[Erdgeschoss] Die Küche mit Vorratszimmer

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • [Erdgeschoss] Die Küche mit Vorratszimmer

      / Auf den letzten Drücker und hoffentlich alles korrekt! Ansonsten können wir auch in den Zeitumkehrer verschieben oder so? Ich hoffe, das geht noch in Ordnung und ich schäme mich, ich hab das Datum erst heute genau angeguckt. D:

      Hausereignis #6
      lucilla & jonathan
      Der Brief hatte sie so schnell erreicht, wie die zerzauste Eule hatte fliegen können, welche in den späten Morgenstunden vor der Drei-Zimmer Wohnung von James und ihr aufgetaucht war und gegen das Fenster geklopft hatte mit dem harten Schnabel. Lucilla hatte erwartet, dass er für James sein würde. Oder für Aloysius oder vielleicht auch für Jaewan und die Eule hatte sich um ein Fenster geirrt. Als sie aber das Fenster öffnete, einen Keks anbot und den Brief vom dünnen Beinchen des Vogels schnürrte, fiel ihr ihr Name ins Auge, leicht krakelig geschrieben. Dass sie Post bekam, war fast etwas Neues für die Brünette und wie immer wurde sie aufgeregt, schnappte ihn sich und rollte das Stück Pergament auseinander. Der Vorschlag darauf kam der Mabes so willkommen, dass ihr Herz auf der Stellte schneller klopfte und sie ein freudiges Gefühl der Aufregung überkam - trinken gehen mit Jonathan, wenn das nicht der beste Weg war die Zeit tod zu schlagen, wusste sie also auch nicht.
      Die Brünette brauchte nicht lange um sich fertig zu machen. Hatte früher noch die Eitelkeit gesiegt, war sie nun komplett auf der anderen Seite, war zufrieden mit einem alten Kleid und einem durchkämmen ihrer Haare mit den Fingern nachdem sie eine gefühlte Ewigkeit unter der Dusche gestanden hatte. Wie sollte sie auch wissen, dass die Beiden zu einer Auktion gehen würden und da den harten Stoff suchen würden? Lucilla rechnete damit, dass sie sich in einer Bar aufhalten würden, dass er ihr Zeug mitbrachte zum einwerfen und besser schlafen. Deswegen zog sie sich nun die Lederjacke über, schlüpfte in ein paar Heels ohne die sie dann doch nicht leben konnte und steckte dem Anderen ihrerseits als Gefallen ein Päcklein mit diversen Kräutern in die Tasche. Sie schrieb weder James noch Loy eine Notiz, stattdessen wurde der Zauberstab eingesteckt, die Tür fiel hinter ihr ins Schloss und die hohen Schuhe klackerten auf der Treppe nach unten. Die beiden mochten noch schlafen aber die ehemalige Ravenclaw hatte gelernt, ebenso wenig Rücksicht zu nehmen auch wenn dies zweifelsohne ein harter Prozess gewesen war und es zwischenzeitlich noch nicht immer zu klappen mochte. Heute aber war so ein Tag und als sie die Haustür ebenso mit einem Rumms zufallen lassen hatte, atmete sie tief ein, genoss die kühle Brise welche mit ihren Haaren spielte. Sie setzte sich auf die Treppe vor der Türe, streckte die langen Beine aus und wühlte in den Taschen nach ihren Kippen, von denen sie sich zugleich eine zwischen die Lippen steckte und anzündete. Tiefe Züge inhalierend checkte das Mädchen die Packung Kippen, in die sie immer einige, klein gefaltete und vor allem zerknitterte Scheine Muggelgeld steckte. Sie hatte noch genug, um auch in einer Bar Nichtmagier trinken zu können und selbst wenn nicht wäre sie sich sicher gewesen, das Jonathan ihr einen ausgeben würde. Die beiden hatten seit dem Treffen auf der Brücke eine Art gute Kollegialschaft entwickelt. Die Brünette mit den langen, kaputten Haaren und den rehbraunen Augen, die von dunklen Schatten unterlegen waren, züchtete Kräuter für den reichen Sohn eines erfolgreichen Unternehmers, im Gegenzug bekam sie Pillen von ihm, die sie gut schlafen liessen, die die Alpträume verdrängten und manchmal sogar den Schmerz, so dass man sich richtig taub fühlen konnte. Dafür war sie dem Havisham unendlich dankbar und auch wenn ihr bewusst war, dass das auf Dauer keine Lösung war, wollte sich die junge Frau momentan keine Gedanken darüber machen. Stattdessen genoss sie viel lieber die Tatsache, dass sie gut mit Jonathan auskam und er sie per Brief dazu aufforderte, mit ihm trinken zu kommen. Ein weiterer Zug der Zigarette wurde genommen, die Strasse auf und ab geblickt. Ja, sie freute sich tatsächlich.

      @Jonathan Havisham


      // Edit von Penny: Ich habe den Threadnamen ans vorgegebene Schema angepasst und aus "Abenteueraufgabe" "Hausereignis" gemacht, damit es nicht zu Verwirrungen kommt und der Thread korrekt in der Liste erscheint.
    • Jonathan hatte ein Talent dafür aus dem Lästigen, etwas Unterhaltsames zu machen. Auch wenn er zugeben musste, dass diese Aufgabe, die ihm für den heutigen Tag zuteil geworden war, schon aufregender klang, als das, was er gewöhnlich zu erledigen hatte. Doch obgleich er schon seit gut anderthalb Jahren in seinem Job arbeitete, hatte er seine jugendliche Anti-Haltung noch immer nicht abgelegt, weshalb ihm so gut wie alles lästig vorkam. Immerhin hatte Jonathan inzwischen verstanden, dass seine Arbeit interessanter wurde, je mehr Leitersprossen man erklomm. Die Langsamkeit mit der dieser Fortschritt allerdings zu statten ging schmälerte seine Motivation dezent. In seiner Abteilung waren sie trotzdem zu der Entscheidung gekommen, dass er inzwischen genug Verantwortung tragen konnte, um zu Proserpina Vanderbilts Versteigerung ganz alleine zu gehen. Sein Vater hielt sich für zu wichtig, um sich in leibhaftiger Form dort blicken zu lassen – opportunistisch wie er war, hatte er sicher im Vorneherein schon alles aussondiert, was für ihn von Interesse war und hielt es nun für ausreichend, einen seiner Laufburschen zu schicken, sollte sich doch noch das ein oder andere Geschäft ergeben. Da die sonstigen Verdächtigen im Urlaub, Ausland oder ihrer Midlife Crisis steckten, hatte die Firma schlichtweg ihr nicht ganz so talentiertes Nachwuchstalent geschickt, der einmal das prestige- und galleonenträchtige Unternehmen Havisham Insurances Ltd. beerben sollte: Jonathan Lucas Havisham. Dieser spielte allerdings nach seinen eigenen Spielregeln. Sollte er schon einmal alleine on tour sein, dann würde er sich ja wohl auch amüsieren dürfen. Nachdem Lola kein sonderliches Interesse daran gezeigt hatte, sein hübsches Anhängsel zu spielen, hatte er kurzerhand einen Brief an seine gute und dabei doch eher oberflächliche Freundin Lucilla Mabes geschickt. Sie hatten einen guten Draht zueinander gefunden - menschlich und geschäftlich -, auch wenn er sie während der Schulzeit so gar nicht auf dem Radar gehabt hatte. Doch im Gegensatz zu Lola schien sie sich über eine Gelegenheit, mit ihm etwas zu unternehmen, gefreut zu haben. Überhaupt machte sich seine Freundin sonderbar rar in letzter Zeit. Ein Grund, warum er kein schlechtes Gewissen hatte, mit der Brünetten auf diesem Event aufzutauchen. Ihm war bewusst, dass er auf diesem Event eher damit beschäftigt sein würde, auf die unförmigen Köpfe griesgrämiger Kobolde zu starren, als den roten Teppich entlang zu spazieren, doch auch hier galt es: Sehen und Gesehen werden.
      Er hatte sich in seiner Einladung an Lucilla nicht sehr eindeutig ausgedrückt, weshalb sie sicherlich überrascht sein würde, wenn er sie – anstatt in den nächstbesten Pub – in diese Ruine führte. Doch mit ihm konnte man überall Spaß haben. Dieses Gütesiegel hätte er sich gerne selbst verpasst, hätte es in seiner Macht gestanden.
      Sie wartete bereits auf den Treppenstufen vor ihrem Haus. „Hey babe“, begrüßte er sie galant, bevor er sie umarmte. „Ich hab‘ mir da was ganz Besonderes ausgedacht für den heutigen Nachmittag“, verkündete er ihr. Dass er eigentlich geschäftlich unterwegs war und sich durch sie nur die nötige Ablenkung erhoffte, seinen Arbeitsalltag etwas zu versüßen, verschwieg er gentlemanlike. „Sag ma', hast du von dieser Versteigerung gehört?“, fragte er mit einem gewinnenden Lächeln.

      Sie apparierten direkt vor die baufällige, alte Villa, trugen sich als Besucher ein und sahen sich dann im Atrium um. Jonathan erkannte einige der herumschwirrenden Zauberer und Hexen, beschloss den Smalltalk auf später zu verschieben und sich erstmal darum zu kümmern, etwas Schwung in diese Veranstaltung zu bekommen – und Jonathan hatte eine sehr begrenzte Vorstellung, wenn es darum ging, Schwung in etwas zu bringen. „Meinste die hab’n hier ‘ne Bar oder so?“, meinte er mit etwas gesenkter Stimme und sah sich unaufällig um. Hätte er mal seinen Flachmann eingesteckt. „Oder noch besser, ‘n Weinkeller oder so?“, fuhr er fort, an das Anwesen seiner eigenen Eltern erinnert. „Wie nice das wär‘“, stieß er beinahe etwas sehnsuchtsvoll aus. Wenn er sich hier so umblickte, schien ihm diese Aussicht bei Weitem attraktiver als der Plunder, auf den sie hier bieten konnten. „Wollen wir das ma‘ auschecken?