Samstag, der 30. Januar @Levin Mercer [URL:https://www.rpg-harrypotter.com/index.php/User/1593-Levin-Mercer/] & Georgina White Es war noch immer ein merkwürdiges Gefühl, in das alte, düstere Haus einzutreten, die gleichen Flure entlangzulaufen, die schon so viele Jahre zuvor andere Hexen und Zauberer mit der gleichen Mission gegangen waren. Der Grimmauldplatz Nr. 12 mochte auf den ersten Blick vermodert und kalt wirken, ein Haus, aus dem alle Hoffnung geflohen war, aber es überraschte Gia immer wieder, wie wenig das für sie der Fall war. Jedes Zimmer, mochte es noch zu unansehnlich sein, war für sie ein Rückzugsort geworden, ein Platz, in dem sie nicht jedes ihrer Worte und jeden Gedanken hüten musste. Hier hatte das größte Geheimnis, das sie jemals für sie hatte behalten müssen, seinen Ursprung, sie konnte darüber sprechen, ohne dass sie Angst haben musste, belauscht zu werden. Noch dazu war es gerade die Unscheinbarkeit des Hauses, das auf sie den Anschein eines Schutzschildes hatte, zusätzlich zu den unzähligen Schutzzaubern, die zusätzlich darauf gelegt wurden – niemand würde wohl im Grimmauldplatz Nr. 12 eine geheime Organisation vermuten. Und auch wenn Gia beim Betreten des Hauses stets vorsichtig sein musste, nicht gesehen werden durfte, war der erste Schritt hinein mit einer großen Erleichterung verbunden, die eine innere Anspannung von der jungen Heilerin löste, wann auch immer sie her kam – was einige Male gewesen war, seitdem sie von dem Versteck des Ordens erfahren hatte. So war es auch heute gewesen, als sie sich an ihrem freien Tag vorgenommen hatte, die von Geraldine Lovett bereitgestellten Informationen erneut anzusehen. Gia hatte selbst mittlerweile eine kleine Rolle in dem Fall gespielt, mit dem die Aurorin sich sehr ausführlich zu beschäftigen schien, denn sie hatte die Untersuchung des Leichnams unternommen. Eine Aufgabe, die eigentlich Eliana Trevelyan zugekommen wäre, wenn diese nicht aufgrund ihrer vorangeschrittenen Schwangerschaft von dieser Art von Arbeit ausgeschlossen gewesen wäre. Schon damals hatte Gia davon gewusst, dass Geraldine Lovett anscheinend dem Orden geholfen hatte, was das Gespräch mit der Aurorin noch interessanter gestaltet hatte – doch sie hatte damals nicht viel darüber herausgefunden, warum der Fall von Mr. Baker interessant für den Orden sein konnte. Erst später hatte sie in Teilen davon erfahren, was in den Akten stand, die ihnen zur Verfügung gestellt worden waren und sie hatte sich schon eine längere Zeit vorgenommen gehabt, einmal einen genaueren Blick hinein zu werfen. Sich dessen bewusst, dass es wohl mehrere Stunden in Anspruch nehmen würde, die gesamte Akte zu studieren und deren Bedeutung zu begreifen, hatte sie es einige Woche lang hinausgezögert, bis zu einem Tag, an dem sie weder arbeiten musste noch andere Verpflichtungen hatte. In den vergangenen Wochen war die junge Heilerin nicht die einzige gewesen, die sich näher mit dem Inhalt der Akte auseinandergesetzt hatte und auch wenn sie nicht glaubte, mehr daraus lesen zu können, als die anderen es bereits getan hatten, so wollte sie doch auf dem gleichen Stand sein wie alle anderen. Seitdem sie Teil des Ordens geworden war, hatte die volle Aufmerksamkeit darauf gelegen, Elias in Sicherheit und gesund zu wissen, aber sie zweifelte nicht daran, dass der Tag kommen würde, an dem sie anderweitig gebraucht werden würde. Und bis dahin war es wichtig, dass sie die Machenschaften der Todesser studierte, zumindest die, von denen sie wussten – und Baker war eines ihrer Opfer gewesen. Es war merkwürdig für die ehemalige Ravenclaw, allein in diesem großen Haus zu sein, das trotz der Leere ein ganzes Konzert an Geräuschen von sich gab, knarzendes Holz, das entfernte Tropfen eines Wasserhahns, leise trappelnde Mäusefüße auf dem Dachboden – nur ein Geist hätte noch gefehlt, um das Ambiente perfekt zu machen. Während sie die Treppe hinaufstieg und die dumpfen Schritte ihrer Winterstiefel vom Teppich verschluckt wurden, dachte sie darüber nach, dass sie noch nie vollkommen allein hier gewesen war, immer war sie mit jemandem gekommen, Levin oder Brooke oder Bertie. Das Haus hatte weniger düster gewirkt mit ihnen, aber sie wusste auch, dass jetzt nicht der richtige Moment war, um darüber nachzudenken, fühlte sie sich doch nur unsicherer in dem großen Gebäude, wenn sie darüber sinnierte, wie es war, mit ihren Freunden hier zu sein. Ein wenig energischer nahm sie die letzten Treppenstufen, die sie von dem Flur trennten, in den sie gewollt hatte – der zweite Stock, der nicht viel anders aussah als der erste oder der dritte. Bei Gias Orientierungsschwierigkeiten war es für sie auch nicht unbedingt leicht gewesen am Anfang, sich im Grimmauldplatz Nr. 12 zurechtzufinden, doch das Zimmer, in das sie nun wollte, kannte sie neben dem Erdgeschoss am besten, weshalb es ihr nicht schwer fand, auf Anhieb die richtige Tür zu finden. Als sie sie aufstieß und im warm erleuchteten Zimmer eine andere Person sitzen sah, blinzelte sie einen Moment lang verwirrt, bevor sie erkannte, wer es war. Noch immer überrascht trat sie ein, doch ihr Gesichtsausdruck war weniger verunsichert und stattdessen freundlich geworden. „Levin! Entschuldige, ich wollte dich nicht stören. Eigentlich wollte ich mir die Akten ansehen, aber – ich kann auch später wiederkommen“, begrüßte sie ihren Freund und Kollegen, blieb unentschlossen im Türrahmen stehen und wartete darauf, ob er sie wieder wegschicken würde oder ob sie bleiben konnte.