[Anwesen der Riddles] Die Stube

  • Langeweile. Warten. Langeweile aufgrund des Wartens. Ich seufzte und stützte mein Kinn mit meiner rechten Hand ab. Mein Plan war perfekt, so perfekt, dass er mir selbst beinahe unheimlich war - besonders, wenn ich mir ansah, wie glatt alles zu laufen schien. Glendale, mein neuer Untertan im Ministerium, leistete annehmbare Arbeit und Snape hatte nun endlich die Kontrolle über Hogwarts inne. Langsam aber sicher würde sich so die Schlinge um Harrys Hals zuziehen und irgendwann würde mir dieses nervige Subjekt nicht mehr entkommen können! Ja, alles lief nach Plan. Gelangweilt, war ich trotzdem, denn im Moment konnte ich nichts anderes tun, als auf den richtigen Augenblick zu warten - und dieser lag noch in einer fernen Zukunft. Schließlich wollte ich doch, dass alles perfekt war, wenn der kleine Potter mir in die Augen sah und seinen letzten Atemzug hauchte. Oh welch' Freude würde dies werden! Ich sollte mir überlegen, diesen Tag zu einem nationalen Feiertag zu erheben. Glendale hätte bestimmt nichts dagegen. Wir würden es "Plotter-Day" nennen...oder so ähnlich. Aber was rede ich da?
    Erzürnt raste meine Faust auf die Armlehne des bequemen Stuhls. Wo sind meine Gedanken nur schon wieder? Es kann doch nicht sein, dass ich, Lord Voldemort, meine Zeit hier verbringe und mir Gedanken über derart lächerliche und unwichtige Dinge mache! Es muss etwas geschehen!
    "Wurmschwanz!", herrschte ich nach dem kümmerlichen Zauberer, der sich mein Diener schimpfte. "Wurmschwanz! Sofort!" Die Tür der Stube knarrte und Wurmschwanz steckte seine hässliche Visage durch den Spalt.
    "J-ja, mein Meister?", brachte die misratene Ratte zustande und wagte es dabei nicht einmal mich anzusehen. Ich seufzte genervt. Ich musste nur die unterwürfige, gekrümmte Körperhaltung dieses Nichtsnutzes sehen und mir juckte es in den Fingern, zu meinem Zauberstab zu greifen und dieses unwürdige Subjekt vom Antlitz unserer schönen Zauberwelt zu dienen. Eines Tages würde ich diesem verlockenden Impuls vielleicht sogar nachgeben, doch heute musste ich Wurmschwanz ausschicken um die Besten der Besten zu finden, denn, wie immer wenn ich gelangweilt bin, hatte sich so eben eine geniale Idee in meinem Kopf festgesetzt und schrie nach einer Umsetzung.
    "Ich will dass du losziehst und mir die skrupellosesten und geschicktesten Zauberer, die bereit sind für meine Sache zu sterben, holst. Ich möchte ein wenig Spaß haben.", befahl ich meinem Diener, der es doch tatsächlich wagte, einen Seitenblick auf mich zu riskieren. Ich schnaubte. Offensichtlich hatte Wurmschwanz mal wieder nichts begriffen. Zeit ihn ein wenig tanzen zu lassen.
    "M-mein Herr? Was soll...i-ich ihnen sagen? Welche Prüfung?" Grün wie die Farbe des ehrbaren Hauses Slytherins schoss der Strahl aus meinem provisorischen Zauberstab und schlug neben Wurmschwanz im Türstock ein. Dieser zuckte zusammen und starrte ungläubig auf das Loch, dass sich nur wenige Zentimter seines Kopfes in die Wand gebohrt hatte. Ich hatte verfehlt - absichtlich natürlich.
    "Ein Wettbewerb, Wurmschwanz!", herrschte ich ihn an und stand auf um in der Stube vor dem Kaminfeuer auf und ab zu schreiten. "Ich will eine Elite-Truppe zusammenstellen. Lucius erweist sich mehr und mehr als unfähig und der Rest scheint sowieso nur plump durch London zu laufen und wahllos Muggel abzuschlachten. Das ist so langweilig!", brauste ich auf und warf meine Hände in die Luft um die missliche Lage zu verdeutlichen. "Ich habe so viel mehr verdient, als diese herkömmlichen Speichellecker."
    "Natürlich habt ihr das, mein Herr. Natürlich!" Meine Finger schlossen sich erneut um meinen Zauberstab, doch ich sprach weiter, anstatt Wurmschwanz für seine Existenz zu bestrafen. Irgendjemand musste schließlich dafür sorgen, dass der Intelligenzquotient dieses Zimmers nicht noch weiter ins Bodenlose fiel.
    "Ziehe aus und suche mir die geeigneten Leute! Sage ihnen, dass Lord Voldemort sie schickt, um in der neuen Welt ganz weit aufzusteigen!"
    "I-in Ordnung, Herr."
    "SOFORT!" Wurmschwanz überschlug sich beinahe als er kehrt machte und aus dem Haus stürmte. Ich hörte ihn sogar stolpern und auf den Boden fallen, während ich mich wieder in meinen bequemen Stuhl niederließ und ins Kaminfeuer starrte. Ich wusste schon, was ich mit dieser Elite-Truppe vor hatte. Oh, sie würden ganz oben stehen, wenn ich über Potter triumphieren würde! Aber zuerst...mussten sie überleben!

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    Ungeduldig trommelte ich mit meinen Fingern auf die rechte Armlehne meines Sessels. Drei Tage war es nun schon her, dass ich Wurmschwanz ausgeschickt habe, um die Besten der Besten zu finden und noch immer habe ich keine Nachricht über seinen Erfolg oder - was angesichts der Tatsache, dass es sich bei meinem Boten um diese missratene Kreatur handelt, vermutlich wahrscheinlicher war - Misserfolg erhalten. Ich war davon ausgegangen, dass sich die feinen Herrschaften, sollte Wurmschwanz sie gefunden haben, bereits längst hier eingetroffen wären, aber ich hatte mich wohl geirrt. Drei Tage. Drei Tage wartend! Niemand ließ mich warten, niemand! Sollten diese jämmerlichen Nichtsnutze doch noch hier auftauchen, werden sie ein Donnerwetter erleben! Schließlich hätten sie sich gleich nach Erhalt von Wurmschwanz' Nachricht überschlagen müssen, um möglichst schnell hierher zu kommen, doch offenbar waren sie sich nicht bewusst, welche ehre ihnen zu teil werden würde. Ich schnaubte verärgert. Musste man auf dieser Welt etwa inzwischen alles selbst machen, wenn man wollte, dass etwas funktionierte? Auf nichts und niemanden konnte man sich mehr verlassen.
    "Nagini!", zischte ich durch die Stube und unterbrach dabei das rhythmische Trommeln meiner Finger auf die Sessellehne. Ein wohlklingendes Zischen folgte als Antwort und Nagini, mein Ein und Alles, schlängelte sich durch die Tür zu mir herein um ihren Platz auf meiner Schulter einzunehmen. "Wurmschwanz ist nun schon drei Tage Ort und ich habe weder Nachricht erhalten, noch ist einer der Dummköpfe, die er engagieren wollte, hier aufgetaucht.", raunte ich ihr zu und strich ihr dabei über ihren schuppigen, edlen Kopf. "Ich will, dass du ihn findest und mir berichtest, was dieser Nichtsnutz die ganze Zeit treibst. Mach ihm deutlich, dass ich nicht gewillt bin, noch drei Tage zu warten!"

  • //eine Folge von: Abteilung für magische Strafverfolgung (2. Stock)


    Da stand er nun. Das gemächliche Ticken einer Standuhr erklang aus einem Seitengang, begleitete das unnatürlich starke Hüpfen seines Herzens und durchriss die unheilvolle Stille. Lafayette hob die rechte Hand und legte sie sich regelrecht prüfend auf die Brust. Seine Brauen zuckten kurz, doch bis auf ein leises „Hm.“ ließ er sich rein gar nichts anmerken. Seine Miene war ebenso entspannt, ebenso ausdruckslos wie sie es allermeistens war, ganz gleich was gerade in seinem Kopf vor sich ging. Beachtlich war es allerdings schon, dass sein Puls einen derartigen Aufstand schob. Es schien so, als ob alles in seinem Unterbewusstsein dagegen ankämpfte gleich den Raum zu betreten, die Vernunft, auf die er doch sonst so viel Wert legte schien ihm entgegen zu schreien Tu das nicht!, doch er hörte nicht. Er verspürte keine wirkliche Angst, kein echtes Bedürfnis umzudrehen und doch wusste er, dass es nicht unbedingt das Richtige war, was er gerade tat. Aber er hatte seine Entscheidung gefällt, war dem Ruf gefolgt und musste nun damit Leben - oder eben Sterben - was folgen würde.
    Die Minuten der Stille zogen sich nahezu wie eine Ewigkeit dahin und gepackt von einer gewissen Ungeduld begann der perfektionistische Magier an den Manschettenknöpfen seiner Ärmel herum zu zupfen. Nein! Er musste aufhören zu überlegen, was man von ihm wollen, eventuell verlangen könnte. Immerhin war er zwar wohl bekannt in gewissen Kreisen, aber dennoch niemand, der viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Er war kein Menschenfreund, hielt sich den Massen eher fern und verschanzte sich hinter, gab allerdings doch immer Acht darauf nicht vergessen zu werden. Das durfte man nicht, wenn man darauf hinarbeitete eines Tages auf die ein oder andere Weise im Zauberergamot zu sitzen. Was also, war an ihm eventuell interessant für den Dunklen Lord? Kaum hatte er sich den Gedanken verinnerlicht, dass er mit den Mutmaßungen aufhören musste, stahlen sie sich erneut in seinen Kopf. Der Auftritt dieses kleinen, hässlichen Lakaien am Vortag spukte ihm immer noch wie frisch erlebt in den Erinnerungen herum, allerdings nur weil er auch noch im Nachhinein jedes Muskelzucken versuchte zu analysieren. Viele Informationen hatte er ja nicht bekommen, lediglich, dass er noch gebeten werde sich in Little Hangleton einzufinden. Einem ungewöhnlichen Ort mochte man meinen, erst recht weil diese herunter gekommene Villa mitten in einem armseligen Muggeldorf nicht nach dem fabulösen Versteck aussah, das er sich ausgemalt hatte. Nichtsdestotrotz: auf eine Art tatsächlich passend. Düster, schmucklos, verheißungsvoll und drohend. War das nicht das was man mit Lord Voldemort und seinen Schergen in Verbindung brachte?
    Er selbst war während der großen Ära des Dunklen Lords keiner seiner direkten Anhänger gewesen, allenfalls ein junger Bewunderer, ein Mitläufer, der mit großen Augen beobachtet hatte, was ein Mann alles erschaffen, alles erreichen konnte, wo er selbst doch nur ein kleines Feuerchen an den Anfängen einer Existenz war, nicht bedeutend genug um von Nutzen zu sein. Zwar hatte er schon damals Kontakte zu Todessern gepflegt, gelegentlich unauffällig Informationen beschafft und nach dem Fall verschwinden lassen, aber näher am Geschehen dabei gewesen, das war er nie. Er war ohnehin niemand, der sich gerne die Finger schmutzig machte. Er arbeitete lieber im Verborgenen mit Pergament und Feder oder Zunge und Verstand. So mutmaßte er auch, dass es bei dieser Sache wohl um Geheimnisse ging, die er für andere – unter anderem einige Ministeriumsmitglieder – verwahrte. Hoffentlich war dem – wer immer auch nun auf ihn warten mochte – klar, dass er alles ausplaudern würde, sollte man die richtigen Argumente bringen. Egal für wie vertrauensvoll und seriös ihn die Magische Welt auch halten mochte, seinen Kopf würde er für nichts und niemanden hinhalten, wenn der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-durfte tatsächlich einen Zauberstab auf ihn richten würde. Er hatte längst gesehen, was dessen macht ausrichten konnte und er wollte sie für kein Geld, keine Ehre der Welt auf sich gerichtet wissen.
    Lafayette konnte nicht leugnen, dass ihm bei diesem Gedanke doch zunehmend unwohl wurde, weshalb er die Ärmel seines Jacketts erneut malträtierte. Wäre es nicht vielleicht doch klüger gewesen, jemanden von seinem Vorhaben in Kenntnis zu setzten? Mitwisser waren zwar immer ein Risiko, aber... Er schnaufte. Nein. Jemand, der wusste wo er abgeblieben war, sollte er nie wieder auftauchen, würde ihm jetzt auch nicht mehr weiter helfen. Nichts würde ihm jetzt wahrscheinlich weiter helfen, wo sein Schicksal auf eine seltsame Art doch längst besiegelt war. Wie aufregend. Lafayettes Mundwinkel zuckten kurz im Anflug einer makabren Vorfreude. Endlich passierte etwas in der Zaubererwelt. Es roch bereits förmlich überall nach Umbruch. Der Geruch von Chaos und Unsicherheit, wenn auch gerade eher überlagert von dem Muff nach einem feuchten Kaminfeuer und uralten Mottenkugeln...

  • Es war schließlich das Knarren eines Dielenbrettes, das meine endlos scheindede Warterei beendete. Alarmiert blickte ich auf, doch da mir der Anblick von Wurmschwanz grässlichem Gesicht erspart blieb und weder Malfoy in seiner untertänigen ängsitgen Haltung eintrat, noch Bellatrix zur Tür hereinschwebte, geprägt von dem ihr eigenen Optimismus, musste es sich um einen neuen Gast handeln. Endlich! Nagini schien ganze Arbeit geleistet zu haben, wenn nur einen Tag nach ihrem Entsenden der erste Freiwillige meinem Ruf gefolgt war. Wieder einmal, so musste ich kühn feststellen, war es nur eine Frage der Motivation meines armseligen Dieners gewesen und so wie es aussah hatte mein Ein und Alles, Nagini, diesen mickrigen Zauberer ausreichend zur Eile angetrieben. Der Erste war nun hier, beendete mein Warten und brachte einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen würde. Oh, Cromwell und seine kleinen Möchtegern-Kämpfer würden eine Hand voll zu tun bekommen, wenn ich diese Truppe erst auf London los ließ. Doch halt, nicht so schnell! Erst einmal musste ich diese Truppe formen und da sie vermutlich nur halb so intelligent und begabt, wie ich selbst war, könnte dies noch ein wenig dauern. Es hieß daher keine Zeit zu verlieren.
    "Tritt ein oder verschwinde!", herrschte ich daher die Person hinter der angelehnten Stubentür an und richtete mich auf meinem Stuhl auf, um dem Neuankömmling angemessen begrüßen zu können. Mit meinen Worten hatte ich ihm die Wahl gelassen, noch eimmal kehrt zu machen und sich in dieser Welt zu verstecken, bis ich ihn eines Tages finden würde. Das war fair, wie ich fand. Man könnte sogar meinen edelmütig. Dumbldore hätte dies bestimmt gefallen, wenn er hier wäre, anstatt sich irgendwo in den Bergen zu verkriechen und sich in seinem Selbstmitleid zu baden, weil er den armen kleinen Harry derart in Gefahr brachte. Was für ein alter Narr! Kein Wunder, dass die halbe Schülerschaft auf Hogwarts dem Wahnsinn verfällt, so sehr, wie Dumbledore sie in Watte gepackt hatte. Pah! Dieser Schwachkopf! Eine starke Gesellschaft braucht starke, junge Zauberer und diese müssen früh lernen, dass Schwäche keinen Platz in unserer neuen Gesellschaft hat und daher ausgemerzt werden muss! Zum Glück hat Snape nun das Ruder übernommen, auch wenn ich mich manchmal frage, ob er nicht auch eine Dosis von Dumbledores Weichspüler abbekommen hat, so wie er manchmal spricht. Es war beinahe schon tragisch, doch mit Hilfe meines neuen Plans würde ich auch das wieder in Ordnung bekommen. Das Haus Slytherin scheint einige vielversprechende Nachwuchstalente zu fördern, stark im Herzen und unerbittlich im Willen. Sie wären perfekt für die neue Welt, die Glendale und Dolores nun schafften. Harry würde in diesem feindlichen Klima nicht lange überleben. Sein Geist würde zerbrechen, wenn sich die Welt gegen ihn wenden würde, denn auf so etwas hat ihn Dumbledore nie vorbereitet, hat er doch immer nur versucht Harry vor allen Gefahren zu schützen, anstatt ihn daran zu stärken. Mir sollte es nur Recht sein. Umso leichter würde es sein, diesem kleinen Bastard das Leben auszubrennen. Ah, welch' hübscher Gedanke! Doch dazu später mehr. Nun werde ich mich erst einmal meinem Gast widmen und
    so starrte ich mit hungrigen Augen auf die Tür und wartete ab, ob der Mann oder die Frau dahinter den Mut haben würde, einzutreten.
    "Ich warte.", knurrte ich ungehalten um meinen neuen Rekruten einen Schubs in die richtige Richtung zu geben und bebachtete weiter mit Argusaugen die Tür. Wer würde wohl kommen? Hoffentlich hatte Wurmschwanz, dieser nichtsnutzige Idiot, keinen halben Muggel zu mir geschickt. Ich war gerade nicht in der Stimmung mich mit dem Abschaum dieser Welt zu beschäftigen, sondern war eher dazu geneigt, mich mit einem Zauberer oder einer Hexe reinen Blutes und klaren Verstandes zu unterhalten. Zeit zu morden, gab es später immer noch genug, wie ich zähnebleckend und zufrieden in diesem Moment gedanklich feststellte.

  • Das Blut gefror in Lafayettes Adern, als ein herrisches Zischen hinter der Tür hervor klang. Jetzt war es soweit... Was für eine verheißungsvolle Macht alleine in dieser Stimme steckte! Der Zauberer versuchte sich zu sammeln, gefasst zu erscheinen und doch bemerkte er das fahrige Zittern seiner Fingerspitzen, als er den Arm hob und die Hand vorsichtig auf die Türklinke legte. Es schien so, als hätte er sich nicht selbst täuschen können. Er war aufgewühlt. Die Todesgefahr in die er sich mit diesem Besuch begab, hatte seine stoische Ruhe zum ersten Mal seit einer ganzen Weile unterbrochen. Für den Bruchteil einer Sekunde, den Moment bevor er die Tür endgültig und besiegelnd aufschlug, wurde das Zucken seiner Mundwinkel zu einem bübischen Schmunzeln. In der Tat... das hier war schon mehr als nur aufregend. Es war regelrecht anregend.
    Die Scharniere der alten Holztür quietschten jammervoll, als sie nach einem kurzen Anstoß Lafayetts aufschwang und das Innere der Stube preisgab. Aufmerksam wie zwei Scheinwerfer tasteten sich die Augen des Anwalts durch den Raum, schienen alles zu scannen, alles aufnehmen zu wollen, als könnte ihm jeder Gegenstand alleine durch einen prüfenden Blick eine Geschichte erzählen. Auf seinen Zauberstab konnte er sich hier nun nicht mehr verlassen, zu klar war es ihm, dass nicht lange gegen den bestehen würde, der hier tatsächlich auf ihn zu warten schien. Es blieb ihm nur sein Wissen als Schutzschild, sein Verstand als Waffe um einige Dinge vielleicht vorauszuahnen. Der Raum war düster, nach seinem Geschmack nicht sonderlich wohnlich und kein Kaminfeuer Englands würde es wohl vermögen Licht und behagliche Wärme herein zu bringen. Nicht viel besucht, wie er schnell feststellte, als sein Augenmerk kurz in die Ecken des Raumes huschte, wo durch vereinzelte Spuren den Staub der Jahre auflockerten. Schon ewig alt. Seine Nasenflügel kräuselten sich in einem Anflug von Unmut, als er sich darüber ärgerte selbst nicht ausreichend recherchiert zu haben. Schließlich ging nichts über angemessene Vorbereitung und die hatte doch in der Tat vor... gespannter Aufregung vernachlässigt. Nun endlich traf sein Blick auf den schwarzen Saum eines Umhangs und so sehr er es sich auch vorgenommen hatte die Ruhe selbst zu sein: der Atem stockte ihm und er musste hart schlucken. Kurz folgte er dem Drang seinen Blick zu heben, den Mann, der sich England zu Füßen legen wollte zu mustern, doch dann erstarrte er ganz von selbst, und ballte die zitternden Finger. Wenn es etwas gab, das er jetzt nicht durfte, dann war es respektlos sein!
    Der Dunkelhaarige räusperte sich belegt und deutete stattdessen den Hauch einer ehrfürchtigen Verneigung an, noch bevor die Tür wieder ins Schloss fallen konnte. „Mein Lord.“, hauchte er einigermaßen gefestigt und seine Brauen zuckten kurz. „Ich bin dem- eurem Ruf gefolgt und bereit mich... in eure Dienste zu stellen.“ Das Herz schlug ihm nun regelrecht bis zum Hals. Wahrscheinlich war Angst das einzig vernünftige, was er gerade haben konnte und doch konnte er sie längst nicht nachvollziehen. Er legte die Karten auf den Tisch, wollte den Dunklen Lord nicht glauben lassen, dass es Informationen gab, die er zurückhalten wollte, er zögerte nicht, ihm war nichts teuer, er war lediglich ein von der Welt gelangweilter und enttäuschter Phlegmatiker. Wie kam es nur, dass er sich auf eine Front gesellte und das Kalkül schweigen ließ? Was man nicht alles tut... für das Leben.

  • Als die Tür knarrend aufging und der neue Anwärter endlich seinen Mut fand, einzutreten, war für mich ein halbes Jahrzehnt vergangen. Ungeduld blitzte in meinen Augen auf, verflog jedoch, als sich Lafayette erkannte. Hemlock Romeo Lafayette, seines Zeichens Geheimniswahrer, Anwalt und soweit ich wusste auch ein recht guter Bekannter von meinem neuen alten "John Smith" in Hogwarts. Außerdem war mir zu Ohren gekommen, dass er der offizielle Vormund von Saunders war, einer vielversprechneden Slytherin mit einem kleinen Aggressionsproblem, was wohl mit ihren besonderen Umstand zu tun hatte. Ja, mir entging nur weniges, was auf dieser Welt geschah und das war auch gut so, schließlich konnte man Endland nicht unterwerfen, wenn man nicht einen gewissen Intellekt vorweisen konnte - etwas, was mir viele aus Dumbledores Reihe nicht zugestanden und genau diese Unterschätzung wird ihr Untergang sein. Doch zurück zu meinem Gast. Hemlock Romeo Lafayette. Ein guter Mann, jemand, der auch seinen Mund halten kann, wenn es darauf ankam - so sagte man zumindest. Seine Methoden waren weitaus diffizieler als jener manche Schlächter, die sich meine Anhänger schimpften. Überhaupt fehlte es vielen an einem gewissen Maß an Niveau, doch mit Lafayette in meiner Truppe könnte sich dies ändern - falls er sich denn als würdig erwies. Ich war nicht so blind genug, einfach jemanden in meine Reihen aufzunehmen ohne sie vorher zu testen. Schließlich war ein guter Ruf keine Freikarte und da Lafayette aus Ravenclaw kam, verlangt es wohl nach einer genaueren Überprüfung. Ich räusperte mich.
    "Hemlock Romeo Lafayette.", begrüßte ich den Neuankömmling mit einer samtweichen Stimme, die wohl kein Wässerchen hätte trüben können. "Es freut mich, dass Sie es geschafft haben, meiner Einladung zu folgen. Setzen!" Das letzte Wort war mit Schärfe und Nachdruck gesprochen und wurde von einem Schwung meines Zauberstabds begleitet, der dafür sorgte, dass ein alter Holzstuhl aus dem Nebenraum angeflogen kam und sich vor Lafayette stellte. Ich meinerseits blieb noch eine Weile stehen und blickte auf meinen Gegenüber herab, während ich mir überlegte, wie man die Fähigkeiten des Zauberers vor mir am besten einsetzen konnte.
    "Wie Sie bestimmt wissen, bin ich auf der Suche nach fähigen Leuten, die sich in den Dienst meiner Sache stellen.", erklärte ich und spielte dabei mit meinem Zauberstab, während ich kurz gedankenverloren zur Decke blickte, als würde ich meinen Plan genau erfassen können. Das dies alles nur Show war, musste Lafayette nicht unbedingt wissen. Schließlich hatte auch ich ienne Ruf zu wahren und so stellte ich sicher, dass mein Neuankömmling mit einer gehörigen Portion von Respektsforderung gefüttert wurde, bevor ich mich gnädigerweise in meinen Lehnstuhl setzte.
    "Das Problem ist nur, dass bei all jenen, die noch kommen werden, ich bestimmt nicht Verwendung für alle haben werde. Was denken Sie also, wird Sie von den anderen abheben? Ihre Verschwiegenheit vielleicht? Ihre Dienste für unseren Smith?" Die Art und Weise, wie ich den Namen des Mannes in Hogwarts aussprach, machten deutlich, dass es meine Idee war, ihn nach Hogwarts zu bringen um Severus ein wenig zu untertsützen und ein Auge auf alles zu haben, was Snape nicht sah. Mit einem bösen Grinsen auf den trockenen Lippen lehnte ich mich zurück. "Was macht Sie besonders, Lafayette?"

  • Der Klang seines Namens in einem fast schon bedrohlich sanftem Hauch, der so gar nicht zu der beklemmenden Atmosphäre passen wollte, ließ dem stillen Magier ein Schauer in den Nacken fahren und nur kurz wagte er sich die Augen hochzuschlagen und in das verzerrte Antiltz eines Menschen zu richten, dessen Augen ganz und gar auf ihn gerichtet waren. Der kalte, berechnende Blick des berühmtesten Schwarzmagiers dieser Zeit war jedoch nur etwas weiteres, was ihm die feinen Härchen auf den Armen zu Berge stehen ließ und eher unwillkürlich verweilte sein Blick etwas länger als gewollt. Doch wem, der dem Dunklen Lord noch nie zuvor gegenüber gestanden hatte, konnte man ein solches Verhalten verdenken? Es war sicher unstrittig, dass dieses Auftreten jeden beeindrucken musste, sogar jemand oft so lethargisches wie Hemlock Lafayette. Dass hinter diesem Gesicht, diesen unwirklichen Zügen ein ganz normaler Mensch stecken sollte? Nein, das konnte wohl niemand glauben. Die Seelenlosigkeit, die blanke Gefahr schien einem ja schier entgegen zu blitzen, weswegen Lafayettes Blick wieder zurück zu dem schwarzen Saum und schließlich zu dem angebotenen Holzstuhl zurückkehren konnte, ehe er Gefahr lief sich zu unkultiviertem Starren ob der Absonderlichkeit und der Mystifikation hinreißen zu lassen.
    Seine schlanken Finger glitten über das dunkle Holz, um deren ehrfürchtiges - wohl eher furchtsames - Zittern so ein wenig zu beruhigen, ehe er sich betont langsam auf dem Stuhl niedersinken ließ und augenblicklich danach die Hände über der Tischkante faltete. Schweigend lauschte er den kurzen Aufführungen, deutete ein bedachtes Nicken an und musste sich mühen nicht die Luft anzuhalten, so sehr glaubte er, dass jeder noch so kleine Laut zu viel sein konnte. Nahm man nur die theoretischen Worte, die gesprochen wurden, so hatte das hier alles von einem gewöhnlichen Vorstellungsgespräch. Man wollte Wissen, was ihn ausmachte, warum er es wert war beachtet - und nicht eliminiert - zu werden, was ihn aus der Masse hob… doch leider konnte man hier nicht so antworten, wie man es sonst tat: Glänzende Abschlüsse in jeder Hinsicht, früher einmal Schulsprecher, reputierte Familie, ein lupenreiner Ruf. War das das, was ein Todesser brauchte? Vielleicht nicht, aber dennoch schien es trotzdem genau das Bisschen zu sein, das ihn ausmachte.
    Mein Herr…“, begann er sachte, den Blick starr auf seine Hände gerichtet. „Man vertraut mir.“ Sehr dezent hoben sich Lafayettes Brauen und ebenso das Augenmerk, das sich nun tatsächlich auf seinen undurchsichtigen Gesprächspartner richtete. Der Anwalt gehörte zu diesen perfekten, kleinen Leuten aus dem Ministerium, zurückhaltend, stilvoll, vertrauenserweckend. Der mustergültige Ravenclawabsolvent, ein Langweiler, lediglich sympathisch durch die schweren Wolken der Melancholie, die ihn stets umgaben. Was sollte er schon für einen Hintergedanken haben, warum dem schwermütigen Witwer nicht vertrauen.? Hemlock wusste, dass eben dies viele von ihm dachten, dass es vielleicht sogar im Ansatz stimmte, aber es definitiv wert war ausgenutzt zu werden. „Ich weiß, die Todesser haben Mittel und Wege die Informationen, die sie begehren, zu beschaffen, aber, hm… wenn ich das - mit Verlaub - sagen darf: meistens nicht besonders prunklos. Ich dagegen bin eher diskret. Ich verwahre die Geheimnisse ganzer Abteilungen oder habe die Geheimniswahrer vermittelt, es… gibt kaum etwas, das sich mir verschließt, keine Akte die ich nicht fälschen könnte.“ Die Mundwinkel des Schwarzhaarigen zuckten kurz und seine Pupillen huschten in einem Anflug von Unsicherheit über die Züge seines Gegenübers. War es das, was er hören wollte? Normalerweise verschloss sich kaum eine Regung seinen Adleraugen, Menschen wurden von ihm analysiert und durchschaut wie eine Statistik oder ein Gutachten, doch hier…? All seine Fähigkeiten auf die er sich stets etwas eingebildet hatten, stießen an ihre Grenzen. Das hier war Neuland, eine Situation, die er nicht beurteilen konnte und gerade dieser Umstand hätte ihn doch um ein Haar glatt ein Schmunzeln entlockt. Es stimmte wohl tatsächlich, dass man sich nur im Angesicht des Todes oder drohender Gefahr wirklich lebendig fühlte. Und wenn die Anwesenheit von Lord Voldemort nicht genau das verhieß, was dann? „Ich weiß, wo man die Schwachstellen, der Getreuen des Ministeriums, diese Muggelliebhaber findet. Mich verbindet nichts mit ihnen. Einige aber mehr als ihnen lieb ist mit mir.“ Lafayettes Nasenflügel erbebten und seine Lippen spitzten sich, als er die Bezeichnung für diese Untermenschen aussprach. Vor einigen Jahren, ganz besonders in seiner Schulzeit mochte er ja noch neutral gewesen sein, eine Frau geheiratet haben, die verrückt nach nicht magischem Gesocks und deren Firlefanz gewesen war, doch wo hatte ihn und sie das hingebracht? Nirgendwo. Allenfalls ins Grab und in die Stille.
    Das war vielleicht nach dem Drang nach Leben oder Flucht Lafayettes zweiter Antrieb diesen Pfad hier einzuschlagen: seine Abneigung gegen Muggel. Er ließ es in der Öffentlichkeit nicht heraushängen und doch brauchte man ihn nach dieser Sache nicht zu fragen. Unzivilisiertes, schmutziges Pack und zu allem Überdruss der Grund dafür, warum seine Frau nicht mehr lebte. Ja… ein wenig mehr Konservatismus würde dem Ministerium sicher keinen Abbruch tun. Es wurde schon lange Zeit, dass die Hexen und Zauberer wieder demonstrierten, wer mehr wert war.

  • Wartende Menschen hatten so viel Zeit - bei wartenden Zauberern war das nicht anders und da auch ich in den Genuss dieser ewigen Warterei auf den einen Moment gekommen war, hatte auch ich mir eine Beschäftigung gesucht, die es zu perfektionieren galt. Ohne mich selbst zu loben - was selbstverständlich Lafayettes Unsicherheit zwischen seinen Worten zu spüren. Sie schwebte förmlich durch den Raum und blieb an dem spärlichen Mobiliar hängen um langsam und zähflüssig zu Boden zu gleiten. Doch trotz dieser Unsicherheit war die Stimme Lafayettes klar und fest und zeugte von seinen Qualitäten. Er sprach von anderen Wegen, von eleganteren Wegen sich die Zeit zu vertreiben und diese Aussicht erschien mir durchaus reizvoll. Dennoch würde es die "weniger prunkvolle Art", wie Lafayette es so schön ausgedrückt hatte, nicht ersetzen, denn Eleganz und Stil erzeugten keine Furcht und Furcht war essentiell für meine Pläne. Nur wenn genug Furcht gesät wurde, würden die Menschen von ganz alleine auf den Pfaden wandeln, die ich ihnen vorgebe. Furcht vor Muggeln, Furcht vor ihrer Überzahl, Furcht vor Unreinheit. All das führt automatisch zu einer Abwehrreaktion, die ich nur zu unterstützen brauchte. Ein deutliches Zeichen, dass alles in die richtige Richtung ging, war die Ministerwahl, bei der Glendale mit seinen konservativen Werten eindeutig den Sieg davongetragen hatte - und dies war erst der Anfang. Ich werde weiterhin dafür Sorge tragen, dass alles so kommt, wie ich es mir wünsche. Der Tagesprophet ist bereits damit beschäftigt Potter zu diskredieren und demnächst könnte ich mir durchaus vorstellen, ihm eine leicht muggelfeindliche Richtung vorzugeben, so dass sich die aufkommenden Gedanken in die Herzen der Zauberer und Hexen wie ein Geschwür festsetzen und wenn es dann so weit ist, werden sie mich von selbst darum bitten, ihnen bei ihrer Muggelplage zu helfen. Ach, was für ein Spaß! Doch zurück zu meinem Gast. Er hatte seine Worte klug gewählt, was bedeutete, dass er nicht auf den Kopf gefallen war. Selbstverständlich ging man bei einem Schüler aus dem Haus mit dem Rabenvieh davon aus, dass er einiges an Wissen angehäuft hatte, doch dies machte sie noch lange nicht zu intelligenten oder gar schlauen Individuen. Aus einem Buch auswendig lernen konnte schließlich jeder, doch dafür zu sorgen, dass man das Buch gar nicht erst aufschlagen musste um eine gute Note zu erhalten, nur wenige. Lafayette schien also durchaus geeignet für meine Sache, doch dies war mir schon klar gewesen, bevor ich Wurmschanz überhaupt entsendet hatte. Doch da wir noch ein wenig Zeit hatten, bis der Rest dieser faulen Möchtegern-Diener eintraf und ich nicht die Muse verspürte, mich wieder meinen genialen Gedanken bezüglich Potters Tod hinzugeben, war es Zeit sich ein wenig näher mit meinem Gegenüber zu beschäftigen. Seine Worte ließ ich dabei unkommentiert. Stattdessen seufzte ich undefinierbar und zeigte mit meinem Zauberstab auf Lafayette.
    "Erzählen Sie mir von Ihrer Frau.", zuckersüß, das Lächeln hinterhältig, wissend, lauernd, abwartend. Ich sehe mir alle meine Mitarbeiter, die wichtig genug waren, sich mit ihnen näher zu beschäftigen, genau an. Die Biographie des Mannes vor mir war mir daher durchaus bekannt, doch nichts ließ sich mit wahren Emotionen vergleichen. Mit dem Töten verhielt es sich genauso. Las man davon nur in der Zeitung war es langweilig, ja beinahe nicht der Aufmerksamkeit wert. Doch war man dabei, führte man selbst den Streich aus, so konnte man jede Sekunde auskosten, jede Regung registrieren und jede Emotion in sich aufsaugen um sich schlussendlich dem vollkommenen Triumph hinzugeben. Ich sollte mir definitiv ein wenig Zeit mit Potter lassen - schließlich lässt er mich hier ebenfalls warten. Viel zu lange schon versteckt er sich in Hogwarts, kauernd wie ein ängstliches Kaninchen, und hüpft von einem Jahrgang in den nächsten. Doch bald ist Endstation, mein Junge, bald ist Endstation. Und wer weiß? Vielleicht wird Lafayette bei diesem historisch wichtigen Ereignis an meiner Seite sein - sollte er meine selbsterdachten Prüfungen überleben.

  • So bang Lafayettes Miene in dem einen Moment noch war in dem er beklommen auf die Spitze des hellen Zauberstabs schielte, während er irgendwie aus den vagen Zügen des Schwarzmagiers und dessen Reaktion schlau zu werden suchte, so schnell versteinerte sich sein Gesicht, als sich der Interessenfokus auf ein ihm arg unliebsames Thema zubewegte. Eben noch voll Ungewissheit und fragend, lag jetzt lediglich ein matter Schleier über den Augen des Anwalts, seine Brauen senkten sich wieder, seine Mundwinkel zuckten kurz. Diesem Interesse konnte nur eine Fangfrage folgen… daran zweifelte der Schwarzhaarige keine Sekunde. Sein Gegenüber reagierte nicht auf ihn, ignorierte seine dargebotenen Fähigkeiten, als versuchte er ihn von einem gewöhnlichen Knopf zu begeistern und wusste doch genau wo er ansetzten musste. Hier ging es nicht um eine nette Plauderei zum Thema Privatleben, wie die Zukunft eines Angestellten aussah, hier ging es darum, wo seine Loyalitäten und Prioritäten lagen. Elin… Begleitet von einem angedeuteten Kopfschütteln zuckte Hemlocks rechte Braue und ohne, dass er respektlos die Frage aussprechen musste, was an ihr von belang war, stand eben dies doch im Raum. „Sie… ist tot.“, erklärte der Anwalt knapp und schmucklos, was die allermeisten und sicher ohnehin der Dunkle Lord wussten. Unbewusst legte er die Hände nun flach auf den Tisch und formte mit den Zeigefingern und Daumen ein Dreieck, ehe er im Zuge seiner Anspannung lautlos mit dem Mittelfinger der rechten Hand auf das Holz tippte. Ein fest sitzender Kloß formte sich in Lafayettes Brust und das nicht, weil die allerwenigsten am Stück nach Hause kehrten, begegneten sie diesem gewissen Mann, sondern weil ihm schwante, dass man versuchte auch bei ihm eine unangenehme Schwachstelle offen zu legen. Elin hätte sich wahrscheinlich im Grab herumgedreht, wüsste sie, was ihr Mann zur Zeit gedachte zu tun, das war Lafayette sonnenklar, doch die Toten konnten nicht mehr über einen urteilen. Sie kamen nicht wieder, sie halfen einem keinen Deut weiter und man fühlte sich auch nicht besser, wenn man versuchte sich so zu verhalten wie man glaubte, dass es ihnen gefallen würde. Nein, das einzige was einen in seinen Augen weiterbrachte, das war Rache; Genugtuung in ihrer reinsten Form.
    Lafayettes Blick galt nun seinen Fingern, er schien nicht wirklich gedankenverloren, war aber doch eindeutig am Abwägen, wie er seine nächsten Worte zu wählen hatte. Ihm war klar, dass diese Antwort niemanden befriedigen würde, der gezielt bohrte, dass hier niemand rührselige Beschreibungen oder Geschichten hören wollte, niemand lange deprimierte Stille aushalten wollte, doch was waren die Tropfen an Information, die nicht unnötig wie Öl umher schwimmen, sondern eins mit dem Wissensdurst werden würden. „Sie starb an ihrer eigenen Naivität, Liberalität, Einfalt,... Torheit. Sie wusste nicht wem es sich zu fügen galt, wie man die Welt zu sehen hatte, glaubte an solchen Unsinn, den einem Blutsverräter auftischen und sie hat den Preis dafür gezahlt.“ Lafayettes Nasenlippenfurche trat hervor, als es kurz so schien, als würde sich seine Oberlippe zu einem gequälten Lächeln kräuseln… der Anflug dieses Mienenspiels verebbte und was blieb war wieder nur der scheinbar immer während ungerührte Blick, so erfreut als hätte er eine Geburtstagskarte, die aus Versehen einmal durch stinkenden Eulendreck gezogen worden war, bekommen. Hätte sich jemand anderes außer ihm vielleicht innerhalb anderer Umstände gewagt den Tod seiner Frau so zu umschreiben oder zu begründen, hätte es sicher keinen Wimpernschlag gebraucht bis der Anwalt seinen Zauberstab gezückt und zu einem Fluch angesetzt hätte, doch das hier war nicht unter anderen Umständen. Das hier waren besondere Umstände und nicht zuletzt musste Lafayette wohl oder übel zugeben, dass es doch die Wahrheit war, gab man Elin die Schuld für ihr eigenes Ableben. Welche Hexe kam schon in die ehrlose und unglückliche Situation von Muggeln mit deren unzivilisierten Waffen erschossen zu werden? Sicher keine die vernünftig oder klug gewesen wäre. Dennoch war Elin Lafayette alles gewesen, was Hemlock je wirklich teuer war. Jetzt? Jetzt gab es kaum noch etwas, das ihn beeinflusste oder rührte. Er hatte gelernt, dass die Zeit verging und die Dinge eben so liefen, wie sie es mussten, wie man es verdient hatte. Wenn man nicht am Strom der Zeit untergehen wollte, dann musste man den richtigen Stein als Halt wählen, einen der die Richtung des Laufs bestimmen konnte. Und er hatte vor sich an einen massiven Felsen zu heften.

  • Was für eine kurze, kaum der Erwähnung werte Antwort. Ich war enttäuscht...und gelangweilt.
    "Zu schade.", bemerkte ich mit trügerisch weicher Stimme und seufzte laut auf. "ich hatte gehofft, wir könnten ein wenig ins Detail gehen, Lafayette. Ihre Kollegen sind noch nicht eingetroffen und wenn Sie sich nicht die Zeit damit vertreiben zu wollen, als Testet für meine neuen Fluchkreationen herzuhalten, sollten wir wohl besser darauf achten, dass dieses Gespräch anregend verläuft." Meine Worte wurden gegen Ende hin ein wenig eisiger und das Grinsen auf meinen dünnen Lippen zeugte davon, dass ich sehr wohl wusste, wie unangenehm Lafayette diese Situation sein musste. Es war mir immerhin bekannt, dass der Zauberer vor mir durchaus sehr an seiner Freu gehangen hatte, die genau das Gegenteil von dem verkörpert hatte, was Lafayette nun zu vertreten schien. Die Frage war nur, in wie weit seine Wandlung reichte und ob sie wirklich tiefgründig war. Ich konnte keinen Todesser gebrauchen, der irgendwann plötzlich Gewissensbisse bekam, weil er an seine verstorbene Frau und an ihre Werte dachte. Sentimentalität machte schwach und Schwäche konnte ich nicht gebrauchen, Schwäche konnte ganz England nicht gebrauchen, denn Muggel brauchten einen starke Hand, die sie führte, ihnen den Weg und ihre grenzen aufzeigte und sie, wenn nötig, auch in die Schranken wies. Wer bei einer solchen Aufgabe nur halbherzig dabei war, konnte genauso gut gar nicht erst dabei sein. Ich seufzte erneut.
    "Also Mr. Lafayette. Ich höre." Und ich hatte viel zu viel Zeit. So wie ich Wurmschwanz kannte, würde er mit Naginis Hilfe meine neuen Untergebenenen zwar schneller heranschaffen, aber nicht schnell genug. Ich musste mir also irgendwie die Zeit bis zu jenem Zeitpunkt vertreiben, an dem andere in diese Stube polterten um sich meiner Gegenwart zu stellen. Mit eisiger Erwartung blickte ich den Zauberer vor mir deshalb an und forderte ihn mit einem trügerischen, fast schon fürsorglichen Nicken dazu auf, seine Geschichte zu erzählen - und er würde besser damit anfangen, bevor ich meine Geduld verlor und dafür sorgte, dass niemand mehr Lazarettes Potential in Zukunft nutzen konnte. Ach, was für eine Verschwendung das doch wäre! Doch es wäre nicht das erste Mal gewesen, also tat Lafayette gut daran, seine Zunge wiederzufinden und mir ein wenig aus seinem Leben zu erzählen, bevor ich es mir noch anders überlegte. Langweilige Leute hatte ich schließlich schon zur Genüge um mich - allen voran Lucius. Zu was für einem Feigling dieser Malfoy doch geworden war. Pah! Ungehalten trommelte ich bei diesem Gedanken mit meinen langen Fingern auf die Lehne des Sessels und blickte Lafayette an. Rede! Stechend bohrte sich mein Blick in diese lammfrommen Augen. Jetzt!


    //RPG-OFF: Stichwort: Alle die bereits Zugang zur Stube haben, können sich nun gerne mit ihren Charakteren hierher begeben, bevor der Dunkel Lord noch einen Mord begeht.

  • Nun war es nach knapp über 2 Wochen an der Zeit der Aufforderung des dunklen Lords endlich einmal folge zu leisten und ich betete, dass er nicht zu erzürnt darüber war, dass ich ihn hatte warten lassen. Wenn ich allerdings nicht der Einzige und eventuell nicht der Letzte war, der dort auftauchen würde, wäre dem schon einmal genüge getan. Ich apparierte also auf den Friedhof vor das große Anwesen der Familie Riddle, wie es in dem Ort hieß. Natürlich war es so, dass diesen Namen keiner mehr aussprach. Immerhin war Tom Riddle nur noch bekannt unter dem Namen Lord Voldemort und selbst diesen Namen sprach man nicht aus und als Anhänger war dies sogar mit dem Tod desselbigen verbunden. Langsam marschierte ich in Richtung der morschen, alten Haustüre, die nur angelehnt war. Mein Herz pochte doch erheblicher, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich war lange nicht mehr so nervös, wie an jenem Abend. Und doch war ich nach außen hin die Ruhe selbst. Immerhin war dies mein erstes Treffen mit dem mächtigsten Zauberer, den die Welt je gesehen hatte. Und dies war wirklich ein Grund nervös zu sein, denn wer wusste schon, ob ich nicht vielleicht verstümmelt, tot oder anderweitig aus diesem Haus kommen würde. Bei einem Zauberer, wie er es war, war alles möglich, da machte ich mir keine Illusion. Während ich also darüber nachdachte, ob ich diesen Abend überleben würde, stieg ich die alte Treppe hinauf in Richtung der Stube, die im Obergeschoss des Hauses angesiedelt war. Je höher ich stieg, desto schneller schlug mein Herz. Je näher ich kam, desto mehr hörte ich auch Stimmen, die Sprachen, vor allem auch die kalte und hohe Stimme des dunklen Lords, doch wem gehörte die andere? Erst als ich etwas näher kam, wurde mir bewusst, dass diese Stimme einem gut bekannten Mann gehörte. Jemandem, dem ich so manches Mal aus der Patsche geholfen hatte, indem ich Akten verschwinden ließ, für seine Klienten. Hemlock Lafayette, von mir liebevoll Hmlock getauft, aufgrund seiner auffälligen Benutzung des Lautes: "hm". Als ich kurz vor der Tür stand klopfte ich an und trat ein, da ich wusste, dass der Lord mich erwartete. So würde er es mir nachsehen. Und dann sah ich ihn. In voller Größe. Wenn ich nicht die Form wahren müsste, hätte ich sehr angewiedert geschaut, doch stattdessen verbeugte ich mich und sprach. "Ihr habt mich gerufen mein Herr." Nach der Verbeugung stand ich einfach an Ort und stelle und nickte Hmlock kurz zu, ehe ich eine Miene aufsetzte, die keiner ergründen konnte. Die typische McDougal Miene aus Gleichgültigkeit und kühlem Geschäftssinn. Was würde mich nun hier erwarten, was hatte der dunkle Lord vor und würde noch jemand den Raum betreten? Das waren die Fragen, die mir in jenem Moment durch den Kopf gingen, mal ganz abgesehen davon, dass ich dachte, dass mein Herz gleich zu explodieren schien. Wann sagte er denn endlich mal was?

  • Bei den ersten Worten des Dunklen Lords glaubte der Anwalt schon seine Silberzunge hätte ihn vor genauerer Auskunft bewahrt, doch ganz offensichtlich war der Moment gekommen in dem er sich bitterböse getäuscht hatte. Regelrecht gehetzt entglitt ihm das stets neutrale Mienenspiel, Überraschung blitze in seinen Augen auf und seine Mundwinkel zuckten nach unten. Einen fatalen Augenblick lang, in dem er in die seelenlosen Augen des Schwarzmagiers blickte, glaubte er am Stück gefrieren zu müssen, dem Blick standhalten war unmöglich und so schielte er lieber nicht zu knapp verwirrt hinab auf die drohende, weiße Zauberstabspitze. Ein schwarzmalerischer Teil seiner Selbst sah unlängst bereits einen Fluch auf sich zuschießen, doch vorerst geschah nichts. Das Engegefühl in seiner Brust rührte von einem Zauber, lediglich von dem panischen Pulsieren seines Herzens und seiner eigenen, zunehmend aufsteigenden Angst. Es gab nicht den leisesten Zweifel daran, dass er wirklich zum Spielball werden würde, sollte er sich erdreisten Lord Voldemort zu langweilen… und langweilen, das war leider etwas, was er viele Personen tat, gab er sich doch immerzu als bekennenden Phlegmatiker zu erkennen, als jemand, der nebst der Weisheit auch die Langeweile mit dem Löffel gegessen zu haben schien.
    Ein kleiner Schweißtropfen bildete sich auf der Stirn des Zauberers, langsam öffnete er die Lippen und schaffte es erst den Blick von dem bedrohlichen Stechpalmenholz abzuwenden, als er just die Augen zusammen kneifen musste, als ein scharfes Jetzt! durch seinen Kopf zischte. Diese unglaubliche Macht…, Ob Lafayette es wollte oder nicht; mit jeder Sekunde in der die Angst in seiner Brust wuchs, wuchs auch die Bewunderung für diese unglaubliche Macht, diese Furcht, die die bloße Präsenz dieses Mannes abstrahlte. Nein, er zweifelte nicht mehr daran, nicht die richtige Seite gewählt zu haben, denn wenn seinen Geist das hier nicht beleben würde, diese Person nicht inspirieren konnte, dann sicher niemand mehr. „Ich…“, löste sich das Wort gehaucht von seinen Lippen, seine Gedanken rasten auf der Suche nach etwas interessantem, doch die Erlösung von seiner unmöglichen Aufgabe und Qual erfolgte ausgerechnet durch einen Mann, den er schon in seinem Beruf so ungerne um Rat oder Hilfe bat: Richard McDougal.
    Wenn die Überraschung vorher noch nicht auf Lafayettes oft so leblosen Gesicht gestanden hätte, dann tat sie es jetzt definitiv als sein Blick auf dem Neuankömmling haften blieb. Den Archivar hatte der Ruf ebenso ereilt? Sicher wusste er um die Einstellung dieses Mannes, teilte sie doch fast jeder in dieser großen, weitläufigen Familie, aber dennoch überraschte es ihn hier zu sehen. Nicht zu letzt, weil wie so oft ein Konkurrenzsinn in ihm aufflammte, geschah das doch irgendwie immer geriet er auf irgendeine Art mit seinem Großcousin aneinander, erst recht, weil dieser Mann ausnahmsweise ihm durch Wissen gefährlich werden konnte. Durch unangenehm intimes Wissen. Wohl der Vorteil des Älteren...


    // Ursprünglich wollte ich noch auf die nächsten Warten, aber ich spiele mal den Lückenfüller... bitte nicht töten. :P

  • Ich spürte, wie sich meine Augen in Missfallen unwillkürlich zu schmalen Schlitzen zusammenzogen. Wenn Lafayette glaubte, er könne mir hier auf der Nase herumtanzen und mich mit seiner Präsenz zu Tode langweilen, so hatte er falsch gewettet, denn wenn ich mich langweilen wollte, brauchte ich nur nach Wurmschanz zu rufen um mir sein Elend anzuhören. Ich suchte nicht nach Versagern, ich suchte nach Siegern und der Zauberer vor mir, schien zwar in dem was er tat, durchaus talentiert zu sein, doch in Anbetracht von wahren Gefahren konnte man seine Angst förmlich riechen. Ich hatte mich gerade dazu entschlossen, dem ganzen ein Ende zu bereiten und Lafayette zu unterbrechen, als ein weiterer Neuankömmling eintraf. Richard McDougal.
    "Ah, Mr. McDougal.", begrüßte ich den Zauberer und meine Gesichtszüge glätteten sich ein wenig, nur um sich kurz darauf wieder zu erhärten. "Es freut mich, dass Sie meiner Einladung folgen konnte...nach zwei Wochen!" Es war immer noch unfassbar, wie lange man meinem Ruf ferngeblieben war. Die mangelnde Motivation, die ich daraus schloss, gefiel mir nicht und so schwante mir Böses für die weitere Ausführung meines Plans. Würden alle so viel Inkompetenz in Sachen Pünktlichkeit aufweisen, dann würde Potter noch in fünf Jahren munter durch die Welt hüpfen und sich keinerlei Sorgen um einen gewaltsamen und äußerst qualvollen Tod machen. Dies konnte ich nicht zulassen!
    "Mr. Lafayette und ich waren gerade dabei, uns über seine verstorbene Frau zu unterhalten.", erklärte ich dennoch ungerührt und vollführte einen Wink mit meinem Zauberstab, woraufhin ein weiterer Stuhl aus dem Nebenzimmer angeschwebt kam und sich neben dem von Lafayette stellte. "Setzen Sie sich.", bat ich mit zuckersüßer Stimme und wartete ab, bis mein neuer Gast meinem Wunsch nachgekommen war. Lafayette war für einen Moment aus meiner Schusslinie geraten, denn nun hatte ich ein neues Ziel gefunden. "Und nun erklären Sie mir bitte, liebster McDougal, warum Sie mich so lange haben warten lassen.", forderte ich mit ebenso sanfter Stimme auf, doch nur ein Nichtsnutz wie Wurmschwanz würde die Gefahr in dieser Ruhe nicht bemerken. "Unserem Lafayette könnte man zwar mangelnde Unterhaltungskünste vorwerfen, aber wenigstens war er bemüht mich nicht allzu lange warten zu lassen. Das kann ich von Ihnen nicht behaupten, immerhin war Lafayette vor Ihnen hier und ich frage mich, woran das liegt. Ist Ihnen mein Anliegen nicht wichtig genug? Müssen wir vielleicht unser Treffen neu...überdenken?

  • Ada Menacy stand nun direkt vor ihrem Schicksal. Vielleicht würde sie gleich direkt ins Verderben laufen. Ob der dunkle Lord sie empfangen würde, nachdem sich dieser Körper so lange vor ihm versteckt hatte? Ada würde jede Strafe auf sich nehmen. Das war nur gerecht, wenn er ihr Schmerzen zufügte. Immerhin war sie untreu geworden. Während sie so da stand vor dieser alten Villa, hämmerte ihr Herz heftig gegen ihre zwarte Brust. Nicht etwa, weil sie Angst hatte, sondern weil sie es endlich hier her geschafft hatte. Das war wirklich gar nicht so leicht gewesen. Doch jede noch so kleine Anstrengung war das hier wert. Zuerst hatte sie Hemlock Lafayette, den Anwalt, der sie damals vor Askaban bewahrt hatte, aufgesucht und von ihm die Information erhalten, dass ein Mann in Little Hangleton ein Mann auf der Suche nach Gefolgsleuten war. Noch am nächsten Tag, hatte Ada eben diesen Mann aufgesucht und nun war sie hier. Jetzt würde sich zeigen, ob sie Josephine auch weiterhin beschützen konnte und somit ihre Existenz sicherte, oder ob der dunkle Lord sie beide ins Jenseits befördern würde. Selbst wenn das so wäre, dann konnte Ada wenigstens mit einem guten Gewissen sterben. Es war so beschwerlich gewesen, all die Jahre in diesem Körper eingesperrt gewesen zu sein. Sie hatte einfach noch nicht wieder die Stärke erlangt um früher schon zu handeln. Doch nun war sie wieder vollkommen da und hatte sogar einen eigenen Zauberstab, der jetzt in der Innentasche ihres Umhanges steckte. Sie sah anders aus als sonst. Nicht nur anderes als Josephine, sondern auch anders als sie selbst. Normalerweise waren ihre Haare wasserstoffblond und fielen ihr glatt bis auf die Schultern. Niemals sah man sie ohne ihr elegantes schwarzes Kleid und den knallroten Lippenstift. Heute durfte sie aber nicht so stark auffallen. So hat sie einen dicken, schwarzen Umhang über das kleine Schwarze geworfen und die Kapuze hing ihr tief ins Gesicht. Bevor sie das Haus betrat, warf sie eben diese zurück. Blonde Locken kamen zum Vorschein. Sie wollte das der dunkle Lord sie noch erkannte und mit glatten Haaren war das deutlich schwieriger. So war sie nun eine Mischung aus Josephine di Capri und Ada Menacy. Schlicht und trotzdem elegant.
    Sie leckte sich einmal über die Lippen und setzte sich dann in Bewegung. Ihre Schritte lenkten sie direkt zu der Stube aus der diese Stimme kam, die sie wohl niemals vergessen könnte. Als sie den Raum betrat und sich die fremden Blicke auf sie hefteten verbeugte sie sich augenblicklich. Es war eine tiefe Verbeugung voller Erfurcht. "Mein Lord, ich bin eurem Ruf gefolgt." Eine Weile verharrte sie in dieser Position, dann sah sie wieder auf. Ihr Blick überflog einmal alle Anwesenden. Niemand war ihr vollständig fremd. Zuerst einmal war dort Hemlock. Es war keine große Überraschung ihn hier anzutreffen. Was sie viel mehr verwunderte, war der andere Mann. Es war dieser Fremde, den sie im Capriolet gesehen hatte und der anscheinend viel zu viel wusste. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass er hier erscheinen würde. Auch wenn Lafayette bereits meinte, dass man sich um ihn keine Sorgen zu machen brauchte. Ada nickte den beiden Männern zu, ehe sie ihrem Lord wieder ihre volle Aufmerksamkeit schenkte.

  • Das war eigentlich genau jene Situation, die ich vermeiden wollte. Ich stand da und der dunkle Lord kam direkt auf meine Verspätung zu sprechen. Der dunkle Lord vergisst nicht, das war mir sofort klar und das wusste jeder. Doch nun musste ich mir eine gute und vor allem sehr überzeugende Entschuldigung parat legen, wobei das nicht so schwer war, denn es würde sogar die Wahrheit sein. Während er Lafayette einen Platz anbot sprach ich langsam und sehr überlegend. Dabei senkte ich den Kopf. Eine Geste der Reue. "Mein Herr." Fing ich an und schaute ihm dabei nicht in die Augen. Angst vor dem Tod hatte ich keine, doch wäre dies nicht mein Wunsch genau in dieser Situation zu sterben. "Ich muss mich entschuldigen. Meine Pflichten im Ministerium hatten es nicht zugelassen zu gehen. Wenn ich gegangen wäre, wäre alles aufgeflogen und dann gäbe es größere Probleme und da ich sehr viel Wert auf Tarnung und Korrektheit lege war es mir nicht früher möglich zu erscheinen. Doch nun stehe ich voller Demut hier mein Herr und hoffe auf euer großzügiges Urteil mein Lord." So stand ich also da, mit noch immer gesenktem Kopf vor dem größten Zauberer aller Zeiten, dem besten schwarzen Magier, den die Welt jemals gesehen hat. Doch als ich zu ende gesprochen hatte, kam es dazu, dass eine neue Person den Raum betrat und mich aufschauen ließ. Es war überraschend, dass Miss di Capri diesen Raum betrat, doch als ich sie mir so betrachtete, war mir klar, dass es nicht diese Person war. Ich erinnerte mich an die Akten und den Fall und an eine Person, die sich Ada nannte, eine Art zweite Persönlichkeit. Und jene Person, die die Stube betreten hatte musste es sein. Interessanter Mensch, noch interessanter war, dass sie mich mit einem ebenso überraschten Blick anschaute und ich erwiderte diesen ohne zu blinzeln. Ein Blick der sagte, dass ich alles wusste, was sie betraf, aber auch ein Blick der sagte, dass es vollkommen akzeptabel war, sie hier zu treffen. Sie war eine starke Persönlichkeit, eine scheinbar sehr loyale Person zu Lord Voldemort und genau solche Leute brauchte man doch oder? Hmlock dagegen wirkte eher schwach und nicht wirklich zu was großem fähig oder zu gebrauchen, doch er hatte Wissen und Wissen war Macht. In dem Augenblick war er aber sehr ruhig und sagte nichts mehr, kein Wunder er wurde ja auch nicht direkt angesprochen, da ich in die Schusslinie geraten war. So war es immer bei Lord Voldemort, es kam immer einer der bombardiert wurde und irgendeinen würde es am Ende treffen zu sterben. So wartete ich auf mein Schicksal, dass in den Händen des dunklen Lords lag, welcher bedrohlich vor einem saß und so eine Macht ausstrahlte, wie ich sie noch nie gespürt hatte...

  • Lafayette war des Sprechens unfähig geworden und die Erleichterung über McDougals verspätete Anwesenheit, die zweifelsohne menen Ärger auf ihn ziehen würde, war ihm buchstäblich anzusehen. Ich hatte nun die Möglichkeit den so stoischen und um Fassung bemühten Lafayette weiter zu traktieren oder mich meinen anderen Gästen zuzuwenden. Aus Gründen der Offensichtlichkeit, entschied ich mich für Letzteres. Lafayette würde schließlich, so es mein Wille war, nicht zum letzten Mal bei mir vorsprechen und so würden wir noch viel Zeit haben, sein Leben genau und ausführlich zu beleuchten um seine Wut ein wenig zu schüren. Meine Augen borhten sich daher weiterhin in jene von McDougal, der zu einer schwungvollen Ausrede ansetzte, die zwar in sich logisch klang, mich aber nur leicht besänftigte. Auch für ihn würde ich mir etwas Besonderes einfallen lassen, doch noch bevor ich mich zu großen Ideen aufschwingen konnte, wurde ich erneut in meinem Gedankengang unterbrochen. Nicht etwa von Wurmschwanz, der in seiner Nichtsnutzigkeit nach Hause zurückgekehrt war, oder von Nagini, die meinem würdelosen Speichellecker hinterherjagte um seine Rückkehr zu beschleunigen, nein, jemand gänzlich anderes betrat plötzlich den Raum...jemand, mit dem ich nicht mehr gerechnet hatte. Ada.
    Der besondere Fall meiner ehemaligen Dienerin hatte mich schon immer fasziniert und so manches Mal zur Nachsicht gewzungen. Ich hatte Gerüchte gehört, dass sie sich versteckte, dass sie wartet, wartete auf den Augenblick alles ins rechte Licht zu rücken, doch nichts hatte diese Gerüchte bisher bestätigt - bis heute. Die Haltung der einst blonden Frau, ihre Stimme und ihr Blick, der sich kurz mit jenem von McDougal traf, konnten mich nicht täuschen. Es war die echte Ada, die zu mir zurückgekehrt war und als Einzige in diesem Raum noch nicht Gefahr lief, bestraft zu werden. Natürlich, betrachetete man ihren Fall, so hatte ich allen Grund dazu, meinen Zauberstab auf sie zu richten und sie niederzustrecken, doch die Überraschung ihres plötzlichen Auftauchens und die Hingabe, die in ihren Augen blitzte, machten eine solche Reaktion sinnlos und stimmten mich milder, als ich es von mir selbst gewohnt war.
    "Ada.", sprach ich ihren Namen und deutete mit einer großzügigen Geste meines Zauberstabes an, dass sich die junge Frau neben McDougal setzen sollte. "Deine Anwesenheit überrascht mich und doch kommt sie genau zum richtigen Zeitpunkt...", bemerkte ich ein wenig beruhigt und ließ meinen Blick wieder zu McDougal streifen, während meine Stimme hart wurde. "...vor allem für einige von uns." Zu Lafayette zu sehen, war unnötig. Ich wusste, dass er am Liebsten im Erdbonden versinken würde und das war genug. Nun, war es jedoch an der Zeit, zur Tat zu schreiten.
    "Ich bin sicher du kennst Lafayette und McDougal bereits? Gut. Da ich nicht annehme, dass Wurmschwanz weitere Zuspätkommer und Wortlose an Land gezogen hat, werde ich euch nun in den Grund eures Besuchs einweihen...", ich machte eine kurze Pause und starrte auf meinen Zauberstab, als würde ich überlegen, ob ich nicht doch daovn Gebrauch machen sollte. Später vielleicht. "...doch erst, möchte ich von dir, Ada, wissen, wo du warst und wie es dazu kommt, dass du...sowas bist.", befahl ich und deutete auf die neue Erscheinung der Hexe. Es war ungewohnt sie so zu sehen. Es passte nicht. Es wirkte so falsch, wie Lockharts stumpfsinnige Abhandlungen über sein feiges Leben, doch ich war mir sicher, dass mehr dahinter steckte. Ich war mir sicher, dass Ada einen Plan hatte...und ich war mir sicher, dass ich diesen hören wollte, sollte ich entscheiden, sie wieder in unseren Reihen willkommen zu heißen. Vielleicht würde ich ihre Abwesenheit in den letzten Monaten verzeihen...vergessen, werde ich sie allerdings nie.

  • Ein schwarzer Rauch hatte Spinner's End verlassen und flog über den Wolken an einen bestimmten Ort. An einen Ort, den niemand freiwillig betreten wollte und konnte. Es war kein Ort, an dem Severus sich gerne befand. Er dachte an die Anspannung, die er perfekt in sich vergraben konnte. Doch der Dunkle Lord vertraute ihm - anders als viele andere Todesser. Doch war die Meinung der Todesser für Severus nicht von Belang. Einige dieser Todesser würden nun unterrichten und den Professoren als Vorgesetzten über sich haben. Zufrieden waren sie darüber sicher nicht. Er wusste, dass er sich verspäten würde. Und dennoch wusste er, dass der Dunkle Lord lange nicht so verärgert reagieren würde, wie bei anderen. Doch er meidete jegliche Privatgespräche mit den anderen Todessern und deshalb kam er lieber zu spät als zu früh. Das Heuchlerische besaß jeder von ihnen - wie viel Wahrheit in den Worten steckte war jedoch anzuzweifeln. Der finstere Rauch landete vor der Villa des Dunklen Lords und mit schnellen Bewegungen ging er nun mit langsamen Schritten zum Eingang der großen und finsteren Villa. Der Umhang wehte ihm hinterher und die Miene des hochgewachsenen Professors war typisch mürrisch und mit schlechter Laune belegt. Die schwarze Gestalt trat nun mit einem Zauberstabschwingen in die Villa ein und ging nun mit langsamen Blick in die Richtung der Stube, wo die Todesser versammelt waren. "MyLord. Entschuldigt meine Verspätung.", sprach er mit einer Verneigung. Severus blieb vorerst im Türrahmen stehen. Langsam wanderten die Augen durch den Raum und betrachtete die restlichen Todesser, als er langsam in seiner hohen, schlanken und schwarzen Gestalt zu den Todessern trat.

  • Ein Schauer lief Ada über den Rücken als der dunkle Lord das Wort direkt an sie wendete. Fiel zu lange hatte sie den Klang seiner Stimme nicht mehr gehört. Viel, viel zu lange. Und nun war das erste, was sie von ihm hörte, ihr eigener Name. Er erinnerte sich also tatsächlich noch an sie. Natürlich tat er das. Sie hätte sich von Anfang an keine Sorgen machen brauchen. Das war vollkommen unnötig gewesen. Niemand vergaß so schnell Ada Menacy, auch nicht der dunkle Lord. Auf seinen Wink hin, ließ sich die blonde Hexe auf dem Platz neben dem alten Mann nieder. Dabei ließ sie es sich nicht nehmen, ihm einen missfälligen Blick zuzuwerfen. Wie konnte man nur zulassen, so alt zu werden? Bevor Ada die Zeit an ihrem Gesicht kratzen lassen würde, würde sie sich eher von einer Brücke stürzen oder so was. Niemals würde sie so in den Spiegel blicken können. Zum Glück musste sie sich nicht länger McDougal vor Augen halten. Der einzige in ihrem Raum, der ihre Aufmerksamkeit verdiente, war der dunkle Lord selbst. Aus seinem Mund kam nun etwas, dass schon beinahe wie ein Lob klang. Allerdings war sie ein wenig enttäuscht. Hatte er ernsthaft an ihrer Treue gezweifelt? Dachte er wirklich, dass sie ihn im Stich lassen würde? Die ganze Zeit über, hatte sie in Josephines Unterbewusstsein geschlummert und nur darauf gewartet, dass er wieder kehren würde. Es war eben dieser Tag auf den sie gewartet hatte. Der Moment an dem sie ihm wieder gegenüber stand. Unfreiwillig hatte sie Lafayette wohl vor irgendeiner Bestrafung bewahrt. Einerseits schade...aber andererseits hatte sie damit vielleicht schon einen Teil ihrer Schuld beglichen. Es war immer noch einfach zu widerwärtig, dass sie diesem Mann ihr Leben verdankte. Eigentlich lag es ja nicht daran, dass es Lafayette war. Sie wollte einfach niemandem irgendetwas schuldig sein. Außer dem Lord natürlich. Aber das erklärt sich ja von selbst.
    Als Voldemort seine erste Frage stellte nickte Ada kurz. "Ja, unglücklicherweise bin ich mit beiden vertraut." Dabei sah sie vor allem McDougal an. Er war auch in den Prozess damals verwickelt gewesen. Er wusste ebenfalls Bescheid und das verstärkte Adas Groll gegen den Zauberer nur noch mehr. Noch einmal wandte sich der dunkle Lord an Ada. "Wie euch sicher bekannt ist, gab es damals, vor fünf Jahren, Komplikationen. Ich...also wir..." Sie machte eine kurze Pause um ihre Gedanken zu ordnen. Dies hier war nicht der richtige Ort für dämliches Geschwafel. "Dieser Körper musste versteckt gehalten werden. Es war zu gefährlich." Noch eine kurze Kunstpause. "Ich wartete all die Jahre auf eure Rückkehr, Mylord." Sie verbeugte sich noch einmal tief. Als sie wieder aufsah schmunzelte sie ganz leicht. "Entschuldigt dieses lächerlichen Aufzug." Mit einer schnellen Bewegung strich sie sich den Umhang von den Schultern, der nun über der Stuhllehne hing. Darunter kam eines der Kleider zum Vorschein, das sie früher immer getragen hatte. Der schwarze Stoff reichte ihr nicht einmal bis zu den Knien und lag eng am Körper an. Ein wenig schämte sie sich dennoch für ihr heutiges Erscheinungsbild. Ihre Lippen waren nur blassrosa und die Haare lockten sich. Sie zückte kurz den Zauberstab. "Darf ich?" Es war eher eine rhetorische Frage, da die Antwort darauf wohl abzusehen war. Mit einer schnellen Bewegung schwang sie das dunkle Holz und sogleich glätteten sich die Haare. Auf Lippenstift würde sie aber verzichten müssen. Immerhin galt es auch den Weg zurück unauffällig hinter sich zu bringen. Niemand würde ihr mit knallroten Lippen abkaufen, dass sie Josephine war. "Es diente bloß zur Tarnung. Verzeiht diese Absonderlichkeiten." Nun hatten sie aber genug über Menacy geredet. Es war Zeit den eigentlich Grund dieses Treffens zu erfahren.

  • Die Tür knarzte und ein neuer Gast trat ein, doch dieses Mal handelte es sich bei dem Neuankömmling nicht um einen neu angeworbenen Diener, sondern wohl eher um einen alten Hasen. Severus blieb im Türrahmen stehen und entschuldigte sich für seine Verspätung - wieder einmal. Wenn ich jedes Mal, wenn ich von Snape eine Entschuldigung für sein Zuspätkommen höre, einen Meter näher an Pottor kommen würde, ich hätte ihn schon vor drei Jahren getötet. Früher hatte Severus seine Unpünktlichkeit immer auf Dumbledore abgewälzt und hat mir recht lebhafte Geschichten davon erzählt, dass er erst den richten Moment abwarten hatte müssen um zu verschwinden ohne Aufsehen zu erregen. Nun, da er selbst Schulleiter war, schien diese Regel seltsamerweise noch immer zu gelten, doch ich hatte mich im Laufe der Monate daran gewohnt und bedachte ihn nur mit einem stummen Nicken, ehe ich mich wieder an Ada wandte, die sich kanpp erklärte und anschließend ihr Äußeres richtete. Ich seufzte und wandte mich wieder allen zu.
    "Nachdem Ada sichergestellt hat, dass sie den Schönheitswettbewerb unter euch gewinnt, können wir endlich zur Sache kommen.", erklärte ich wenig beeindruckt und richtete mich in meinem Stuhl auf. "Wie ihr bestimmt wisst, ist der neue Minister, unser geschätzter Glendale, ein fleißiger Eiferer unserer Sache. gerade sehr beschäftigt. Es gilt nun unserne Einfluss auszubauen, um ein solides Fundament für unsere zukünftige Präsenz zu schaffen.", ich hielt kurz inne und schnippte mit dem Finger, worauf ein Glas voller Wein in den Raum schwebte und in meiner Hand landete. Ich hielt eigentlich nicht viel von dieser roten Flüssigkeit, aber ich fand, dass sie einen Menschen edler machte und zur Ausstrahlung beitrug. Ein Accessoire, wie Ada sagen würde. Kurz nippten meine blassen Lippen an der blutroten Flüssigkeit, ehe ich Severus mit einem Wink meiner Hand zu uns bat.
    "Die Gesellschaft ist endlich bereit die Wahrheit zu erkennen und für Stärke einzugestehen. Unsere Verbündeten müssen bevorzugt behandelt werden und aus diesem Grund wird Glendale bei einer privaten Veranstaltung der Donavan erscheinen um ihnen seine Glückwünsche auszurichten. Dies hat uns jedoch nicht zu interessieren.", erklärte ich und machte eine wegwerfende Handbewegung. "Was uns interessiert, ist die Leibwache, die Glendale begleiten wird. Wie ich erfahren musste, lässt der alte Cromwell noch immer nicht locker und ist im Begriff neue Auroren auszubilden. Einige dieser Auroren werden ihn auf diese Veranstaltung begleiten und es wird eure Aufgabe...", ich deutete auf die drei. "...sein, euch ein genaues Bild über sie zu machen. Jeder von euch, nimmt sich einen vor und am Ende des Tages möchte ich Namen, Angewohnheiten, Schwächen, Stärken, Familien und alles andere, was von Wert sein könnte, wissen." Ich wartete einen Moment und blickte jeden einzelnen an. Erst Lafayette, dessen silberne Zunge mir nur noch wie ein fernes Gerücht erschien, dann McDougal, der immer auf alles gefasst zu sein schien und schließlich Ada, die sich ihres Körpers sichtlich schämte. Dann wandte ich mich an Snape.
    "Severus. Erklär den drein bitte, wann dieses dinner stattfinden wird und was sie über den Anlass, die bestanden UTZ des jungen Donovan, wissen müssen.", befahl ich und lehnte mich mit meinem Weinglas wieder zurück um in aller Ruhe mit meinen kalten Augen auf meine potentiell beste Truppe hinabzublicken

  • Irgendwann war es immer so weit. Bei jedem von uns. Man musste vor seinen Herren treten. Egal in welchem Zustand, egal zu welcher Tageszeit. Man durfte ihm ein Gebet aufsagen, um Gnade und Erlösung bitten und dann durfte man wieder gehen und weiter sündigen, auf seinen Befehl hin. Aber Gott sei Dank ging ich so gut wie nie in die Kirche. Warum sollte man als Zauberer so etwas auch tun? Viel lieber ging ich zu meinem Meister, denn ich verehrte und respektierte. Nur die anderen Todesser mochte ich nicht. Sie waren Konkurrenten, potenzielle Feinde, dich ich ausstechen musste. An diesem Gedanken merkte man bereits schon wieder, dass ich Einzelkind war und dennoch niemals Aufmerksamkeit von meinem eignen Vater erhalten hatte, daher hatte ich begonnen sie mir wo anders zu suchen. Hier fühlte ich mich verstanden. Zumindest war es damals so gewesen. Jetzt strebte ich nur noch nach einem gewissen Grad an Rache an der Gesellschaft und war froh ein neues Leben zu haben. Welches ich wohl wieder im Begriff war wegzuwerfen, immerhin begab ich mich zu gerade jenen Personen, die mein Leben damals so schön zerstört hatten. So ein Mist aber auch. Hieß es nicht, dass man aus Fehlern lernte? Musste ja wohl eher nicht so sein. Mit leichter Verunsicherung hatte ich das alte zerfallene Haus betreten, eingehüllt in einen dunklen Mantel, damit auch niemand mit erkennen konnte. Meine Sicherheit war mir lieb, daher sollte mich niemand erkennen. Da ich die Kapuze ziemlich tief ins Gesicht gezogen hatte, musste ich meinen Kopf heben, um etwas sehen zu können. Wie war noch gleich der Weg gewesen? Achja. Da hinüber. Bei jedem Schritt schien mich mein Selbstbewusst sein etwas zu verlassen. Zur Sicherheit hielt ich noch einmal kurz vor der Tür inne, die sich soeben erst geschlossen zu haben schien. Von drinnen drangen Stimmen an mein Ohr und ich wusste, dass ich bereits zu spät war. Beim Barte des Merlins, dass würde nicht schön werden. Nein, keineswegs. Schnell zog ich die Kapuze vom Kopf, legte den Mantel ab und griff in meine Jakettinnentasche um schnell einen Zug aus einem Flachmann zu tätigen. Der Inhalt: Beruhigungstee. Etwas anderes wäre für diesen Moment nicht korrekt. Vielleicht hätte ich etwas mehr an Baldriantropfen reintun sollen, aber dazu müsste ich welche aus Snapes Schrank mopsen und dazu war ich im Moment zu faul. "Puh" Einmal noch kurz ein und ausgeatmet, und schon stieß ich die Tür auf, mit einem Lächeln auf dem Gesicht, der Situation gänzlich unpassend. "Mylord, es freut mich euch wieder zu sehen. Ich hatte noch nicht die Möglichkeit für eure Güte zu bedanken. Dank eurer Hilfe ging mein Plan viel schneller auf und ich konnte mich besser etablieren als geplant. Es ist mir daher eine große Ehre alles für euch zu tun!" Ich war wohl gerade noch rechtzeitig eingetroffen, denn der Lord goß sich gerade erst ein Gläschen ein. Hoffentlich kam er nun nicht auf die Idee diesen sicherlich holzlastigen Tropfen durch eine kleine Folterung zu versüßen. Ich setzte mich in Bewegung um aus der Tür zu treten und rutschte dabei fast in meiner von mir selbst hinterlassenen Schleimspur aus. Upps. Doch anscheinend hatte ich Glück gehabt. Der dunkle Lord begann einen Auftrag an die neuen Anwerter, welche ich nun ausgibig unter die Lupe nahm, zu geben. Moment mal, was das Richard? Er hatte also nicht gelogen, als er gesagt ahtte, dass er ein Treffen mit dem Lord hatte. Mein Lächeln wurde breiter. Wenn mein alter Herr wüsste, wo sich sein Bruder nun rumtrieb ... er würde ihn sofort nach Askaban stecken und ihn verleugnen. War ja nicht das erste Mal, dass er so etwas getan hätte. Für ihn war Familie ja anscheinend nie etwas wert gewesen, daher hatte ich mich hierher geflüchtet, ein Fehler, wie ich viel zu spät erkennen musste, doch nun genug davon, ich hatte zuzuhören. Ein Dinner bei meinem Cousin also. Das würde ja ein Spaß werden, zumindest würde ich mir einen daraus machen.

  • Mittlerweile hatte Severus die Hände hinter dem Rücken gefaltet und lauschte den Worten. Zunächst war es die Todesserin, die als Ada bekannt ist. Darauf folgten die Worte des Dunklen Lords und schließlich die von Smith. Der Blick von Severus wanderte nun langsam zum Dunklen Lord, als er ihn angesprochen hatte und hob respektvoll den Kopf und zeigte ihm somit seine volle Aufmerksamkeit. "MyLord, der Donovan-Junge war zu seiner Schulzeit ein Mitglied des Inquistionskommandos. Darüber hinaus ist es nicht unbekannt, dass der Vater des Jungen als Todesser innigeren Kontakt mit einigen von uns hat. Aber auch der Minister wird erscheinen. Und die Auroren werden den Minister stets ... bewachen und zur Seite stehen. Wahrscheinlich Neulinge." Er pausierte mit ernstem Blick und gehobener Augenbraue. "Der Anlass des Festes scheint wohl nur der Schulabgang zu sein. Gewissermaßen scheint sein Vater es in Erwähgung zu ziehen, dass der Sohn, wie er, ein Todesser wird.", sprach er recht schnell, aber verständlich. Dennoch leise, zischend und ölig. Im Gegensatz zu sonst jedoch keineswegs bedrohlich, sondern respektvoll. "Stattfinden wird diese Feier am 1. August, wie mir bekannt ist." Das waren die Informationen, die der Dunkle Lord verlangte und dementsprechend brachte Severus ihm diese. Seine Worte waren stets bedacht und das ruhige und kontrollierte, dass der Professor stets aufgelegt hatte, war auch diesmal das vorherstechende von Severus Persönlichkeit. Dennoch waren die Gespräche angespannter. Ein gelegentliches Fußwippen ging von dem schwarzgekleideten Professors aus. Die Hände hatte er immer noch hinter dem Rücken gefaltet. Kurz wanderten seine dunkelbraunen Augen auf Smith und mit respektvoller Miene wieder zum Dunklen Lord. Die Stimmung war angespannt, zumindest spüre Severus das. Doch konnte man ihm in diesem Fall nichts ansehen, so wie es immer war. Er tarnte sich immer perfekt und nur selten war es zu erahnen, wie der Professor auf einzelne Dinge reagieren würde.


    //Zu mehr komm ich momentan leider nicht.

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