Heute Abend Es war nicht besonders toll, eine Botschaft von Voldemort zu bekommen. Der dunkle Lord ließ sich nicht oft dazu herab, eine Botschaft zu verfassen. Natürlich konnte ich mich glücklich schätzen, dass seine Nachricht an mich schriftlicher Natur war, und keinesfalls in Form von Taten, oder Folterung zu mir gelangt war. Aber irgendwas sagte mir, dass dies noch kommen würde. Was jedoch noch schlimmer war, war die Tatsache, dass das Schreiben schon ein paar Wochen alt war und Severus der verdammte Hippogreifarsch es mir erst gestern hatte zukommen lassen. Er war echt eine Bestie. Kein Wunder, dass er der oberste Speichellecker des Herrn war. Seit gestern Abend hatte ich keine ruhige Minute mehr verbracht. Am liebsten wäre ich sofort los, aber Rose hatte mich zurückgehalten. Es war nicht gut, aus dem Affekt zu handeln. Ich war wirklich froh, dass sie bei mir gewesen ist, als ich die Nachricht bekommen hatte. Ich wäre sofort zum Lord geeilt und hätte vermutlich nicht lange überlebt, hätte mich um Kopf und Kragen gestammelt. So konnten wir aber ansatzweise einen Plan aushecken, der mich hoffentlich halbwegs heil wieder zurückkommen ließ. Natürlich hatte ich Angst, wer hätte es nicht, wenn er wusste, dass das hier vermutlich sein letzter Gang war. Dead man walking, oder so in der Art. Oh ich hätte gar nicht erst hierherkommen sollen. Doch nun war es zu spät. Gekleidet in meinen besten Anzug, gestärkt durch einen schnell gebrauten und vielleicht etwas zu hoch dosierten Stärkungstrank, betrat ich das unheilvolle Haus. Atmete kontrolliert ein und aus, um mich zu beruhigen und meine Atmung und Herzschlag ruhig zu halten. Der Kopf war leer, sehr wichtig, kein Gedanke sollte mich stören, falls ich Okklumentik benötigen sollte, um wichtige Informationen zurück zu halten. Er durfte weder von Rose noch von meinen Freundschaften zu Schülern erfahren. So betrat ich nun die Eingangshalle und sah mich um. Alles war düster, erinnerte mich an den Tag, an dem ich zum ersten Mal zurück in mein altes Anwesen gekommen war, um meinen Vater zu töten, was ich ja nicht über mich gebracht hatte und somit auch eine Lüge war, die ich dem dunklen Lord erfolgreich aufgetischt hatte. Nun musste ich es erneut schaffen, ihn davon überzeugen, dass ich ihm gegenüber loyal war. Dafür würde wohl ein riesiges Talent an Schauspielkunst von Nöten sein. Bei diesem Gedanken begann ich an meiner Krawatte herum zu fummeln. Das würde schon funktionieren. Aber wie sollte ich auftreten? Demütig? Nein, am besten so wie immer. Mit einem Grinsen im Gesicht. Niemand sollte sagen, dass John Smith um seinen Tod gebettelt hatte, sondern ihm grinsend entgegen geschritten war. Hoffentlich schritt ihm nicht entgegen, aber dennoch, Demut war nicht meine Masche. Man zeigte einem Menschen Wesen wie Voldemort auch nicht solche Gefühlsregungen, weil er sich sonst sofort darauf stürzte, wie ein hungriger Hund. So stand ich nun da, mit erhobenem Haupt, einem Lächeln im Gesicht, als wäre nie etwas gewesen und wartete auf meine Audienz. Wenn ich ihm erklärte, dass alles ein Missverständnis sei, würde es schon funktionieren. Solange die Maske aufrecht blieb und der Stärkungstrank wirkte, hatte ich nichts zu befürchten. Hoffentlich.