[1.Stock] Ein verstaubtes Schlafzimmer

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    • [1.Stock] Ein verstaubtes Schlafzimmer

      #2 Unfreiwillige Kammerjäger mit @Zehra Rubilyn Grey

      Wir hatten es wirklich geschafft. Zum Glück hatte meine Chefin mein Anliegen verstanden und mir frei gegeben. Morgen würde ich kleinen Kindern vom verwunschenen Anwesen der Vanderbilts berichten können. Mrs. Sunflower hatte sich als grosse Antiquitäten-Liebhaberin herausgestellt, die mir dieses Erlebnis nicht verwehren wollte. Es sei einzigartig und jeder sollte die Chance haben auf einem solch historischen und wunderschönen Anwesen zu lustwandeln. Natürlich würde ich persönlich nicht mit bieten. Erstens reichte mein Lohn als magische Erzieherin dafür nicht und zweitens war ich dazu einfach zu wenig materiell veranlagt. Mir waren Menschen immer noch lieber, als Dinge. Aber alleine wollte ich auf so einem Event auch nicht auftauchen. Das wäre wirklich öde gewesen. Und auf Zehra konnte man sich verlassen. Die war für kleine Abenteuer immer zu haben.
      Zu zweit waren wir also vor dem Grundstück appariert. Es war genauso wie auf den magischen Fotos. Das Haus schien wirklich rieeesig zu sein. Verstaubt, aber sicher auch voller Geheimnisse. Bei der Besucherliste hatte ich mich brav eingetragen. Eigentlich hatte ich nichts zu befürchten. Ich war nicht völlig pleite und lebte auch sonst auf der legalen Seite der Welt. Staunend sah ich mich in der alten, grossen Eingangshalle um. Schon dieser Raum war beeindruckend. Die Auktion fand in einem anderen Raum statt, aber die reizte mich eigentlich gar nicht so sehr. Lieber wollte ich das Anwesen erkunden. "Wie ernst man diese Schilder wohl nehmen sollte?", flüsterte ich zu Zehra und deutete auf ein eindeutiges Warnschild vor der Treppe zum ersten Stock. "Lass es uns rausfinden.", fügte ich verschmitzt lächelnd hinzu und betrat mutig die knarrende Treppe. Ein paar Stufen übersprang ich bewusst, denn sie wirkten morsch. Oben angekommen folgte ich dem langen Gang zu einer Zimmertür und betätigte auf gut Glück die Klinke. Die Tür öffnete sich geräuschlos. Kaum eingetreten musste ich auch schon laut husten: "Puh! Wie kann man mit soviel Staub noch atmen?", fragte ich Zehra entgeistert und betrachtete die dicke Staubschicht auf dem Himmelbett. Auch der Vorhang vor dem einzigen Fenster war staubig und hing nur noch leblos und traurig herunter. Aber war er wirklich so leblos?

      Vielen Dank Ella :3

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Conny Willer ()

    • So ganz genau wusste Zehra nicht, was sie hier suchte. Aber wenn eine Freundin einen Arm zur Begleitung suchte und ein Tag voller Spaß und Unterhaltung in Aussicht stellte, was die mittlerweile ausgelernte Heilerin die Letzte, die absagte – besonders, weil das sehr sehr gemein Conny gegenüber gewesen wäre. Nein, die brünette Hexe tat dies nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern auch, weil sie diesen Ausgleich nach den echt stressigen letzten Tage war, die das St. Mungos in einen gefräßiges Monsterbuch der Monster verwandelte, das jeden Heiler verschluckte, der sich dorthin wagte und erst arg später wieder ausspuckte. Ja, irgendwie herrschte aktuell Hochsaison. Und deshalb bot ein wenig Tapetenwechsel für die Blonde auch mal etwas Reizvolles.
      Bei dem Anwesen musste sie deshalb auch arg strahlen. Ein gewisses Funkel hatte sich in ihre Augen gesetzt und konnte auch durch den Staub, der überall lastete, nicht weiter gemindert werden. Sie wusste auch, dass es vielleicht nicht die beste Idee gewesen war, an solchen Warnschildern vorbeizugehen. Die Hufflepuff in ihrem Inneren sagte ihr, dass es sich nicht gehörte und vermutlich gefährlich war, doch sie war nicht ohne Grund eine Hutklemme gewesen. Deshalb hatte sie auch einen Zeigefinger auf ihre Lippen gelegt und sich noch einmal kurz umgesehen, ehe sie kichernd zusammen mit der anderen losgelaufen war. Es war ein Schlafzimmer, welches im Endeffekt vor ihnen lag und sich nun nicht so erheblich von anderen Zimmern unterschied – mit Ausnahme davon, dass alles größer und altmodischer war. Und dennoch hatte Zehra das Gefühl, dass sie hier in einem Abenteuer war!
      Kein Wunder also, dass sie nur einmal kurz zusammenzuckte, als neben ihr etwas geschah und dann gleich dahin tippelte, um es in den Blick zu nehmen und ihre Gedanken lauthals zu teilen. „Uh wie witzig! Ein hüpfender Schrank!“, trällerte die junge Ex-Hufflepuff und deutete recht lebhaft auf das etwas ältere Möbelstück, was in einem unnatürlichen und komischen Rhythmus wackelte und schaukelte, aber komischerweise nicht wirklich seine Staubschicht verlor, obwohl der Raum dennoch mit einer gewissen Menge dieses unschönen Zeugs gefüllt war – zumindest der Luft nach zu urteilen. Vermutlich hatte sich der Staub einfach schon zu sehr festgesetzt. Doch dieser Schrank sollte nicht allein bleiben, denn als sich Zehra umdrehte, fiel ihr gleich das nächste sich bewegende Möbelstück auf, auf das sie eifrig deutete, nachdem sie Conny am Ärmel gezupft hatte. „Und ein hüpfender und wackelnder Bettkasten…“ Damit wackelte gleich das ganze Bett mit, wenn auch nicht so enthusiastisch wie die Kommode. „Oh guck mal, der Vorhang wackelt auch! Hihi, was das wohl ist?“ Ein bisschen erinnerte es die Brünette an die Zeit damals, als sie in der Schule diesen Inanimatus-Zauber von Professor Lafayette gelernt hatte. Dieses lebhafte Ding hatte ihr im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Kopf herumgetanzt! Unwillkürlich griff sich die Heilerin deshalb an den Schopf, fast als müsste sie testen, ob diese Feder dort kleine Krater hinterlassen hatte. Doch aktuell hatte sie nur Augen für das Mobiliar. Echt ulkig!


      - das blühende Bäumchen -
      Teilweise auch als Baum, als Klatschmohn und Irgendetwas Namenloses unterwegs
    • Ich musste nur einen Blick auf meine Dachsfreundin werfen um zu sehen, dass sie genau so von der Abenteuerlust gepackt war, wie ich selbst. Und das sagte mir sehr zu. Erwachsenwerden war ja schön und gut-aber ab und zu sollte man auch ein wenig das innere Kind rauslocken. Alles Andere gäbe nur Sorgenfalten und Griesgrämigkeit.
      Ausserdem war der Job mit den Kindern zwar schön, aber auch verdammt anstrengend. Zehra als Heilerin konnte da bestimmt auch ein Liedchen davon singen. Es war eben nicht immer so easy mit so unterschiedlichen Persönlichkeiten zu tun zu haben. "Wie läufts im St.Mungo?", fragte ich daher beiläufig. Wenn man seine alte Hogwartsfreundin wieder traf, sollte man die Zeit nutzen, um Verpasstes aufzuholen. In Briefen hatte man leider irgendwie nur Platz für den Smalltalk und konnte auch nicht immer zwischen den Zeilen lesen. Wenn man sich dann gegenüberstand, war das deutlich einfacher.
      Auch bei mir war sich der sprechende Hut seiner Sache nicht so sicher gewesen. Ich wäre beinahe eine Dächsin geworden, wenn der sprechende Hut nicht doch noch ein Portiönchen mehr Mut bei mir gesehen hatte, als bei Anderen. Vielleicht war das auch die Erklärung dafür, warum ich soviel Zeit mit Zehra verbracht hatte. Wir hatten mehr gemeinsam, als man vielleicht auf den ersten Blick denken würde.
      "Das Abenteuer ruft! Das lässt man nicht warten.", sagte ich strahlend, als ich die Zimmertüre öffnete und mich im verstaubten Zimmer umsah. Eigentlich könnte man ein Fenster öffnen? Wo Vorhänge waren, mussten doch eigentlich auch Fenster sein? Jetzt bemerkte ich allerdings die Eigenheit des Zimmers auch. Das Zimmer lebte. Zumindest die Möbel schienen sich zu bewegen, zu wackeln und zu beben. War das eine Warnung? Eine Art Abwehrsystem gegen Einbrecher vielleicht? Eigentlich sollten wir ja nicht hier sein. Vielleicht wussten das die Möbel? In einem magischen Anwesen war bekanntlich alles möglich. Und jetzt hörte ich auch ein sonderbares Geräusch. Der Bettkasten, der Schrank und der Vorhang summte. Als würde er eine kleine Melodie zum Besten geben wollen. "Hör mal! Hörst du das Summen auch? Irgendwie erinnert mich dieses Geräusch an etwas....", sagte ich nachdenklich. Nur hatte ich ein viel zu ordentliches Haus gehabt in meiner Kindheit um diese Geschöpfe kennen zu können, die sich hinter den Vorhängen und in den Möbeln versteckt hatten. Und so blieb die Gefahr unentdeckt-vorerst.

      // @Zehra Rubilyn Grey

      Vielen Dank Ella :3