren Muggel mit Geistern?
Viele Umsiedlungsaktionen geschehen zum Schutz der magischen Geheimhaltung. Muggel sind von sich aus nicht im Stande, Geister zu sehen oder mit ihnen auf herkömmlichem Wege zu kommunizieren. Dennoch können Geister für sie durch Magie sichtbar gemacht werden. Dies steht jedoch unter Strafe steht. Muggel können die Auswirkungen von Geistern spüren: so zum Beispiel Kälte, Luftzüge und bei hohem Lärmpegel auch wispernde Geräusche. Weiterhin können sie natürlich die von Geistern hinterlassenen Umweltauswirkungen, wie Vibrationen oder vom Wind umgestoßene Gegenstände sehen. Tatsächlich gibt es auch unter Muggeln wenig erfolgreiche Versuche, Geister zu erforschen. In Fachkreisen können Geister wohl als eklektro-mergische [sic.] Felder nachgewiesen werden.
Ist dieser Guide auf Poltergeister anwendbar?
Nein! Poltergeister können durchaus physisch gefährlich werden und sind nicht als Ge-Wesen zu klassifizieren. Bei ihnen handelt es sich nicht um einen Verstorbenen, sondern um die Manifestierung vom Drang zu Schabernack, Lügen, Scherzen und Unruhe – sie sind also eher mit Irrwichten, Dementoren und ähnlichen Lebensformen zu vergleichen.
1 vgl. Regulationen zum respektvollen Umgang mit Kobolden, Zentauren, Wassermenschen, Geistern, u.Ä.
2 Ein Hinweis der Administration: Es ist unklar, ob diese „unerledigten Geschäfte“ auch dazu führen können, dass ein Geist sein Ableben vollkommen ignoriert. In manchen Fällen kann es hilfreich sein, keine Konfrontation mit dem eigenen Tod zu provozieren, insofern keine Beeinträchtigungen des Geheimhaltungsabkommen zu befürchten sind. Eine starke Fixierung auf eine Aufgabe kann dazu führen, dass nach dem Tod nur noch stur dieser Aufgabe nachgegangen wird. Entsprechend wird darum gebeten dem Geist „Dickie“ aus der eigenen Abteilung allmorgendlich einen alten Aktenstapel auf den Schreibtisch zu legen. Er wird gegen Vormittag erscheinen, die Akten durchgehen und wieder verschwinden. Nach allgemeiner Beratung haben wir dieses Vorgehen als das Beste für ihn befunden. Bitte nehmen Sie nicht auf seinem Stuhl platz und vermeiden Sie Fragen.
3 Gerade im 12. Jahrhundert war es Gang und Gebe, sein geliebtes Pferd mit in den Tod zu nehmen. Fragen Sie Ritter im Zweifelsfall nach dem Verbleib eines Pferdes, Hundes oder anderen Tieres, das ebenfalls spuken könnte.