[Anwesen der Riddles] Die Stube

  • War es kreativität, oder war es die einfache tatsache das sie noch niemals einen der Verbotenen Flüche benutzt hatte? Sie war eine tugendhafte Dame, sah man das denn etwa nicht? Hatte das Gen einer Mutter, einer Hausfrau welche durch den dreck ging ohne mit der Wimper zu zucken wenn es sein musste. Es waren doch immer die, die im Volksmund für Schwach erachtet wurden, welche von außen soweich waren, welche immer wieder überraschten und es Faustdick hinter den Ohren hatten.
    Aber ein gutes hatte das ganze: Wurmschwanz würde sie gewiss nicht mehr anstarren, als würde sie nur aus einem Hübschen Gesicht und einem üppigen Busen bestehen. Ihre Beine bewegten sich wieder zum Stuhl, legten den Umhang einwenig mehr über die Lehne und ließ sich dann darauf nieder, und bemerkte eine kleine anspannung in ihrem Körper, Jetzt wo sie gänzlich die Haltung ändern musste. Hatte sie sich verspannt während sie dort stand und ihrer Idee freien Lauf gelassen hatte? Nevermind, so lies sie einmal im sitzen die Schultern Kreisen, Störte sich wenig daran und beobachtete schonwieder wie Wurmschwanz angewiesen wurde - und scheinbar niemals eine Freie Zeit hatte. Fast schon amüsant was das für ein Schoßhündchen war der sogut wie alles zumachen schien, ohne es auch nur Hinterfragen zu dürfen. "Das ist sehr zuvorkommend, Danke." Entgegnete sie Voldemort, nicht Wurmschwanz, als sie den Befehl wahrnahm was er ihr mitzubringen hatte. Nein, es war wirklich Freundlich und unter normalen Umständen sicherlich nicht selbstverständlich in diesem Haus. Vielleicht sollte sie Severus einfach einmal mit Hochgezogenen Augenbrauen mitteilen das der Albtraum dieses Hauses ein warer Gentleman war. Auf seine ganz eigene art und weise. Gewiss erschreckend, mehr als Kaltblütig, Aber mit der gewissen ahnung was Frau wohl in einem moment wollte. Und im jetztigen waren es Saubere Finger. Und es dauerte auch nicht solange, bis die Schale Wasser abgestellt wurde, und ihr das Handtuch gereicht wurde, und sie sogar Wurmschwanz ein dankendes Nicken entgegenbrachte, was er wahrscheinlich nicht mehr zu würdigen wusste. Sie nahm den blick vom Lord, sowie von allem anderen außer ihren Händen, öffnete die Knöpfe an den Handgelenken der Bluse und schlug sie um, bevor die Hände in das Wasser getaucht wurden, angenehm Kühl. Zumindest war er Schlau genug um zu wissen das Blut ambesten mit Kalten Wasser abgewaschen werden musste. Oder es war einfach zufall und es gab hier nichts anderes. Die Finger wurden gerieben, kurz der Blick zum Pergament gehoben, und dann wieder gesenkt, während sie das Handtuch mit einer Hand aufflug, und dann die Hände trocknete, die Augen kurz schloss und seinen Worten lauschte. Sie hätte es gerne gehabt wenn er irgendetwas zu dem gesagt hätte was sie getan hat. Das sie einen kleinen Schubser in die richtung hatte in welche sie sich bewegte. Aber war das Zeichen das sie immernoch unversehrt hier saß, mit ihm Sprach, und er so Höflich war nicht zeichen genug?
    Erst als er ausgesprochen hatte hielt die Frau inne, öffnete die Augen wieder und fuhr sich kurz nachdenklich mit der zunge über die Lippen. "Fields hatte vor ein paar Monaten einen Unfall." Da sie jene am Spannensten fand, begann sie auch mit Jener, ehe sie ein paar Knöpfe über der Brust der Bluse öffnete, die Spitze des Handtuchs ins Wasser tunkte und sich den Hals und das Dekolleté zu begann von jeglichen Blutspritzern zu freien, und den blick nun wieder auf ihr Gegenüber zu richten. "Sie wurde von einem Werwolf gebissen, Allerdings nimmt sich Smith dessen an. Er sorgt dafür das sie immer ihren Wolfsbanntrank nimmt, ich kümmere mich nur darum das er immer genug der Zutaten des Tranks zur verfügung hat." Ja, um mehr wollte sie sich auch nicht kümmern. Weil sie sich nicht von dem Mädchen mit dne großen Blauen Kulleraugen einlullen ließ. Sie war jetzt ein Wesen welches Gewiss nicht auf eine Schule mit anständigen Kindern mehr gehörte. "Dennoch scheint sie nicht immer ganz die Kontrolle über sich zu haben, wodurch einige der Schüler direkt auf die richtige fährte geleitet wurden - Es ist meiner meinung nach eine Frage der Zeit bis sie die Schule aus freien Stücken verlässt." Es wär ein wunder wenn das Mädchen dem druck aushielt bis zu ihren Abschluss Prüfungen, welche schon normale Schüler durchdrehen ließ. Aber was konnte sie zu den anderen Schülern sagen? Kurz tupfte sie einwenig zum Nacken, bevor sie das Handtuch ordentlich falltete und Neben die Schüler auf dem Tisch ablegte, un mit flinken Fingern begann die Bluse wieder weiter zu schließen, erst über der Brust, und dann an ihrem Handgelenken. "Oafert, Dumm, ein Tier von Mann und begnadeter Quidditchspieler. Ist mit Fields angebandelt...Kowalski ist ein Metamorphmagus, nichtmal eine besonders Talentierte und die Vertrauenschülerin des Hauses und Chamberlain..." Sie sah einwenig fragend drein. Es waren namen von Schülern, die sie gerne Hinterfragt hatte. Woher er sie hatte, wofür das ganze hier gut war, und warum er sie ausgerechnet nach all diesen Oberstufen Schülern fragte. " Chamberlain ist der Ravenclawvertrauenschüler, wird von mir Persönlich mit Miss van Uylenburgh in den Lehren der Zaubrertränke Unterrichtet. Ansonsten trägt er seinen Schlips zu eng, und besitz großen Spaß daran Regelbrechern aufzulauern." Und wofür war dieses Wissen nun gut, oder testete er sie immernoch ohne das es ihr Richtig bewusst war? Sie konnte sich nicht vorstellen das ein paar von diesen Kindern ihm wirklich im Kopf herum geisterten, so ging der blick auf das Stück Pergament zwischen den Fingern. Und sie konnte nicht umhin sich innerlich über seine Fingernägel zu mukieren, aber das sollte nicht ihr Problem sein.
    So lehnte sie sich erstmals zurück, an die Stuhllehne und spitzte die Lippen leicht, diesmal die neugierde offener Zeigend. Sie machte keinen Hehl aus informationen welche sie hatte oder nicht hatte - wo war das Problem ihm zu erzählen was er hören wollte? Sie war doch hier um Nützlich zusein. Und es kam ihr garnicht in den sinn, das sie auch eventuell beseitigt werden konnte nachdem sie nützliche informationen abgeliefert hatte. Sie war doch offensichtlich zu mehr zu gebrauchen! Und sie hatte auch hier nicht vor, irgendwo bei der Hierarchie neben Wurmschwanz anzufangen. Sie war jemand der sich Hocharbeiten konnte, und das ins Kürzester Zeit. Aber sie war nicht jemand der jemals von ganz unten angefangen hatte. Ja, vielleicht musste sie sich beweisen, waren die aufgaben kleiner und würden Wachsen...aber die war keine kleine Made unter seinen Fingern, welche sich einfach so zerdrücken ließ, sobald er kein interesse mehr an ihr hatte. Wie schön, das ihr das jetzt schon bewusst war, das es in ihrem Kopf verankert war was sie wollte und was nicht, wer sie war, sein wollte, und was dieses innere streben nach Macht und Erfolg in ihr auslöste. Auslöste hier zusein, und sich dieser Politik so gespreizt hinzugeben. Irgendwann würde sie es bereuen...aber das lag in ferner zukunft.


    // waren ja auch fleissig Heute.

  • Ungerührt beobachtete ich, wie Frost sich begann zu waschen und dabei ein Stück Information nach dem nächsten an mich weitergab. Zuallererst kam sie auf Sasha Fields zu sprechen, über die sie wohl am meisten zu berichten wusste. Ein Werwolf war sie also...soso. Ob sie zu jenen gehörte, von denen Smith geglaubt hatte, sie für unsere Sache gewinnen zu können? Immerhin schien er bereits daran zu arbeiten ihr Vertrauen zu gewinnen, doch ab das in meinem Sinne lag, wagte ich zu bezweifeln. War sie daher eine der Schülerinnen mit denen er zu viel Zeit verbrachte? War sie die geeignete Kandidatin für die Bestrafung meines dürren Dieners? Nachdenklich blickte ich auf die krakelige Schrift, die ihren Namen ausdrückte. Sasha Fields, Werwolf und ein ungebändigter noch dazu! Welche Möglichkeiten sich allein aus dieser Mischung ergaben! Allein der Gedanke daran erfreute mein Gemüt und so lauschte ich mit wachsender Aufmerksamkeit der nächsten Erzählung von Frost, die offenbar mehr Probleme mit Blut hatte, als ich es zuerst angenommen hatte. Wer würde sich sonst derart gründlich waschen? Die meisten würden einfach ihre Hände von der warmen Flüssigkeit befreien und sich wieder meiner Aufmerksamkeit widmen, doch nicht so Frost, die gründlich danach trachtete, jeden Blutstropfen auf ihrer Haut zu entfernen. Ekelte sie sich etwa? Eine Henkerin, die Ekel vor Blut verspürte? Nun zumindest hielt sie das nicht davon ab weiter zu sprechen, so dass es nicht zu einer ärgerlichen Verzögerung des Informationsflusses kam. Nicht gerade löblich sprach die Engländerin von Oarfert, doch wenn ich ehrlich war, hatte ich mir auch nicht mehr von einem Hufflepuff erwartet. Die Dachse waren eben schon immer die Schüler jenes Hauses gewesen, das am wenigsten Merkmale und Eigenschaften aufwies auf die man stolz sein konnte. Jeder in Hogwarts wusste dies. Die Professoren, die Schüler, ja sogar die Eltern und doch gab niemand zu, wie nutzlos dieser Haufen der "Übriggebliebenen" doch war. Das würde sich ändern - so wie vieles andere auch. In einem starken England war kein Platz für eine solche Art der Schwäche, ganz egal ob dieser Oarfert nun in Quidditch talentiert war oder nicht. Sein Geschmack was eine Freundin anbelangte schien ebenfalls zu Wünschen übrig, doch was sollte man auch von diesen dummen Kreaturen erwarten? Sie waren eben purer Durchschnitt und verdienten einen Platz an Seite der Hauselfen. Dennoch war die Beziehung, die Frost zwischen den beiden in diesem Moment spannte, interessant und würde mir vielleicht zum Vorteil gereichen.
    Kowalski, die Vertrauensschülerin aus Gryffindor, schimpfte sich einen Metamorphmagus. Gryffindors, die von sich auch noch glaubten, sie seien etwas Besonderes, waren nicht auszuhalten. Alleine deshalb musste ich sie irgendwie in meinem Plan einbinden, denn eine derartige fälschliche Arroganz würde nicht geduldet werden. Sie sollte ebenfalls leiden. Und dann wäre dort noch Chamberlain, der Regelversessene. John Lewis CHAMBERLAIN. Spross einer äußerst nervigen und verachtenswerten Familie bestehend aus Ignoranten und Träumern. Er war prädistiniert dafür an meiner kleinen Vorstellung teilzunehmen. Eigentlich waren alle nicht gerade "schlechtes Matierial". Ja, ich würde mit ihnen arbeiten können und ja, ich würde dabei meinen Spaß haben. Smith hingegen wohl eher nicht, doch dazu würde ich später noch kommen.
    Frosts aufmerksamker Blick wandte sich nun mir zu. In ihren Augen stand eine Frage und angesichts ihres Unterhaltungswertes heute Abend war ich gewillt, sie nicht weiter auf die Folter zu spannen.
    "Gut.", bemerkte mich und streckte meine Hand aus. "Ich denke, das sollte fürs Erste reichen. Ihrn Arm bitte, Miss Frost.", bat ich die Professorin sanft, doch der Ausdruck in meinen Augen zeugte von keinerlei Bitte, sondern hatte jene Kälte inne, die mit Befehlen verbunden wurde. Sie hatte sich bewiesen und ich war mir sicher, sie würde dies auch weiterhin tun. In den ersten Wochen waren sie immer alle so motiviert, so gewillt, mir zu gefallen. Es war immer wieder schön anzusehen, doch leider vergessen die meisten ihre Bestimmung mit der Zeit und mussten so immer wieder daran erinnert werden. Vielleicht würde dies eines Tages auch mit Frost geschehen, doch für den Anfang war ich damit zufrieden, sie in meine Reihen aufzunehmen und mir ihr Talent zu eigen zu machen.

  • Sie hatte einen Hygiene Standart, bedeutete ja wohl noch lange nicht das sie sich vor Blut ekelte. Genaugenommen war es ihr einfach egal. Doch lag es nicht in ihrem interesse das Blut eines Muggels auf der Haut zu tragen wenn sie es vermeiden konnte, und gewiss war sie hier nicht in einer Situation wo sie dazu gezwungen war soetwas auf ihrem Körper zu behalten. Sie hatte das recht sich zu Waschen also würde sie es tun, wahrscheinlich würde sie auch eher Wasser nutzen um sich selbst Rein zu halten, anstatt einem Verdurstenden einen schluck davon abzugeben. Es weg zu schütten, bevor sie zu weich reagierte. Wahrscheinlich fragten sich viele, wie sie so bereitwillig viele informationen herausgeben konnte, was ja fast schon unüberlegt herüber kam. Aber das war es gewiss nicht. Sie würde wohl niemals freiwillig wichtige Informationen über jene herausgeben welche sie liebte. Sie war doch nicht vom Wahnsinn geküsst. Aber all diese Schüler in Hogwarts, genaugenommen 99%, interessierten sie kein Stück, und es wär ihr mehr als nur egal was mit ihnen geschah. Sollte der dunkle Lord doch die informationen bekommen die er wollte, die wichtigen, und doch, hätte er sie direkt gefragt was Smiths leibgarde war, hätte sie ihm ein paar andere Namen genannt als jene nach welchen er gefragt hatte. Aber sie sollte es ja nicht wissen. Nicht wissen das der Magersüchtige Stellvertretende Schulleiter doch mehr auf dem buckel hatte, wie sie schon Lange vermutete. Nur nicht genau wusste was es gewesen war... Es war der name seiner Mutter der ihr etwas gesagt hatte, etwas was nicht zum Namen 'John Smith' passte. Was sie an jemand anderen erinnerte, einen Mann der diesen namen nicht getragen hatte. Aber sie war ja kein Unmensch, oder? Wahrscheinlich dachten viele doch, das sie es war, und würden doch niemals verstehen was alles in ihrem Kopf geschah, wie sie sich ihre eigene Welt aufgebaut hatte in der ihre taten und wege mehr als Gerechtfertigt waren. Denn das war die einfache sache zum Glück - Baue dir dein eigenes Schloss, und regiere mit deinen eignen Regeln. Was gut ist, was schlecht. Täusche deine Schwächen als Stärken, und vermeide Brotkrumen zu streuen das es die Menschen herausfinden könnten was hinter den dunklen Zinnen steckt. Verborgen hinter dem feinen Stoff, was die Fenster vor neugierigen Blicken schützte, oder die Haut, auf welchem bald dieses Zeichen ruhen würde...eines was nicht mehr verblassen würde, sie Zeichnen würde und identifizeren als das was sie war. Es würde dafür sorgen das sie nach Azkaban kommen würde, wenn jemand es sah, es könnte alles verändern. Nein, schon jetzt veränderte es alles, als er doch das Bitte aussprach, und es doch der kleine befehl war welcher wieder die Kleinen Härchen auf dem Armaufstellen lies als sie den Ärmel erneut nach Oben schob, die minimale Distanz zu ihm überbrückte als sie ihm den arm Entgegen streckte und mit trockenen blick nicht mehr von ihm wegschauen wollte. Sie wollte nicht ihren arm ansehen, nicht wissen was geschah, wie es aussehen würde. Das es ihr die Sprache im nächsten moment verschlagen könnte, oder ein Schmerz hindruchziehen konnte. Nein, sie beobachtete das Straffe unechte Gesicht, als könnte man darauß Lesen, was mehr als eine Lüge war. Man erkannte nichts großes darin, außer Macht. Ja, er strahlte für sie Macht aus. Und sie fragte sich ob sie die einzige die so empfand wenn sie ihn anblickte. Wobei es sicher genug gab, welche den direkten blick auf den Mann vermieden, es war auch nicht immer die größte Höflichkeit wenn man demut zeigen wollte wenn man jemanden direkt ansah. Aber das war ja auch nicht ihre intension. Sie zeigte keine Demut, wofür, diese art Schauspieler wollte sie nicht sein. Vielleicht war sie die Puppe die für ihn Tanzte, ja, aber es gab schonimmer den rest der Welt der unter ihren Fingern sich bewegte. Und das würde so bleiben, ob mit oder ohne mal auf dem arm. Und das obwohl sie sich unweiglicher Stärker fühlte, nur weil er ihren Arm wollte, ihn verlangt hatte. Sie sich wohl fürs erste bewiesen hatte und das nächste folgen würde. Sie fühlte sich wahrgenommen, Stark, und irgendwo anerkannt. Und es fühlte sich gut an, wahrlich gut.

  • Ohen zu zögern kam Frost meinem Wunsch nach, krempelte ihren Ärmel nach oben und streckte mir ihren Arm entgegen. Ihr Blick sprach von Stärke. Sie würde mir bestimmt gute Dienste leisten, solange sie sich auf das konzentrierte, was ich ihr auftrug. Nachdem ich ihre Erzählungen gehört hatte, wusste ich auch schon worin ihre erste Aufgabe bestehen würde. Zugegebenermaßen würde diese nicht besonders schwer sein und Frost vermutlich maßlos unterfordern, aber auch solche Dienste mussten erbracht werden, denn nur wer sich nicht zu schade war, auch ab und an einen Botengang zu erledigen, hatte das Potential dazu in der ersten Reihe zu stehen, wenn es um die wirkliche Drecksarbeit ging. Mimosen konnte ich nicht gebrauchen und Hogwarts ebenfalls nicht. Gerüchten zu Folge liefen dort schon genug verweichlichte Schüler herum, so dass es ein wahres Wunder ist, dass die Professoren die Körperstrafen nicht wieder eingeführt haben. Vielleicht sollte ich demnächst einmal mit Snape darüber sprechen. Wenn diese Sache mit Hilfe des Tagespropheten gut verkauft würde, könnte vielleicht sogar etwas daraus werden...aber nun zu Frost. Die Hexe sah mich weiterhin unverwandt an und so zückte ich meinen Zauberstab und drückte ihn auf ihren blank liegenden Arm.
    "Das wird nun schmerzhaft werden.", wanrte ich die Professorin mit gleichgültiger Stimme vor und begann den Zauber zu wirken, den so viele Todesser gemeinsam hatten. Von diesem Augenblick an bis zu ihrem Tod würde das dunkle Mal an ihrem Arm prangern und sie jederzeit daran erinnern, wem ihre Treue wirklich gelten sollte. Andere Todesser würden sie damit zweifelsfrei erkennen können und zudem machte es mir ein einfacher Proteuszauber möglich, sie und alle anderen jederzeit zu mir zu beordern, wenn es die Umstände erforderlich machten, denn von diesem Augenblick war ihr Schicksal untrennbar mit meinem eigenen verknüpft. Ihr Leben gehörte nun mir und ich konnte damit verfahren, wie es mir beliebte. Während ich den Zauber wirkte und sich das Mal auf ihrem Arm zu formen begann, wandte ich meinen Blick nicht von meiner neuesten Todesserin ab. In meinen Gedanken versuchte ich abzuschätzen, wo ich sie am besten einsetzen sollte, wenn die Zeit gekommen war und es hart auf hart kam. Als ehemalige Henkerin hatte sie zweifelsohne Talent wenn es darum ging ein Leben zu beenden, doch ihre Kreativität, die sie bei unserem Ehrengast an den Tag gelegt hatte, verlangte eigentlich nach einer verantwortungsvolleren Aufgabe. Möglicherweise würde sie diese auch bekommen - eines Tages, wenn sie sich bewiesen hatte und nicht wie Smith endete.
    "Willkommen in den Reihen der Todesser, Frost.", bemerkte ich schussendlich als der Zauber vollbracht war und ich die Verbindung fühlen konnte. Auf eine höfliche Anrede wurde hierbei nun verzichtet. Ich hatte schließlich nicht immer Zeit mich mit höflichen Floskeln aufzuhalten. Bubbletalk war nömlich nicht gerade dafür bekannt Zeit zu verschwenden und ich wollte meinerseits auch keine mit derlei Nichtigkeiten verschenken. Mit einer geübten Bewegung zog ich meinen Zauberstab zurück und lehnte mich in meinem Lehnsessel zurück, ehe ich mit einem Wink des Stabes ein Tintenfass und ein Blatt Pergament auf den wackeligen Tisch neben mir beförderte. Ohne Worte der weiteren Erklärung griff ich nach der Feder, tauchte sie in die schwarze Tinte und begann zwei kleine Sätze auf ein Stück Pergament zu schreiben. Anschließend setzte ich die Feder ab, wartete einen Augenblick bis die Tinte trocknete, und faltete das Pergament zusammen um es anschließend in einen verzauberten Briefumschlag gleiten zu lassen. Zufrieden begutachtete ich den Brief und wandte mich wieder an Frost.
    "Eine offizielle Vorstellung unter deinen Kollegen muss warten, aber ich bin sicher, du wirst sie noch früh genug treffen. Du wirst nun nach Hogwarts zurückkehren und weitere Informationen über die Schüler sammeln, die ich dir genannt habe und das hier...", erklärte ich und überreichte Frost den Umschlag. "...wirst du in Chamberlain zuspielen. Es ist mir gleich, wie du das anstellst. Schmuggle es in seine Tasche, lege es auf sein Bett, es ist mir gleich. Hauptsache du stellst sicher dass Chamberlain und nur Chamberlain diesen Umschlag erhält, denn er ist der einzige, der ihn öffnen kann.", schärfte ich meiner Todesserin ein. "Du wirst dich in einer Woche melden.", wies ich Frost weiter an und sah ihr dabei streng in die Augen, während meine Stimme zu einem kalten Zischen verkam. "Und du vergisst diesen Termin besser nicht."

  • Schmerzhaft, das war eine doch ganz Nette umschreibung für das Brennen was sich in ihrem arm ausbreitete, nicht als hätte man einige Stellen Oberhalb der Haut in Flammen gesetzt, es hatte eher ähnlichkeit mit Säure die sich von außen nach innen ganz langsam hervor drang, durch die dünneren äußeren Hautschichten, bis zu tieferen Gewebe, ins Fleisch und bis auf dne Knochen, um von dort aus über ihren ganzen Körper zu wirkten. Sie atmete nicht in der Zeit, die Kiefermuskulatur spannte sich hart an und der ganze Raum kam ihr unwirklich still vor, unter seiner Magie, seinem Zauberstab und seinen Fingern.
    Der Blick wurde nicht Abgewandt, bis er selbst ihren Arm freilies, und der blick aus den dunklen braunen Augen hinab glitt, auf das nun so Misshandelte Körperteil ihrer selbst während sie den arm zurück zog. Willkommen, und das Schmunzeln kam wieder auf ihr Gesicht, während sie kurz nachdenklich mit den Fingern über das dunkle Mal strich. Sie spürte unter dne Fingerkuppen die leichte erhöhung der Linien auf der Haut. Sie war nie ein Fan von Tattoowierungen oder gleichem Gewesen. Manche nannten es Körperschmuck, aber sie nannte es eine simple Schmierei. Und doch, vielleicht war es an der Zeit mehr davon zu bekommen, unauffälliger zu werden. Körper Künstler. Das sie nicht lachte, diese eine würde besonders bleiben.
    Bis das der Tod uns scheidet...
    Das schmunzeln wurde Bitter, ja, und Hastig zog sie dne ärmel über das Mal und schloss die Knöpfe. Das hier war eine Ehe, in der sie gewiss nicht immer nur vor den Kopf gestoßen wurde bei ihren Bemühungen. Diesen Bund hier würde man nicht auflösen, man konnte sich nicht scheiden ladden und war plötzlich alleine da. Sie konnte bis Heute nicht glauben das er das getan hatte. Eine Scheidung, in kreisen wie ihren! Aber über sowas wollte sie nicht nachdenken, nicht jetzt, wo sie so bedeutend mehr hatte worauf sie achten sollte, musste, und sich eingestannt das sie sich noch immer nicht unbedingt unwohl fühlte, egal wie sehr Severus sie vor sovielen gewarnt hatte. Sie lehnte sich zurück, beobachtete Schweigend was dort vor sich ging, wie der Lord Schrieb und letztendlich den Umschlag zusammen Falltete und versiegelte. Magisch. Sie schaute diesmal nicht Fragend, wurde sofort aufgeklärt was er wollte. Einwenig diese Schüler im Blick behalten, und den Umschlag, welchen sie entgegen nahm, Dem kleinen Chamberlain unterjubeln. Und wieder blieb ihr blick an den Augen hängen, was nicht im entferntesten das Menschlichste an ihm war. Das wäre wirklich Gelogen. Und erst nach seiner aussage wann sie sich zu Melden hatte nickte sie, und erhob sich, als hätte sie alle Zeit der Welt. Sie wollte keinerlei den Eindruck erwecken Flüchten zu wollen, sich dem leichten Schmerz des armes hinzu geben. Nein...erstmal warf sie den Umhang über, schloss die Knöpfe und lies den Umschlag in der Innenseite des Umhangs Verschwinden. Ein leichtes neigen des Kopfes, eine Angedeutete Verbeugung fast schon, und ein Zuckersüßes "Einen angenehmen Abend wünsche ich." Und sie wandt ihm den rücken zu, Verließ den Raum ohne sich nochmals umzudrehen und Wurmschwanz schien sie auch nicht mehr zu begegnen. Wahrscheinlich war der jetzt auch nicht mehr so angetan von ihr wie ers von zu beginn gewesen war. Und merkwürdigerweise Lächelte sie, als sie das Haus verließ.
    Oh, Severus...das hier war soviel angenehmer ausgegangen, als du erwartet hättest.


    End

  • Das Dinner bei den Notts lag nun schon einige Zeit zurück und obwohl ich die Zeit dort sehr wertschätzte war ich in mein eigenes zu Hause zurückgekehrt. Nur hier hatte ich meine Ruhe. Nur hier würde mich so schnell niemand finden und nur hier konnte ich weiterhin jedes Detail plane und ausführen ohne mich selbst in Gefahr zu begeben. Die Zeit meines Erscheinens in der Öffentlichkeit würde noch kommen, doch sie war nicht jetzt, denn in diesen Tagen musste ich mich mit jenen beschäftigen, die vielleicht noch nützlich für mich sein würden. Dies bedeutete vor allem, dass ich auf die Rückkehr von einigen Todessern wartete. Palmer sollte mir Oarfert bringen, einen Werwolf der offenbar sowieso schon vom "rechten" Weg abgekommen war und nun um einen Schubs in die richtige Richtung bat. Ada und Kavanagh sollten sich um die Gespielin des Werwolfs kümmern die - wie konnte es auch anders sein? - ebenfalls eine Werwölfin war und somit durchaus über Fähigkeiten verfügte, die ich mir zunutzen machen konnte. Frost hatte ich nach Wilkes ausgeschickt und Smith würde seine Schuldigkeit tun und Snape über meinen Unmut informieren. Ich erwartete daher sozusagen alle Fünf hier. Der Einzige, der sich ein wenig erholen durfte und der diese Erholung auch bitter nötig hatte, war Smith. Der Professor für Verteidigung gegen die Dunklen Künste wusste noch nicht, dass ich zwei sehr fähige Leute ausgeschickt hatte um sein Privatleben zu erforschen. Ich war mir sicher, dass sie noch fündig werden würden und wenn sie das taten, dann würde auch der Professor seine gerechte Strafe erhalten. Er würde dabei selbst keinen körperlichen Schaden nehmen und trotzdem das Gefühl haben zu sterben. Doch zurück zu meinen neuen Rekruten. Ich hatte die Aufträge so verteilt, dass ich davon ausgehen konnte, dass sie gut ausgeführt wurden. Kavanagh und Palmer hatten sich bereits bewiesen und Frost wartete, ebenso wie Ada, darauf sich endlich bei einer anspruchsvolleren Aufgabe beweisen zu können. Sie waren alle äußerst motiviert und ich hoffte daher, so bald wie möglich Ergebnisse zu sehen. Sie konnten sich schließlich nicht ewig mit den Wölfen und Ministeriumsitarbeiterinnen dieser Welt aufhalten, denn ich brauchte sie bereits für die nächsten Aufträge. Immerhin hatte ich hier noch immer eine Liste von Namen liegen, die bearbeitet werden wollten. Ich hatte mir selbst beim Dinner geschworen, dass sie alle meine vollste Aufmerksamkeit bekommen würden und so sollte es auch sein. Doch so ein Vorhaben brauchte Planung und ausführende Hände - verlässliche Hände und welche würden sich besser dazu eignen als die jener Todesser, die sich bereits mehrfach bewiesen haben? Für die Schüler sollte es kein Entkommen geben und daher würde ich Schritt für Schritt jegliche Fehlerquelle in meinem Plan ausschließen bis keine mehr übrig war. Sie alle würden meinen Zorn zu spüren bekommen und sie würden sich wünschen, der Basilisk hätte sie in der Kammer gefressen.

  • cf: Piccadilly Circus
    Natürlich apparieren wir nicht gleich in die Stube, sondern vor das Haus



    Die Lungen schienen wieder befreit zu werden, als wiederum kalte Luft um sie beide auftauchte, welche noch temperaturmäßig unter der an dem öffentlichen Platz in London lag. Der Zauberer wurde sich der Abwesenheit seines Mantels bewusst, jedoch forderte er diesen nicht zurück, denn gewiss würde es unangenehm werden, dem Dunklen Lord mit einer Eisskulptur entgegen zu treten oder ein Mädchen zu präsentieren, welches dank des Zitterns kein angemessenes Wort hervorbrachte - auch wenn diese Möglichkeit weiterhin in Erwägung gezogen werden musste, wo Angst durch ein bisschen Stoff nicht zu beseitigen war.
    Sein Blick hob sich von der Erde und richtete sich zu dem Herrenhaus auf, welches sich vor ihm aufbaute, leicht verfallen wirkte und doch so bekannt, so passend: Die Villa der Riddles. Gewiss nicht der Ort, den viele zu Gesicht bekamen, aber dennoch wurde der Werwölfin diese Ehre zuteil, auch wenn der Magier bezweifelte, dass es diese war, welche sie ersehnte. Womöglich glitten ihre Gedanken dauerhaft zu ihrem wölfischen Freund, dessen Schicksal er bewusst im Dunkeln gelassen hatte, um ihre Aufmerksamkeit und ihre willige Entscheidung für sich zu gewinnen. Kurz erwog er den Gedanken, ob sie es bereute, ihm nun gefolgt zu sein und lieber den Rückweg antrat, nur um dieser Situation zu entkommen, welche gewiss nicht vergleichbar mit ihren vergangenen, mickrigen Entscheidungen war. Doch es gab kein Zurück mehr, wenn man sich einmal für diesen Weg entschieden hatte, weshalb er seinen Arm ausstreckt und ihn fest auf die Schulter der Dunkelhaarigen legte und sie mit einem festen Schubser gen Eingang bewegte, der nun den Weg zu dem Manne öffnete, den sie hoffentlich nun nicht störten. Gewiss war keine Heizung eingestellt, doch in der Präsenz von ihm schien Wärme generell von Bedeutung verloren zu haben. Er folgte ihr und legte ihr erneut die Hand auf die Schulter, ging in diesem Moment nicht vor, um sie des Fluchtversuches zu berauben, der manchmal unbewusst und ungeplant in einem aufstieg, ohne dass man sich dessen bewusst war oder diesen intendierte.
    Fest ruhte seine Hand auf ihrer Schulter, ohne sie jedoch hinab zu drücken, er schob sie eher in die richtige Richtung, während er mit fester und nüchtern angehauchter Stimme die eine oder andere Richtung vorgab. Sie näherten sich dem besagten Ort und Kavanagh betrachtete ihr Profil von der Seite, während er "Hier entlang!" von sich gab. Sie war nicht hässlich, trug keine offensichtlichen Narben, die möglicherweise auf ihr kleines, nun aufgedecktes Geheimnis hinwiesen. Nein, sie hatte ihre persönliche Schönheit, welche auch durch ihre momentanen Regungen nicht durchbrochen wurde. Er kam nicht umhin zu bemerken, dass sie anders war als die Wölfin, die er zur Genüge kannte, dass ihre Ausstrahlung eine andere war, etwas Neues, was ihn irgendwie interessierte. Jedoch verwarf er den Gedanken und ersetzte seinen Blick durch etwas Starres, auch wenn ein fast unmerkliches, schiefes Grinsen darin eingemeißelt war, als sie durch den Eingang traten und sich auf den Weg zu dem Dunklen Lord machten.


    // nicht viel und nicht gut, aber mir fällt gerade nicht viel ein.

  • Es drangen Geräusche an Adas Ohr, die sie aufhorchen ließen. Unverkennbar war eben jemand vor dem Haus appariert. Sie hörte Kavanaghs Stimme und ein kaltes Lächeln stahl sich auf ihre roten Lippen. Sie waren da. Endlich. Warte war Ada ebenso zuwider wie die schwarzen Haare, die ihr noch immer auf die Schultern fielen. Es gab bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Gelegenheit sie in das elegante blond umzufärben. Zu Hause war zu viel Trubel gewesen und sie war direkt zur Villa des Lords appariert. Dort saß sie nun also seit einer gefühlten Ewigkeit. In Schweigen gehüllt und den Kopf gesengt. Der dunkle Lord war noch immer nicht begeistert von ihrem Verschwinden und so tat sie gut daran, ihm nicht auch noch auf die Nerven zu gehen. Nicht, dass es etwas wichtiges zu sagen gegeben hätte.
    Doch nun, da sie die Anwesenheit von Kavanagh und dem kleinen Hündchen mitbekam erhob sie sich von dem schweren Sessel und trat aus dem Raum hinaus. Auf den hohen Schuhen trat sie zum Eingang und öffnete die schwere Tür. Unter ihrem Todesserumhang trug sie ein ebenso schwarzes Kleid, dass ihre gespenstisch bleichen Schultern freiließ. Als sie sich eine Haarsträhne hinter das Ohr klemmte, wurde auch das Tattoo auf ihrem Unterarm sichtbar. Ada war in Bestform.
    "Einen wunderschönen guten Abend, Miss Fields." säuselte sie zuckersüß aber mit einem sauren Unterton. Dann nickte sie auch Christian einmal zu. "Mister Kavanagh." Es war unverkennbar, dass er ihr noch immer nicht gerecht wurde. Es war eine Schande, dass sie mit einem wie ihm zusammen arbeiten musste. Alleine hätte sie diese Mission sicher viel schneller erledigen können. Aber immerhin konnte man diesem Wurm all die Drecksarbeit überreichen, so wie die Abholung des Welpen in London. Ada hatte besseres zu tun als mit dem Tierchen Gassi zu gehen. Womöglich musste man auch noch ihre Häufchen einsammeln. Ada lachte trocken, was für die anderen sehr aus dem Zusammenhang gerissen erscheinen musste.
    "Er erwartet euch bereits." Ada stand noch immer vor der Tür und blickte zu den Anderen hinunter. Sie waren so klein, so mickrig. Fieldsy wirkte so schrecklich verängstigt und langsam fragte sich die Todesserin wirklich, wie zum Schwanze des Drachens so ein Kindchen von Nutzen für den Lord sein sollte. Sicher, sie wurde einmal im Monat zur unkontrollierbaren Bestie. Und dann? Am Ende würde sie noch einen von ihnen in Stücke reißen und Ada konnte wirklich gut darauf verzichten einen Körperteil zu verlieren. Sie war der Meinung, dass man Werwölfe und alles was dazu gehört in Käfige sperren und auf dem Meeresgrund versenken sollte. Ihr gefiel der Gedanke verrottender Körper an denen sich die Algen festsetzten und die Fische sich den Bauch vollschlugen.
    "Bring sie rein, Kavanagh." Mit diesen Worten drehte sich Ada auf dem Absatz um und ging zurück in das Haus in Richtung Stube wo der dunkle Lord auf sie alle wartete.


    //Ich hoffe einfach mal, dass das okay so ist. :3

  • Es gab Abende an denen man spürte, dass noch etwas Wichtiges geschehen würde. Ich konnte meist nicht erklären, woher dieses Gefühl kam, doch ich hatte schon früh gelernt, mich darauf zu verlassen und so war ich mehr oder minder auf das Eintreten von Ada vorbereitet, die Kavanagh und Fields voranging. Meine Finger, mit denen ich bisher noch ungeduldig auf der Lehne des bequemen Sessels trommelte, hielten in ihrer Bewegung inne als ich meinen Blick zu Ada wandte, die heute mehr wie Josephine wirkte als wie sie selbst. Lediglich der kalte Blick, das amüsierte Funkeln in ihren Augen und die Art und Weise, wie sie sich bewegte und gab, deutete daraufhin dass Ada zu Hause war. Ich nickte der Todesserin zu und erlaubte mir so etwas wie ein Lächeln. Ich hatte damit gerechnet, dass Palmer zuerst hier sein würde, würde ihr Fang es doch Kavanagh und Ada erheblich erleichtern, Fields ausfindig zu machen und herzubringen, doch offensichtlich hatte ich mich getäuscht und es war den beiden auch ohne die Unterstützung von Palmer gelungen, Fields gefügig zu machen. Die ehemalige Gryffindor, die von Kavanagh nun mehr oder weniger unsanft in den Raum geschoben wurde, zum freiwilligen Mitkommen zu bewegen, war bestimmt nicht einfach gewesen und so war ich von der Leistung der beiden beinahe beeindruckt. Vielleicht sollte ich sie öfter in eine Zweiergruppe stecken, denn durch die offenkundige Abneigung, die Ada ihrem Kollegen gegenüber empfand, schien sie wenigstens motiviert genug zu sein, den Auftrag so schnell wie möglich hinter sich zu bringen.
    "Sehr gut.", begrüßte ich meine beiden Todesser zufrieden und tauchte dabei die Feder auf das Tintenfass, das auf dem wackeligen Tisch vor meinem Stuhl stand, und strich anschließend einen Namen auf Smiths Liste durch. Der erste Schritt war getan. Es würden noch viele weitere folgen müssen, doch jetzt, da alles in Gang geriet, würde man mich nicht mehr aufhalten können. Mit penibler Sorgfalt legte ich die Feder beiseite und rollte das kleine Stück Pergament wieder zusammen um es in meinem Ärmel zu verstauen. Dann wandten sich meine Augen an meine Gäste, trieben von Ada zu Kavanagh und blieben schließlich bei Fields stehen. Die ehemalige Hogwartsschülerin wirkte im Vergleich zu ihren Werwolfkollegen mikrig und ein wenig kränklich, doch ich schrieb dies großzügigerweise der derzeitigen Situatuion zu. So mancher Todesser hatte zu Beginn seiner Karriere wenig vielversprechend gewirkt und war dann doch zu einem unverzichtbaren Diener geworden, während andere anfangs einen recht passablen Eindruck gemacht hatten und nun auf den Abgrund zuwankten, wie man am Beispiel von Smith recht anschaulich sehen konnte. Welchen Weg würde Fields einschlagen? Kavanagh und Ada hatten es weit gebracht indem sie die Hexe dazu verleitet hatten, hierher zu kommen, doch hatten sie auch ihre Seele überzeugen können? Oder musste ich das übernehmen? Nachdenklich kniff ich meine Augen zusammen und hob meinen Zauberstab um mit einem Wink von eben diesem drei Stühle herbeisausen zu lassen, die sich mir gegenüber aufreihten. Dabei hielt mich meinen Blick weiterhin an Fields gewandt und versuchte herauszufinden, mit was man die Hexe am Besten überzeugen konnte, das Richtige zu tun.
    "Setzen!", entkam es kalt meinen Lippen.

  • Als Sasha auf die große, im Dunkeln unglaublich bedrohlich wirkende Villa zuging, begann sie das erste Mal, an ihrem Plan zu zweifeln. Je näher sie dem vermeintlichen Ort kam, an dem Evander sich aufhielt, desto mehr bröckelte ihr Selbstvertrauen und ihre Überzeugung, das richtige zu tun. Was, wenn er sie nicht sehen wollte? Was, wenn das, was sie tun wollte, rein gar nichts helfen würde? Wenn er danach abhauen würde, wie er es schon mal getan hatte? Vorausgesetzt natürlich, sie würde es schaffen ihn rauszuholen. Was sie bezweifelte. Sie hatte ja noch überhaupt keine Ahnung, was Du-weißt-schon-wer von ihr wollte...geschweige denn ob sie Evan überhaupt zu Gesicht bekommen würde. Nein, sie hatte keine Ahnung von gar nichts, während sie von Kavanagh auf die Eingangstür zugedrängt wurde und ihr immer weniger Zeit zur Flucht blieb. Mit einem Mal kam ihr alles unglaublich dumm vor. Sie wusste nichts. Nicht, wo er war, nicht, was man von ihr erwartete, nicht, was sie tun sollte, was sie tun konnte erst recht nicht...nein, dort drin würde sie ein Fisch auf dem Trockenen sein. Oder eher – aber das wusste sie nicht – ein Lamm auf dem Weg zum Schlachter; oder aber schon beim Schlachter. Bevor Sasha allerdings instinktiv – so groß ihre Angst auch war – die Hand ausstrecken konnte, um die Tür aufzudrücken, öffnete die sich scheinbar von selbst und ein erneuter Schauer jagte ihr den Rücken hinunter. Bis eben hatte sie nicht wirklich daran gedacht, dass es ja zwei Leute in diesem Spiel gab...als sie jetzt in das höhnische Gesicht von Josephine di Capri sah, erinnerte sie sich wieder daran. Die ehemalige Gryffindor konnte es immer noch nicht fassen. Wobei... aber um sich darüber Gedanken zu machen, war jetzt wohl eindeutig der falsche Zeitpunkt. Schritt um Schritt wuchs ihre Panik, ihr Puls erhöhte sich, ihr Herz schlug schneller und als di Capri schließlich „Bring sie rein, Kavanagh“, sagte, glaubte sie es müsse stehen bleiben. Sie konnte das nicht! Am liebsten wäre sie jetzt umgedreht, doch auch, wenn sie alles in den Wind geschlagen hätte, was sie hierher geführt hatte, jetzt war es zu spät. Und vielleicht hatte man Evan ja schon gesagt, dass sie auf dem Weg war...
    Und dann trat sie ein. Sasha bemerkte kein Stück der Einrichtung, nicht, wo sie sich befand, ihr Blick hing nur wie hypnotisiert an der kahlen Gestalt auf einem Stuhl, die gerade etwas auf einem Pergament durchstrich. Sie machte sich keine Gedanken darüber was genau das gewesen war...sie machte sich überhaupt gar keine Gedanken mehr. Sie würde sterben, das stand fest. Egal, ob alles so laufen würde, wie sie es sich in ihrem mehr als vagen Plan zurecht gelegt hatte, sie stand hier jemandem gegenüber, dessen Namen schon niemand aussprechen wollte. Jemanden, der für den Tod unzähliger verantwortlich war... sie wollte hier weg, auf der Stelle. Allerdings konnte sie gar nicht anders als wie betäubt auf einen Stuhl zuzutaumeln, als die kalte Stimme „Setzen!“ schnarrte, die ihr eine Gänsehaut über den Rücken jagte und sie zusammenzucken ließ, die Augen nun allerdings beharrlich auf den Boden vor sich gerichtet. Oh Merlin, sie würde sterben.
    Wieso hatte sie das getan.


    // Pardon, dass es so lange gedauert hat, aber der Umzug hat mich meines Internets beraubt ~

  • "Als hätte ich dies nicht ohne deine Worte getan, Menacy", wandte er sich mit einem höhnischen Tonfall an die andere Todesserin und unterdrückte das in ihm aufkommende Verlangen, seine Augen zu rollen und ihr damit noch mehr Spott zu offenbaren. Natürlich waren sie als Team zusammengepfercht worden und hatten sich dieser Aufgabe hingegeben, auch wenn er ohne ihre Anwesenheit gewiss ebenfalls erfolgreich gewesen war, doch Aufpasser der zuletzt in Ungnade und Schande gefallenen Todesserin, hatte er sich diesen Dingen zu beugen. Er war professionell genug, um den Sinn hinter den Entscheidungen des Dunklen Lordes nicht zu hinterfragen, um sich nicht wie ein patziges Kind zu verhalten, welches seine eigenen Wünsche über die der Sache stellte – und genau dieses Kind, welches erfüllt von Dreistigkeit diese Aufgabe hinterfragt hatte – nervte ihn nun weiter. Nein, er würde gewiss nicht sagen, dass er die andere leiden konnte und dass sie kameradschaftliche Gefühle in ihm weckte, nein es war gänzlich die Gefahr, die sie umgab, die sie für ihn halbwegs interessant machte, doch alleine für diese würde er sich ihr nicht beugen und ihre kleinen Spielchen mitspielen. Ihre Gedanken wollte er erst gar nicht nachvollziehen, denn freiwillig hatte er die Abholung der jungen Frau als seine Aufgabe auserkoren, wo er der anderen doch nicht vertraute. Ihre zwiegespaltene Natur machte sie zu einem derben Angriffsziel ihrer selbst, die diese ganze Mission zum Scheitern verurteilen konnte, weshalb er diese Dinge lieber selber in die Hände nahm, ehe Josephine auftauchte und mit der Werwölfin lieb Kind spielte….wie erbärmlich und schrecklich nervtötend es doch sein musste, einen Körper zu teilen und dann auch noch mit einem Menschen, der jegliche Arbeit ruinieren konnte? Schließlich musste es ja einen Grund geben, warum sie noch immer nicht die permanente Gewalt über den Körper hatte an sich reißen können, wie er jüngst hatte bemerken dürfen, als die Wirtin ihm einen Brief hatte zukommen lassen, den der Ministeriumszauberer mehrdeutig beantwortet hatte. Doch dies war nun nicht das Thema, welche sie hier zusammen trieb – generell hatte er erwartet, dass diese Frau doch auftauchen würde, um die Belohnung einzufordern und ihm die Füße zu küssen…ob sie sexuelle Affektionen zu ihm hatte, sei mal dahingestellt, denn auch er wollte sein Lob ernten…jedoch nicht aus diesen Dingen. Doch genug dieser Gedankenspielereien, denn mit einem erneuten drücken seiner Hand auf der knochigen Schulter, schob er die schwächlich wirkende und nun nicht mehr ganz so überzeugte Werwölfin in die Stube, welche erfüllt war von der Präsenz des einen Zauberers, dem er dienen wollte. Leicht neigte er den Kopf, zollte dem Zauberer Respekt, ehe er kurzzeitig die Stimme erhob, diese folgende Konversation jedoch nicht durch sein Wort intervenieren und stören wollte. "My Lord, Miss Fields, die freundlicherweise Eure Einladung angenommen hat", stellte er sie vor und presste sie erneut ein Stück weiter nach vorne, ehe er die Arme vor der Brust verschränkte und den kalten, hohen Ton des Dunklen Lord vernahm, der Stühle bereitstellte. Er selbst nahm den Rechten ein, neben den, welcher für ihren Gast vorgesehen war. Ein ernster Blick streifte seine Züge und seine Lippen lasteten fest aufeinander, während er langsam mit den Fingern der einen Hand auf dem Ellenbogen des anderen Armes zu trommeln begann und die Luft ein und auszog, denn wie er bereits erwartete, war dieses Gespräch allein mit dem Liefern des kleinen Hündchens neben ihm nicht zu Ende, wo sie schließlich noch keinerlei Wort zu dem Sinn dieser Unterredung verloren hatte. In einem kleinen Anflug von Vorfreude auf ihre Reaktion, zuckte ein Mundwinkel, der sich jedoch schnell wieder beruhigte, während das Stahlblau seiner Augen zwischen ihr und dem anderen Zauber hin und her wanderte.


    //Ja, spät, alles meine Schuld ._.

  • Ada konnte dieses kleine süffisante Lächeln einfach nicht verbergen, dass sich auf ihrem aschfahlen Gesicht ausbreitete, sobald sie Fieldsy ansah. Sie war so schwach, so klein und ach so naiv. Ohne einen einzigen Beweis, dass sich Oafert tatsächlich hier aufhielt, war sie mit ihnen gekommen, hatte sich gänzlich wehrlos bereit erklärt dem mächtigsten aller Zauberer unter die Augen zu treten und ihr war nicht einmal klar was für eine außergewöhnliche Ehre ihr zu teil wurde. Für letzteres hatte sie zwar eigentlich einen harten Schlag mit der Hand ins Gesicht verdient, aber Ada konnte sich trotzdem darüber amüsieren. Dummheit war schon immer etwas gewesen, dass Menschen um sich herum genossen. So konnten sie sich selbst ein wenig schlauer fühlen. Außerdem war es leichter über andere zu lachen als über seinen eigenen Intellekt. Dennoch zog die Todesserin normalerweise ein wenig gebildetere Gesellschaft vor.
    Damit meinte sie allerdings nicht jemanden wie Kavanagh, der es schon wieder nicht lassen konnte, eine höhnische Bemerkung fallen zu lassen. Zischend atmete Ada aus und funkelte ihr aus ihren eisblauen Augen an, die bei einem dämmrigen Licht wie diesem, schon beim Hinsehen Geschichten über Tod und Terror zu erzählen schienen. Einzig das Bewusstsein, dass sie jeden Moment ihren Zauberstab ziehen konnte, ließ sie ihm nicht etwas an den Kopf werfen, das später als Provokation hätte gewertet werden können. Wenn er sich zu viel heraus nahm, dann machte sie ganz einfach kurzen Prozess. Das war sauberer und der Lord würde es ihr schon noch nachsehen irgendwann.
    Nun aber traten die drei noch sehr lebendig in die Stube ein und Ada senkte noch einmal unterwürfig ihr Haupt ehe sie wieder Kavanagh das Wort überließ. Sollte er sich doch ihretwegen den Mund fusselig reden, sie jedenfalls hatte ihre Aufgabe zur Genüge erledigt.
    Zufrieden und mit dem stetigen hinterhätligen Lächeln auf der Lippe nahm sie dann auf einem der Stühle Platz. Was der Lord jetzt wohl mit dem Welpen anfangen würde? Hoffentlich etwas unterhaltsames. Es war viel zu wenig Blut geflossen in den letzten Wochen. Ada vermisste das Geräusch von schmerzverzerrten Schreien und dem wimmern, wenn der Schmerz nachließ...für einen Moment.
    Die Gedanken an alles was man mit Fields anstellen könnte, erheiterten sie ungemein. Doch auch war ihr klar, dass der Lord sie ja nicht zur Unterhaltung hier haben wollte. Es musste also ein Rest von ihr übrig bleiben, was wirklich, wirklich schade war.
    Ada hoffte noch immer darauf, dass die Kleine frech wurde. Die richtigen Flüche hatte sie sich für diesen Fall bereits überlegt.

  • Liebe. Kaum eine Eigenschaft beziehungsweise ein Gefühl war derart gerissen und hinterhältig, wenn es darum ging, die eigene Vernunft auszuschalten. Liebe war der Grund weshalb sich Menschen stritten, weshalb Freunde zu Feinden wurden und weshalb Loyalitäten bröckelten. Liebende Menschen verziehen einander auch die gröbsten Fehler und trugen so ihren Teil dazu bei, diese Gesellschaft unaufhörlich schwach zu machen. Wie gefährlich und gleichzeitig unsinnig diese Empfindung war, konnte man anhand von Fields beispielhaft erkennen, denn ich machte mir keine Illusionen darüber warum sie hier war. Sie war nicht gekommen, weil sie meine Überzeugungen teilte. Sie war auch nicht gekommen, weil ich bekannt dafür war, guten Tee zu servieren. Nein, sie war nur wegen ihm gekommen - Oafert. Der Werwolf, der laut dem Hörensagen mit seinen Ansichten und Einstellungen durchaus in meine Gefolgschaft passen würde, wenn man ihn richtig erzog. Fields hingehen war eine ehemalige Gryffindor und als solche sah sie sich wohl irgendwie dazu verpflichtet besser zu denken, als die meisten Menschen. Ihre Überzeugungen würden wohl nur sehr schwer mit den meinen kompatibel sein und dennoch sah ich eine realistische Chance die Werwöflin in Zukunft in meinem Auftrag durch ganz Großbritannien zu schicken um ein wenig Angst und Schrecken zu verbreiten, denn es war schließlich die Angst, die die Menschen beherrschte und wenn ich diese Angst kontrollierte, beherrschte ich auch das Volk, ohne dass sie sich dessen überhaupt bewusst waren. Sie würden sich fürchten - besonders die abgelegenen Dörfer - vor den Geschichten über die wilden Werwölfe und sie alle würden nach einem Beschützer schreien, der sie unter Kontrolle hielt. Dass dieser jemand niemand anderes sein konnte, als meine Wenigkeit, lag dabei auf der Hand. Schließlich würden sie kaum einen anderen folgen, denn die meisten waren so wie Fields - schwach. Doch es sollte genau diese Schwäche sein, die mir erst die Möglichkeit gegeben hatte, die ehemalige Gryffindor überhaupt unverletzt hierher zu bringen, denn zweifelsohne war sie davon überzeugt, dass ihr Herzblatt bereits für meine Sache einstand oder sich zumindest hier aufhielt. Dass dem (noch) nicht so war, musste ich ihr ja nicht auf die Nase binden. Schweigend musterte ich die Werwölfin, die sehr damit beschäftigt war, den Boden zu mustern. Sie wirkte eingeschüchtert - und mit furchtsamen Menschen konnte man bekanntlich besser reden als mit vor Heldenmut strotzenden Idioten. Ich beschloss daher der Hexe die Chance auf ein Gespräch zu geben. Sollte dieses langweilig werden, konnte ich schließlich noch immer meinen Zauberstab ziehen.
    "Und es freut mich, dass Sie meine Einladung so großmütig angenommen haben, Miss Fields.", bemerkte ich mit einer Stimme, die dem Schnurren einer Katze gleichkam. Bereits zu meinen Schulzeiten hatte ich bemerkt, was Worte bewirken konnten und auch wenn ich mein ursprüngliches Aussehen verloren hatte, so war mir die Kunst der Überredung dennoch geblieben. "Es freut mich jene Dame kennezulernen, von der Oafert gesprochen hatte. Unglücklicherweise haben Sie ihn knapp verpasst, doch ich bin sicher, dass ich ihn herbeordern kann, wenn dies Ihren Wünschen entsprechen würde, Miss Fields.", sprach ich galant weiter und nickte den beiden Todessern zu.
    Ihr habt eure Sache gut gemacht. Ich bin zurfrieden mit euch.", erklärte ich den beiden. "Ihr könnt gehen. Wurmschwanz gibt euch noch etwas, um euch für eure Treue zu belohnen.", bemerkte ich mit einem Blick auf Ada. "Ich werde mich bei euch in ein paar Tage melden." Unter anderem um zu erfahren, wie sich Ada geschlagen hatte und wie Ada Kavanaghs Leistung beurteilen würde. Möglicherweise würde ich sie eines Tages wieder gemeinsam an eine Aufgabe setzen, doch vorerst sollten sie ein wenig Abstand voneinander genießen bevor der eine den anderen noch einen garstigen Fluch hinterherschickte. Mit der kleinen Entlohnung, die Wurmschwanz in Form von Münzen für sie bereit gelegt hatte, würden sie sich einige angenehme Tage machen können und das sollten sie auch, denn ich brauchte sie erholt und konzentriert für ihre nächste Aufgabe. Ich vergab nicht oft Belohnungen, doch in Anbetracht dessen, dass nicht jeder Todesser automatisch über ein erhebliches Vermögen besaß wie Malfoy und auch sein Auskommen haben musste, war ich nicht abgeneigt ab und zu ein wenig beizusteuern - sofern gute Arbeit geleistet wurde. "Miss Fields und ich werden unser Gespräch alleine weiterführen."

  • So, wie Sasha den Boden vor sich inspizierte, konnte man fast meinen sie hätte vor sich hier um eine Stelle als Putzfrau zu bewerben und jedes Staubkorn und jedes Dreckfitzelchen, das sie auf dem Holzboden entdeckte schon einmal gedanklich vorzumerken, um es später angemessen vernichten zu können. Tatsächlich suchte sie ja tatsächlich nach Dreck, allerdings nicht um ihn später wegzuwischen, sondern um in ihrem Kopf Formen zu bilden, wie sie es früher gerne getan hatte. Zusammen mit der Maserung des Holzes, ergaben sich oft interessante Dinge...wie zum Beispiel ein Totenkopf, den sie ausmachen konnte. Oder eine Schlange. Oder ein Grab. Ein Kreuz. Eine Sense. Sasha schüttelte den Kopf. Nein, momentan schien es nicht wirklich ratsam dieses Spiel zu spielen und sich somit das Gefühl zu geben das alles hier wäre gar nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick schien. Denn man sah es ja: sogar ihr Unterbewusstsein hatte sich wohl damit abgefunden heute sterben zu müssen.
    Doch obwohl Sasha weiterhin versuchte keinem Wort zu lauschen, das der kahlköpfige, bleiche Mann ihr gegenüber von sich gab, so konnte sie doch nicht anders als bei der Erwähnung des Namens ‚Oafert‘ zusammenzuzucken. Beinahe begierig richtete sie ihre hellen, blauen Augen für einen kurzen Moment auf das Gesicht des Dunklen Lords, doch so schnell sie das auch getan hatte, so schnell wandte sie sich wieder ab. Dass sie jetzt allerdings vollkommen durcheinander war, ließ sich nicht verhindern. Evan hatte von ihr erzählt? Sie hatte ihn knapp verpasst? Stirnrunzelnd betrachtete Sasha ihre Hände. Das musste heißen, dass er nicht mehr hier war...oder aber tot. Wer wusste schon, was er damit meinte, dass er ihn herbringen konnte. Vielleicht war das ja eine unterschwellige Drohung gegen sie selbst, dass es ihr nicht anders ergehen würde? Oh, am liebsten hätte die ehemalige Gryffindor jetzt Gedanken lesen können - ...oder lieber doch nicht. Sie wollte gar nicht wissen, was in dem Kopf des gefährlichsten schwarzen Magiers ihres Jahrhunderts vor sich ging. Ganz egal allerdings, was nun stimmte; Evander war hier gewesen. Und das gab Sasha ein wenig neuen Mut, auch, wenn sie nicht genau wusste, woher der auf einmal kam. Mut genug, um langsam den Kopf zu heben und den Boden vor den Füßen des umhüllten Mannes zu betrachten und zittrig und ängstlich „Wo ist Evander?“ zu hauchen, kaum, dass Kavanagh und di Capri den Raum verlassen hatten. Wie gerne hätte Sasha sie gebeten zu bleiben...nun, wenigstens Kavanagh. Denn auch wenn er sie in eine Falle gelockt hatte, auch, wenn er daran schuld war, dass sie jetzt hier war und sicherlich von vornherein alles geplant hatte, ihren Zauberstab, die Verfolgungsjagd, so war doch alles besser, als mit Du-weißt-schon-wem alleine zu sein. Sie konnte ja nicht einmal wirklich sauer auf den Blonden sein...auf di Capri ja auch nicht. Sie waren eben Todesser...hätte sie sie näher gekannt, dann schon, aber...nein. So fühlte sie sich einfach nur ausgeliefert, beschuldigte allerdings eher sich, als irgendjemand anderen. Wieso war sie auch so dumm gewesen? Wie die Maus in die Käsefalle war sie getappt...blind, gedankenlos und dumm. So dumm.


    // Godmodding erfolgt mit Erlaubnis :)

  • Fields Reaktion war erstaunlich und verdeutlichte weshalb die Hexe nun hier saß. Ich hatte kaum den Namen Oafert ausgesprochen, als sich der Kopf der ehemaligen Gryffindor kurz hob und man für einen Moment einen seltsamen Ausdruck in ihren Augen wahrnehmen konnte. War das etwa Sorge? Meine Mundwinkel zuckten amüsiert, während sich der Blick meines Gastes wieder den faszinierenden Boden zuwandte. Kavanagh und Ada verließen indessen den Raum und suchten Wurmschwanz auf, der sie bereits erwartete. Für einen Moment trat Schweigen ein. Die Werwölfin vor mir schien mit sich selbst zu ringen, doch am Ende war die Kraft, wegen der sie überhaupt erst hier war, stärker und so hob sie ihren Kopf und sah mich direkt an. Angst und Sorge spiegelten sich in ihren Augen wider und für einen Moment befürchtete ich, mein Gast würde auf ewig schweigsam bleiben, doch dann öffnete sich ihr Mund und ihre Lippen formulierten eine leise Frage.
    "ihm geht es gut.", entgegnete ich gütig. "Er bereitet sich auf seinen ersten Auftrag vor und ich hörte, dass es sein Wunsch sei, dass du dabei an seiner Seite stehst.", erklärte ich weiter mit einer Stimme, die kein Wässerchen trüben konnte. In gewisser Weise sprach ich sogar die Wahrheit, denn sobald ich mit Oafert gesprochen hatte, würde genau dies geschehen. Der ehemalige Hufflepuff war schließlich nicht derjenige, der einen kleinen Anstoß brauchte um den richtigen Weg einzuschlagen. Viel eher hatte er bereits in Gedanken einen Fuß auf diesen Pfad gesetzt und man musste ihm nur noch beibringen, ihn auch weiter zu beschreiten. Fields Gefühle für den Werwolf hingegen waren jene Kraft, die sie hierher getrieben hatten, was automatisch bedeutete, dass sie sie auch noch weiter treiben würden, denn die meisten Menschen rannten lieber weg und ließen ihre Liebsten im Stich als mir hier gegenüberzusitzen. In gewisser Weise wurde die Hexe dem Mut ihres Hauses daher durchaus gerecht, doch ich hatte sie nicht um ihrer Tapferkeit willen hierher bringen lassen. Viel eher wollte ich mir ihre Talente zu nutzen machen und wenn dies nur über Oafert ging, dann sollte es eben so sein.
    "Ich habe ihn versprochen, dass ich sehen werde, was ich für ihn tun kann, doch du wirst mir bestimmt zustimmen, wenn ich dir sagen, dass ich nicht einfach so jede beliebige Hexe in meine Dienste nehmen kann.", erklärte ich weiter und hielt einen Moment inne um mich zu einem Sufzen hinreißen zu lassen, das implizieren sollte, wie schwer es doch war, solche Entscheidungen zu treffen. "Aber um seiner Loyalität willen möchte ich seinen Wunsch auch nicht von Anfang an ablehnen. Daher bist du nun hier. Um dich zu beweisen, denn nur wenn du dich als würdig erweist, kann ich dich guten Gewissens an seine Seite stellen.", bemerkte ich scheinbar unschuldig, während ein geübter Beobachter bereits das Netz erkennen konnte, das sich jeden Moment um die Hexe schließen würde - ein Netz, das mit jedem Wort und jedem Gedanken mit dem Fields mir Aufmerksamkeit schenkte, über dickere Stränge verfügte bis es irgendwann einmal undurchdringlich sein würde. "Meinst du, du würdest das schaffen?"

  • Verwirrung war in diesem Moment überhaupt kein Ausdruck mehr. Die Augen nun mehr weit aufgerissen, der Mund ein wenig offenstehend, starrte Sasha Du-weißt-schon-wen an und vergaß darüber hinaus sogar, wem sie hier genau gegenübersaß und dass sie den Blick eigentlich weiterhin auf den Boden gerichtet halten sollte. Das...ergab keinen Sinn. Das ergab überhaupt keinen Sinn! Erster Auftrag? Sie an seiner Seite? Loyalität? Das war...das... Sasha wandte das Gesicht zur Seite. Das war unmöglich. Evander würde nie...das...nein. Nein! Das konnte nicht sein! Sie hatte geglaubt, er wäre hier eine Art Gefangener, blutig geschlagen in irgendeinem Verließ und man hätte sie hierhergebracht, damit sie Forderungen erfüllte und sie ihn wieder freiließen! Sie hatte ...nein! Das ging nicht! So leichtgläubig die junge Hexe sonst auch sein mochte, so sehr weigerte sie sich jetzt das zu glauben, was ihr erzählt wurde. Evander Oafert hatte sich nicht Du-weißt-schon-wem angeschlossen. Ja, er war sicherlich unzufrieden und ja, er war um den Vollmond herum manchmal schlecht drauf, aber – nein! Das würde er nicht tun! Das konnte er gar nicht tun! Die Todesser vertraten doch trotzdem noch genau das, was er immer verabscheut hatte! Seine Mutter war muggelstämmig! Sein Vater ein Squib! Sein Bruder ein Muggel! Seine ganze Familie mütterlicherseits – Jules ausgenommen – waren Muggel! Das ging einfach nicht!
    Wie standhaft sie sich weigerte es zu glauben; die vorherigen Lügen über seinen Verbleib, die man ihr nicht einmal wirklich aufgetischt, sondern die sie sich selbst zurecht gesponnen hatte, hatte sie ja fast schon mit Freude angenommen. Denn in jener Version hatte es nur einen Evander gegeben, den sie retten musste...einen Evander, der sich geweigert hatte irgendetwas zu tun und der jetzt dafür büßen musste, dass er gut war. Aber in dieser? In dieser gab es einen Evander, der Befehle von Du-weißt-schon-wem befolgte und mit ihm über sie geredet hatte. Der ihn gebeten hatte sie herzuholen. Der trotz allem, was passiert war immer noch sie... nein. Das war eine Lüge gewesen. Du-weißt-schon-wer war ein Lügner. War das nicht allgemein bekannt? Er log und betrog und hier verhielt es sich nicht anders! Es durfte einfach nicht wahr sein, es durfte nicht! Doch so entschlossen sie gedanklich auch war, sie brüchig und zittrig war ihr Äußeres. Ihr Blick spiegelte weder Entschiedenheit, noch Tapferkeit, noch irgendetwas anderes wider... er war eher ängstlich und verschreckt. Ihre Worte würden wahrscheinlich trotzdem ihre Wirkung tun. „D-Du lügst“, flüsterte sie, ohne auf seine letzte Frage zu achten oder sich überhaupt darum zu kümmern, was er sonst nicht gesagt hatte und schluckte, während sie verbissen auf ihrer Unterlippe herum kaute. „E-Evan ist nicht so. Du l-lügst.“ Manch einer mochte es wohl als Mut bezeichnen, was Sasha hier gerade tat, andere als Dummheit. Vielleicht war es ja eine Mischung aus beiden...unüberlegt war es so oder so. Aber...es konnte einfach nicht stimmen.

  • Es war immer wieder eine Freude abzulesen, welchen Konflikt Worte auslösen konnten. Man konnte förmlich spüren wie die Gedanken von Fields rasten und sich in ihren Überlegungen überschlugen, bis sie schließlich zu dem Entschluss kam, dass ich die Unwahrheit gesagt haben musste. Ich schenkte der ehemaligen Gryffindor ein Lächeln, das man normalerweise einem Kind schenkte, das es nicht besser wusste. Ich hatte damit gerechnet, dass sie an dem Guten Ihres Geliebten festhalten würde. Etwas anderes würde sie vermutlich auch nicht ertragen zu glauben. Dennoch hatte ich keine Skrupel ihren Gedanken noch mehr zum Arbeiten zu geben.
    "Bist du dir da so sicher?", hinterfragte ich ihre Aussage mit grabeskalter Stimme. "Würdest du dafür deine Hand ins Feuer legen? Und wenn ja, dann überlege dir bitte genau, wieso du dann hier sein solltest. Meinst du, ich habe den ganzen Tag nichts besseres zu tun, als einer Werwölfen hinterherzulaufen? Ich habe Dutzende von deiner Art und auf einen mehr oder weniger kommt es mir nicht an!" Meine flache Hand schlug auf den Tisch. Das Tintenfass, dass sich darauf befand hüpfte erschrocken ein paar Millimeter in die Luft, kippte jedoch nicht um. "Ich bin nicht darauf angewiesen, mich mit kleinen Gören herumzuschlagen, deren Herzschmerz zum Himmel schreit!", sprach ich ein wenig lauter, nur um mich gleich darauf zurückzulehnen und wieder Ruhe auszustrahlen. Scheinbar gedankenverloren zupfte ich an meinen Ärmel.
    "Weißt du, ich werde von vielen missverstanden.", bemerkte ich dabei noch immer unglaublich beschäftigt mit dem Saum des Ärmels. "Viele denken, dass ich die Freiheit der Magier einschränken möchte. Dabei liegen sie falsch. Ich möchte unsere Freiheiten erweitern. Es gibt viele Missstände in unserer Gesellschaft und manche haben Oafert und du am eigenen Leib erfahren. Was ist eine Gesellschaft schon wert, die Menschen ausgrenzt, weil sie über...besondere Fähigkeiten verfügen? Weshalb können Werwölfe nicht unbehelligt leben?", fragte ich und wandte mich wieder meinem Gast zu. "Vielleicht solltest du dich lieber fragen, warum in meinen Reihen Deinesgleichen einnormales Leben führen können, in dem sie nicht ausgeschlossen oder seltsam angesehen werden, aber ihr euch in deiner ach so zivilisierten Welt mehr oder minder verstecken müsst. Meinst du Oafert hat das gefallen? Im Schatten zu kriechen wie ein Tier? Ich denke, du kennst die Antwort und vielleicht denkst du noch ein zweites Mal darüber nach, weshalb sich dein Quidditchspieler hier wohler fühlen könnte, als unter diesen verlogenen Zauberern und Hexern, die sich menschlich schimpfen." Ja, ich war kein Freund von Muggeln. Das bedeutete aber nicht, dass ich sie gänzlich auslöschen wollte. Sie musste viel eher lernen, wo ihr Platz war. Als Magiebegabte hatten alle Zauberer und Hexen, besonders Reinblüter, den Muggeln eine Menge voraus. Wir waren schlichtweg begabter als der Rest der Welt und es erschien mir ungerecht, dass wir uns verstecken und nicht herrschen sollten. In der Natur stand der Löwe schließlich auch über der Antilope. Wieso also nicht auch hier? Wir waren weniger, ja, aber unsere Unterzahl glichen wir mit unserem magischen Talent locker aus. Mehr und mehr würden sich die Zauberer und Hexen dieser Tatsache bewusst werden, denn ich würde dafür sorgen, dass ihre Gedanken in diese Richtung geleitet werden würden. Doch erst musste die Gesellschaft bereit für meine Wenigkeit sein.
    "Riesen, Vampire, Werwölfe....sie alle haben unter dem Ministerium zu leiden, doch hier haben sie einen Platz gefunden, an dem sie bleiben können."

  • Sasha presste die Lippen zu einem schmalen, fast farblosen Strich aufeinander – und schwieg. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihm ins Wort fallen und auf ihrer Meinung beharren, dass Evander der letzte Zauberer auf dieser Erde wäre, der sich gerade ihm anschließen würde? Einfach nicht mehr hinhören und das trotzige Kind spielen? Darauf bestehen jetzt gehen zu dürfen? Natürlich war sich sicher, dass er log! Es stand ja überhaupt keine andere Option zur Auswahl! Dass Evander...nein. Lachhaft! Und doch schlich sich leiser Zweifel in ihre Gedanken, je mehr Du-weißt-schon-wer sprach; als er schließlich geendet hatte, schluckte sie schwer und senkte den Blick wieder auf den Holzboden. Sie gab es nicht gerne zu aber: irgendwie hatte er recht. Aber irgendwie auch nicht. Unter normalen Zauberern und Hexen war für sie ein normales Leben nicht möglich, weil man sie fürchtete und vor allem der Tagesprophet gegen ihresgleichen aufhetzte, aber andererseits...sie weigerte sich immer noch sich nur als Werwolf zu sehen und die Probleme dieser Rasse zu ihren zu machen. Sie war nicht Alexandra Fields, der Werwolf, sie war Alexandra Fields, die Hexe mit einer Krankheit. Obwohl sie natürlich die gleichen Einschränkungen erfuhr wie jeder andere Werwolf...sie wollte einfach nicht nur das sein. Sie wollte nicht nur eine Werwölfin sein, denn das war sie einfach nicht. Aber ob Evander das genauso sah wie sie? Wenn Du-weißt-schon-wer ihm das gleiche erzählt hatte? Die junge Hexe schluckte noch einmal. Auf einmal war sie sich überhaupt nicht mehr sicher. Er würde nicht damit übereinstimmen, was die Todesser taten, aber...wenn es stimmte, dass Werwölfe hier fast normal sein konnten? Was würde er tun? Was hatte er getan? Und dann gab es noch einen Punkt, den er am Anfang angesprochen hatte: Wieso sollte er ihr hinterher laufen? Sie war nichts besonderes, außer, dass sie an Lykantrophie litt. Sie könnte eine ganz passable Hexe sein, wenn sie sich anstrengen und einmal all das aufholen würde, was sie in den letzten Jahren aus Faulheit verpasst hatte, aber...eben auch nur passabal. Sie war nicht besonders intelligent oder besonders schön oder überhaupt...besonders. Alles, was sie auszeichnete, war das Tier an Vollmond. Und davon hatte er sicherlich genug. Und wenn er doch recht hatte? Wenn er doch die Wahrheit gesagt hatte?
    Sasha presste die Lippen zusammen und erlag fast dem Bedürfnis das Gesicht in den Händen zu verbergen; wahrscheinlich hätte sie es getan, wäre sie nicht dem gefährlichsten schwarzen Magier aller Zeiten gegenübergesessen, denn seine Präsenz schien ihr den Rücken wie mit Fäden aufrecht zu halten. Was wolle sie? Vielleicht sollte sie sich zuerst diese Frage beantworten. Sie wollte keine Anerkennung, sie wollte keinen Ruhm, sie wollte zwar fair behandelt werden, aber das stand nicht an erster Stelle. Was sie wirklich wollte, war Evander. Und hatte er nicht auch gesagt, dass er ihn herbeordern konnte? „K-Kann ich ihn sehen?“ Es hatte allen Mut gebraucht diese Frage zu stellen, doch auch jetzt wirkte sie immer noch schwach und piepsig. Vielleicht konnte er ihr ja sagen, was geschehen war... und eines stand fest: glauben würde sie Du-weißt-schon-wem erst, wenn Evander ihr die Wahrheit von Angesicht zu Angesicht ins Gesicht gesagt hatte. Bis dahin war sie einfach nur...verwirrt.

  • Zweifel überfluteten die Hexe und ließen sie noch kleinr wirken als zuvor. In diesem Moment war es kaum vorstellbar, dass sich hinter dieser scheinbar zerbrechlichen Fassade ein Werwolf verbarg, der über die Kraft verfügte, Menschen in Stücke zu reißen. Blass und wie ein Häufchen Elend starrte mein Gast wieder zu Boden und wog meine Worte gegen ihre Erwartungen von Oafert ab. Ich verbat mir ein Grinsen. Es war nicht immer leicht Zweifel zu sähen, doch wenn es einmal gelang, war es schwer ihn wieder zu beseitigen. Ein perfektes Beispiel hierfür lieferte Smith. Ich hatte an seiner Loyalität lange keine Zweifel, doch seit dem Vorfall vor einigen Monanten, hatte ich begonnen ihm zu misstrauen. Dieses Misstrauen war im Laufe der Zeit noch gewachsen und immer größer geworden, so dass ich nun nicht mehr zweifelte sondern überzeugt davon war, dass der Professor für Verteidgung gegen die Dunklen Künste versuchte, mich zum Narren zu halten. Selbstverständlich hatte ich bereits dafür Sorge getragen, dass er diese niederträchtige Art von Verrat noch bereuen würde - auch wenn er sich dessen noch nicht bewusst war. Dennoch musste, um diese ganze Prozedur einmal in Gang zu bringen, ein Zweifel entstehen und so wie nun bei Fields auch, fing er als kleine Stimme an, die man vorerst als lächerlich abtat, die man aber auch nicht ignorieren konnte, je länger sie existierte. Und so wartete ich geduldig bis mein Gast erneut das Wort erhob. Ihre kleinlaute Stimme zeugte dabei von ihrem Inneren Konflikt.
    "Natürlich.", antwortete ich großzügig, nur um gleich darauf die erkeimende Hoffnung der Hexe einzudämmen. "Aber er ist, wie bereits erwähnt, gerade beschäftigt und ich fürchte, er wird dies auch noch eine ganze Weile sein. Immerhin wird er als Neuankömmling erst einmal alle Hände voll damit zu tun haben, sich den anderen vorzustellen. Du musste wissen, die Gemeinschaft der Werwölfe ist hier sehr groß und sie legen viel Wert darauf, sich zu kennen und aufeinander zu achten." Das war nicht einmal gelogen, auch wenn sich das "aufeinander achten" eher darauf bezog, dass Voldemort erwartete, Meldung erstattet zu bekommen, sollte einer der Werwölfe aus der Reihe tanzen. Dennoch bildeteten sie - genauso wie die Vampire - eine Art Gemeinschaft und als solche mussten sie sich nicht vor den Schikanen des Ministeriums fürchten. Ich hatte mir bereits überlegt, ob ich diese aufheben sollte, aber so wie die Dinge derzeit standen, spielten mir diese Gesetze zur Benachteilgung der Werwölfe eher in die Hände als das sie mir zum Nachteil gereichten. Ich beschloss daher, sie noch ein wenig bestehen zu lassen.
    "Aber wenn dir so viel daran liegt, wird dir Wurmschwanz ein Zimmer zeigen und du kannst dort auf ihn warten.", schlug ich unschuldig vor. Fields war, wie bereits im Vorhinein vermutete, nicht leicht auf meine Seite zu ziehen, denn das Einzige worauf sie reagierte, war Oafert. Sie würde ihm mehr oder weniger folgen, doch dafür musste der ehemalige Quidditchkapitän erst einmal bereit sein, auch voranzugehen. Da ich noch nicht mit ihm gesprochen hatte, gestaltete sich dies jedoch als Schwierig, weshalb nichts anderes übrig blieb, als meinen Gast zu vertrösten und hoffen, dass Palmer möglichst schnell zurückkehrte. Danach würde es ein Leichtes sein, Fields von meiner Sache zu überzeugen, dessen war ich mir sicher.

  • Es blieb nicht bei dem „Natürlich“. Natürlich nicht. Sie hatte sich schon freuen, sich innerlich beglückwünschen wollen, dass sie dieses Gespräch so weit unbeschadet überstanden hatte, doch er sprach weiter. Jetzt Erfolg zu haben wäre wohl auch sowieso zu viel des Guten gewesen. Er gliederte sich also anscheinend schon ein und wurde ein Teil der Werwölfe hier...vorausgesetzt natürlich Du-weißt-schon-wer hatte die Wahrheit gesprochen, was sie nach wie vor bezweifelte. Allerdings war sie mittlerweile nicht mehr ganz so abgeneigt ihm Glauben zu schenken; was wohl vornehmlich daran lag, dass sie selbst sich nicht mehr so ganz sicher war, was sie von ihm halten sollte. Von klein auf war ihr beigebracht worden, wer er war, vor allem ihre Mutter hatte die Angst gegen ihn geschürt, doch...was er sagte, war eben doch wahr, auch, wenn sie sich nach wie vor weigerte sich als Teil dieser Rasse zu sehen. Jedenfalls nur. Auf was er hinauswollte, erkannte sie anfangs allerdings trotzdem nicht – erst, als er es aussprach, weiteten sich ihre Augen, während sie den Blick weiterhin gesenkt hielt und sie schluckte. Ihre Hände, die sie in ihre Oberschenkel gekrallt hatte, fingen an zu zittern. „Aber wenn dir so viel daran liegt, wird dir Wurmschwanz ein Zimmer zeigen und du kannst dort auf ihn warten.“ Wie freundlich dieser Satz klang...als würde er es bedauern ihr ihren Wunsch nicht erfüllen zu können und als würde er alles tun wollen, um sie ihn sehen zu lassen. Ihr sogar ein Zimmer anbieten, in dem sie bleiben konnte, bis er zurückkehrte. Und auch, wenn Evander der einzige Grund war, weshalb sie überhaupt gekommen war, zögerte sie. Das konnte eine Falle sein. Er konnte sie einsperren wollen...aber warum? Das würde all dem widersprechen, was er ihr gerade erzählt hatte...aber er war ein Lügner! Und wenn er gelogen hatte und Evander gar nicht auf seiner Seite stand? Aber wieso sollte gerade sie hier festgehalten werden? Sie war – wie gesagt – nichts Besonderes und hatte auch keine Kontakte in irgendwelche höheren Etagen, die Du-weißt-schon-wem möglicherweise von Nutzen sein konnten. Die einzigen Wege ins Ministerium über sie gingen über ihre Mutter und über Oscar und – Sasha hielt in ihren Überlegungen inne. Oscar und Alice. Sie hatte weder Bescheid gesagt, wohin sie ging, noch, dass sie überhaupt weg war und falls Alice – vor allem Alice – ihre Abwesenheit schon bemerkt hatte, würde sie sich unglaubliche Sorgen machen. Und wie würde sie erst reagieren, wenn sie auf einmal gar nicht erst zurückkehrte? Aber...Evander!
    Sasha befand sich in einem riesigen Dilemma. Wenn sie zu den Oaferts zurückkehrte, würde sie vielleicht die Chance verpassen Evander zu sehen...aber wenn sie blieb, lieferte sie sich unzähligen Gefahren aus und tat schon wieder das, was sie sich geschworen hatte nie wieder zu tun: jemanden verraten. In diesem Falle das Vertrauen, das Alice Oafert in die gesteckt hatte. Was sollte sie tun? Fast schon hilfesuchend streifte der Blick der ehemaligen Gryffindor kurz das kahle, bleiche Gesicht des Mannes ihr gegenüber, doch sagen tat sie nichts. Ebenso wenig wie darum zu bitten Bescheid gesagt zu bekommen, wenn Evander wieder da sein sollte – sie hatte sich schon so viel herausgenommen heute und wollte niemanden provozieren. Bleiben oder gehen? „D-Darf ich noch jemandem Bescheid s-sagen?“, bat sie schlussendlich und presste die Lippen kurz ängstlich aufeinander. „U-Und Sachen holen?“ Eindeutig: Sasha hatte ihre Prioritäten gesetzt. Und das schon vor langer Zeit. Sie durfte einfach nichts unversucht lassen.

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