[1. Stock] Eine kleine Bibliothek

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    • [1. Stock] Eine kleine Bibliothek

      Abenteueraufgabe #3: Fluchbrechen nach Anleitung
      @Aloysius E. W. Alston & @Salome Todorova

      Auch wenn es im verstaubten, ersten Stockwerk lange nicht so laut wie im Atrium ist, so gibt es doch einige Räume die eindeutig belebt sind. Neugierige Gäste kichern in manchen Zimmern, während sie in Schubladen wühlen, hie und da gibt es die ersten Streithähne, die einen Rückzugsort brauchen und hinter manchen Absperrungen sind tatsächlich noch Fluchbrecher am Werk, die ihrer Arbeit recht entspannt nachgehen. Für sie lockt hier weder die große Herausforderung, noch kann sich das Vanderbilt-Anwesen mit alten Zauberergräbern messen, aber… Arbeit ist eben Arbeit. Entsprechend unbefangen entscheidet sich eine dreiköpfige Gruppe im ersten Stock allerdings endlich mal eine Pause einzulegen und das Büffet für die Gäste zu plündern. Sie lassen eine kleine Bibliothek zurück, die vor der Auktion zwar größtenteils geplündert wurde, nun aber vollgestopft mit Planzeichnungen und seltsamen Messinggeräten ist, die die Fluchbrecher offensichtlich für ihre Arbeit genutzt haben. Kreidezeichnungen auf dem Boden und die Ausrichtung der Pergamente machen sehr, sehr deutlich, dass sie gerade einem seltsamen Kamin zu Leibe rücken hinter dem sich laut Grundriss noch ein rundes Zimmerchen verbergen muss. Über das Kunsthandwerk, das offensichtlich ein aufgerissenes Löwenmaul darstellen soll, lässt sich streiten, in Auge fällt jedoch ein seltsames Mosaik über dem Kamingesims, das auf den ersten Blick so gar nichts darstellt.
      Die Aufzeichnungen der Fluchbrecher haben bereits Möglichkeiten skizziert und es scheint so, als müsste ihnen nur noch gefolgt werden. Ziemlich einfach, oder? Für die, die das Abenteuer lockt und es mit Regeln und Risiken eh nie so ernst genommen haben, bietet sich nun die perfekte Unterhaltung abseits vom Geschehen… Die Zeit drängt jedoch!



    • @Aloysius E. W. Alston

      Die Bulgarin war noch nicht lange in dem Gang unterwegs, in dem sich niemand die Mühe gemacht hatte ihn zu entstauben oder gar vernünftig zu erhellen, hatte die wenigen Türen die ihren Weg passiert hatten verschlossen vorgefunden, als aus der entgegengesetzten Richtung Stimmen erklangen. Sie hielt im Gehen inne und lauschte. Die Stimmen bewegten sich eindeutig in ihre Richtung und da sie keine große Lust verspürte jetzt schon auf Wachposten zu treffen, die ihre Aufgabe ausnahmsweise ernst nahm drehte sie auf dem Absatz um und ging zurück.
      Wieder im Atrium angekommen stellte sie sich nahe der Treppe an das Buffet, vielleicht war die Chance in den oberen Stockwerken ja größer ungestört stöbern zu können. Die Schwarzhaarige tat gelangweilt und griff sich ein Häppchen von der Tafel, ließ dabei ihren Blick über die Leute gleiten die sich noch im Raum befanden. Den ein und anderen erkannte sie, ebenso das auffallende rote Haar der Kräuterhexe aus Hogsmeade, doch allzu viele Besucher hielten sich nicht mehr im Atrium auf. Einige waren schon in die Räume weiter gegangen, in denen sich die kleineren Auktionen abspielen würden. Der Tand, der dort zu ersteigern war interessierte die Bulgarin nicht, doch zum Schluss bei der Hauptauktion wollte sie unbedingt dabei sein. Nachdem das Häppchen gegessen war und sich in dieser Zeit auch die restlichen Leute langsam aus dem Atrium entfernten, nutzte die Hexe die Gelegenheit um sich an dem Betreten verboten Schild vorbei die Stufen hinauf zu schieben.
      Im ersten Stockwerk angekommen bemerkte sie etwas pikiert, dass sie sich gar nicht solch eine Mühe hätte geben müssen, denn jene, die schon vor ihr die Stufen erklommen hatten gaben sich kaum bis gar keine Mühe ihre Anwesenheit hier oben zu verbergen. Salome schnaubte lautlos. Die Leute hatten ja keine Ahnung, da machte das Ganze doch überhaupt keinen Spaß. Dass die Aurorin auch weiterhin lautlos lief war eher ihrer Ausbildung und dem ständigen Training geschuldet, als dass sie sich tatsächlich noch Mühe gab. Sie kam an einigen Türen vorbei, manche waren geschlossen, doch die gedämpften Stimmen dahinter verrieten neugierige Besucher. Andere hatten sich nicht einmal die Mühe gemacht die Tür wieder zu schließen und so halten deren Stimmen schon lauter in den Gang. In einem Zimmer gar stritten sich welche um irgendeinen Müll, welcher so wertlos war dass er nicht einmal mit ausgeräumt geworden war. Beinahe ungläubig schüttelte sie den Kopf.
      Sie ließ all diese Zimmer hinter sich und steuerte eines weiter hinten an, dessen Tür zwar ebenso offen stand, aber die Stimmen darin sich deutlich gemäßigter und unaufgeregter anhörten. Langsamen Schrittes ging sie an dem Zimmer vorbei und warf einen Blick hinein. Da waren doch tatsächlich noch drei Fluchbrecher dabei ihrer Arbeit nach zu gehen. Viel konnte sie auf einen Blick nicht sehen, nur die Kreidezeichnungen auf dem Boden und ein Wust an Pergamenten. Einer der Fluchbrecher fluchte leise und beschwerte sich, der Hunger würde ihm gleich ein Loch in den Magen fressen, dann war sie schon an dem Zimmer vorbei. Vielleicht entschlossen sich die drei ja das Buffet zu stürmen, jetzt wo der Andrang der Besucher sich auf die Auktionszimmer verteilt hatte. Kurzentschlossen bog die Schwarzhaarige in das nächste offene Zimmer, lehnte sich an die Wand neben der Tür, lauschte den Geräuschen aus dem Nebenzimmer und wurde belohnt. Offenbar hatten die drei beschlossen sich ein paar der Häppchen einzuverleiben. Salome konnte dies nur empfehlen, diese waren tatsächlich akzeptabel. Nach wenigen Sekunden warf sie einen Blick in den Gang und sah, wie die drei die Treppe hinabstiegen. Sonst war niemand auf dem Gang zu sehen, also stieß sie sich von der Wand ab, huschte in das Zimmer dass die drei so offen stehen gelassen hatten und schloss die Tür hinter sich.
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    • @Salome Todorova

      Das untere Stockwerk war nicht wirklich interessant, soweit Loy das beurteilen konnte. Eigentlich hatte er sich echt etwas anderes erhofft, als er von dem Vanderbilt-Anwesen gehört hatte. Aber irgendwie war dieses Haus doch wirklich nur eine Bruchbude. Ins Atrium zurück konnte der junge Mann aber auch nicht, weshalb er weiter durch die Korridore wandelte und ab und zu jemanden entdeckte, der es hier wohl eindeutig spannender fand als er selbst. Wenigstens fand er nach einiger Zeit eine Bedienstetentreppe nach oben, sodass er sich in den ersten Stock begab, wo vermutlich weniger los sein würde. Vielleicht waren ja auch hier noch die ungelösten Rätsel. Eigentlich war er ja kein Typ dafür, aber er wusste auch nicht recht, was er hier sonst machen sollte. Und wieder zurück zu Lauren und ihrem angeheirateten Schatz wollte er auch eindeutig noch nicht. Sie könnten sich später auch noch zur Genüge die Köpfe einschlagen.
      Es war erstaunlich, aber scheinbar interessierte sich hier wirklich keiner der Anwesenden für die "Betreten verboten"-Schilder. Überall hörte er es munkeln und manchmal sogar lauter werden. Es war ein wenig ernüchternd, denn wenn die Leute alle hier einfach einfallen konnten, bedeutete das dann wohl doch, dass es hier nicht mehr viel von Wert zu holen gab. Oder aber den Kobolden war es einfach nur egal. Als plötzlich drei Personen in den Korridor traten, drückte er sich schnell in den nächsten Türrahmen und wartete darauf, dass sie an ihm vorbeikamen und hoffentlich nicht bemerkten. Doch sie waren sowieso viel zu beschäftigt damit ihre doofe Arbeit zu monieren, die sie wohl gerade verlassen hatten, und dass sie sich vielleicht eine längere Pause mal gönnen konnten. Dadurch sahen sie den jungen Alston gar nicht im Schatten und Loy wartete noch einen Moment, bis sie die Treppe hinunter verschwunden waren. Das mussten Fluchbrecher gewesen sein. Und wo Fluchbrecher an der Arbeit waren, gab es vielleicht doch noch etwas zu holen. Er schälte sich also aus der Dunkelheit und wandte sich in Richtung des Zimmers, aus dem sie gekommen waren. Nur um eine offenbar ebenso neugierige junge Frau darin verschwinden zu sehen. Irritiert blinzelte er und zögerte für einen Moment. Sie war damit schließlich zuerst dagewesen. Gleichzeitig hatte sie aber genauso wenig das Recht wie er, hier unterwegs zu sein, sodass es eigentlich gleiches Recht für alle geben musste.
      Also setzte er sich wieder in Bewegung und trat hinter der Frau in den Raum ein, der sich als Bibliothek entpuppte. Hier waren eindeutig gerade noch Leute an der Arbeit gewesen, wie man an Kreidezeichnungen auf dem Boden und an all den Pergamenten erkennen konnte. "Guten Tag, die Dame", meinte er mit einem nonchalanten Nicken zu der jungen Frau, während er sich schon sehr interessiert den Pergamenten zuwandte, ohne auch nur die Anwesenheit der Frau großartig in Frage zu stellen. Wenn jetzt von ihr käme, was er hier zu suchen hatte, würde er ihr genau das gleiche entgegnen können. Kurz deutete er auf den Kamin. "Die Fluchbrecher haben hier dran gearbeitet, oder?" Wenn schon jemand anderes da war, konnte man sich ja auch eine zweite Meinung einholen, selbst wenn es bereits ziemlich eindeutig war.

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    • @Aloysius E. W. Alston


      Der Raum, in den sie gerade nur einen flüchtigen Blick hatte werfen können und in dem sie sich jetzt richtig umsah, als eine kleine Bibliothek. Größtenteils war sie schon leergeräumt, nur ein paar offene Kartons standen noch am Rand herum, nach einem oberflächlichen Blick hinein wusste sie auch, weswegen die noch hier standen. Dort war nichts mehr was sich zu Geld machen ließ, die Dinge hatten die Kobolde längst gesichert.
      Also lenkte sie ihre Aufmerksamkeit den Sachen zu, mit denen sich offensichtlich die Fluchbrecher befasst hatten und die hoffentlich noch ein kleines Weilchen im Erdgeschoss bleiben würden. Salome achtete darauf nicht auf die Kreidezeichnungen zu treten während sie sich den Pergamenten und Messgeräten näherte. Zum einen wollte sie sie nicht verwischen und zum anderen, was wusste sie schon davon welche Möglichkeiten so ein Fluchbrecher hatte? Die Aurorin verspürte nur wenig Lust einen Zeh einzubüßen oder gleich den ganzen Fuß.
      Die Pergamente als auch die Kreidezeichnungen am Boden erwiesen sich wider erwarten als interessant. Die kleine Gruppe Fluchbrecher schien sich mit diesem monströsen Kamin befasst zu haben, denn laut einem Pergament sollte sich dahinter noch ein Raum befinden. Sofort kribbelte ihr die Neugierde unter der Haut; oder es war die plötzliche Anwesenheit einer anderen Person im Raum. Sie musste unbewusst die Schritte des jungen Mannes gehört haben, der sich jetzt so unverschämt selbstverständlich in den Raum schob und ihr liebenswürdig und ungezwungen einen Gruß zukommen ließ. Sie hatte bei seinem Eintreten schon den Blick von den Papieren genommen und zog nun skeptisch eine Augenbraue hoch. Während Salome noch überlegte ob sie ihn darauf hinweisen sollte, dass er sich hier oben nicht befinden durfte, verwarf sie die Idee gleich wieder, auch wenn es ihr sehr danach war ihm seine selbstsichere Art zu nehmen; denn einerseits waren viele, viel zu viele andere Gäste ebenfalls im ersten Stock verteilt, andererseits hätte sie nur mit dem Rücken des Mannes gesprochen. Der schien nämlich beschlossen zu haben die Bulgarin zu ignorieren und sich selbst die Sachen der Fluchbrecher anzusehen.
      Also ließ sie die Höflichkeitsfloskel gleich weg und wollte ihn anfahren, was er wohl gedachte hier zu machen. Aber auch diese Worte sollten nie ihre Kehle verlassen, denn dieser verdammte Kerl hatte sie schon jetzt Zeit gekostet, die ihr hinterher womöglich fehlen würde.
      Inzwischen stand auch er bei den Papieren und erkannte folgerichtig das Ziel, an dem die Fluchbrecher gearbeitet hatten bevor die ihren knurrenden Mägen folgend das Buffet aufgesucht hatten. Also gut. Die Bulgarin zügelte ihr Temperament und würde sich zurückhalten… “Ja.“, erwiderte sie mit einem kurzen Nicken. “Wie es scheint befindet sich noch ein Raum hinter dem Kamin.“ Der nun wirklich sehr talentbefreit aussah. “Offensichtlich waren die Fluchbrecher gerade dabei herauszufinden wie sie dorthin gelangen können. Die Skizzen hier sehen vielversprechend aus.“ Dabei wies sie mit der Hand auf einige Aufzeichnungen die die Gruppe schon per Hand gemacht hatte.
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    • @Salome Todorova

      Aloysius wusste, dass er sich insgesamt ziemlich unmöglich verhielt und da trat auch mal endlich wieder sein altes Ich zum Vorschein, dass er schon beinahe vergessen geglaubt hatte. Wenn man dauerhaft alkoholisiert war, verlor man nun mal irgendwann seinen Schneid. Aber jetzt hatte er ihn ja wiedergefunden und traf wohl genau den richtigen Ton, dass die junge Frau gar keine Widerworte fand. Sie sah eigentlich sehr taff aus und hätte er sie nicht auf frischer Tat ertappt, hätte er sich schon gut vorstellen können, von ihr angeschnauzt zu werden. Aber so konnten sie diesen Part wenigstens auslassen und sich wichtigeren Dingen zuwenden. Und das war der ominöse Kamin, an dem die Fluchbrecher wohl gearbeitet hatten. Das bestätigte nun auch die junge Frau neben Loy, von der er noch nicht einmal den Namen erfahren hatte. Aber die Zeit drängte, denn auch wenn die Fluchbrecher sich erst mal die Mägen vollschlagen wollten, war nicht gesagt, wie schnell sie wieder da sein würden. Also beugte sich Loy über das besagte Pergament, auf das seine unfreiwillige Mitstreiterin hinweiste, um es genauer unter die Lupe zu nehmen. Es war das Bild eines Eichhörnchens und aus einem Pfeil neben der Zeichnung war zu erkennen, dass es wohl das Mosaik über dem Kamin sein musste, dass nun mal gerade so gar nicht wie ein Eichhörnchen aussah, als Loy zu diesem hochschaute. "Ich glaube, das heißt, dass wir puzzlen müssen", meinte er mit einem enttäuschten Seufzen, weil er gehofft hatte, irgendwelche coolen Fallen zu entdecken und diese zu entschärfen. Das, was Fluchbrecher sonst eigentlich taten, soweit er das wusste. Kein Wunder, dass sich die dafür angstellten Fluchbrecher darüber beschwert und wenig Lust gehabt hatten, ihrer Arbeit nachzugehen.
      Doch bevor Loy an den Kamin herantrat, betrachtete er noch einmal die Kreidezeichnungen auf dem Boden. "Sind das irgendwelche Schutzrunen?" Er hatte alte Runen nach der fünften abgewählt, weshalb er keine Ahnung hatte. Aber bevor die irgendwas triggerten, wollte er doch lieber noch mal auf Nummer sicher gehen. Und wenn es wirklich nur Schutzrunen waren, war das Mosaik vielleicht doch vertrackter als es aussah? Vorsichtig ging er zum Kamin darauf bedacht, die Kreide nicht zu verwischen, und sah sich nach irgendwelchen Mechanismen am Sims und dergleichen um. Was vermutlich nur einen mäßigen Erfolg haben konnte, da magische Fallen sich deutlich besser tarnen konnten als die muggeligen, die Loy bei manchen Filmmarathons mit James gesehen hatte. Es war auch nicht wirklich was zu entdecken. Ein alter verstaubter Kamin in einer leeren Bibliothek eben. Aloysius zückte seinen Zauberstab und sah noch einmal zu der Frau hinüber. "Wo soll ich anfangen?" Vom Tisch aus hatte sie einen besseren Überblick über das Mosaik und zusätzlich noch die Zeichnung, wie es am Ende aussehen müsste.

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    • //Wie gewünscht habe ich es weiter voran geschrieben. Wenn etwas nicht stimmig ist.... du weißt schon. : )//

      Während sich der blonde junge Mann über besagte Pergamente beugte, beobachtete die Bulgarin ihn und bekam das sichere Gefühl ihn zu kennen; vage zumindest. Vielleicht aus Hogwartszeiten oder sie sind sich sonst wo schon mal über den Weg gelaufen, im Ministerium zum Beispiel. Aber gesehen hatte sie ihn definitiv schon einmal. Was allerdings noch lange nicht dessen unhöfliche Dreistigkeit ungeschehen machte. Und obwohl es völlig ab vom eigentlichen Thema ihres Hierseins war, fragte sie sich, wem nur er diesen Haarschnitt zu verdanken und ob er diese Person dafür zur Rechenschaft gezogen hatte. Dennoch, keiner ihrer Gedanken würde sie zum Ausdruck bringen und so auch keine Antwort erhalten, denn sie hatte nicht vor sich länger mit diesem Zauberer zu befassen als es unbedingt nötig war.
      Als er den Kopf hob folgte sie seinem Blick und nahm das kleine Mosaik über dem Kamin mit dem Löwenmaul, erst jetzt richtig zur Kenntnis. Zuvor hatte sich ihr ja keine Gelegenheit dazu geboten. Das Mosaik war klein und die Steine darin gänzlich durcheinander gebracht, stellte kein Motiv dar. Aus der Gewohnheit heraus nahm sie die Zeichnung dazu zur Hand und schaute sie sich genauer an, es schien tatsächlich so, als wäre das Mosaik der Schlüssel um in den Raum hinter dem Kamin zu gelangen. “Ja. Das müssen wir wohl, wenn wir in das Zimmer wollen.“ Ihr Tonfall machte deutlich, wie wenig es ihr gefiel diese Entdeckung mit einem Fremden zusammen machen zu müssen. Doch im Gegensatz zu dem Blonden war Salome nicht enttäuscht über das Puzzle, ein kleines Rätsel belebte den Geist und wurde von ihr gerne angenommen.
      Hatte sie vielleicht irgendeine Ähnlichkeit mit einem Kobold, dass sie so etwas ad hoc wusste? Um das zu erfahren müsste sie sich erst einmal mit den Kreidezeichnungen befassen und dazu fehlte nun wirklich jegliche Zeit, wo er doch einfach darum herum gehen konnte. Und wenn es als Schutz vor dem Mosaik gedacht war, nun, dass würden sie dann bald erfahren. Doch sie nahm sich zurück, zuckte mit den Schultern und sagte nur: “Möglich.“
      Sie blickte auf die Skizze und zurück auf das Mosaik, kniff die Augen etwas zusammen und überflog die Steinchen nach Ähnlichkeiten. Dann schließlich nickte sie und wies mit dem Finger auf eines der Steinchen. “Untere Reihe, der dritte Stein muss in die linke untere Ecke.“ Sie wartete bis er den Stein an der richtigen Stelle platziert hatte und gab dann die nächste Anweisung. Auf diese Weise bekamen sie etwa die Hälfte des äußeren Rahmens geschafft. Bis er nach dem falschen Stein griff und ihn ansetzte bevor sie etwas sagen und ihn bremsen konnte.

      @Aloysius E. W. Alston
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    • Wie bei allen Steinen zuvor ertönte zunächst nur ein leises 'Klick' als er an der passenden – oder in diesem Falle eher unpassenden – Stelle einrastete. Danach schien es völlig unauffällig still zu werden, abgesehen von dem leisen, tickenden Geräusch, das irgendwo hinter der Wand erklang und innerhalb von wenigen Sekunden lauter wurde. Es war unschwer zu erkennen, dass zunächst kein Zauber, sondern ein versteckter Mechanismus ausgelöst wurde, der sicher vor vielen Jahren von Koboldhand geschaffen worden war. Vermutlich hatte Gringotts alleine deswegen erahnen können, wo es im Haus noch Kostbarkeiten geben musste.
      Dann – ohne weitere Vorwarnung – erfüllte ein leises, aber durchdringendes Brummen den Raum und ließ die Tilen des Mosaiks wackeln. Die Kreiderunen auf dem Boden leuchteten, einige der Messinggeräte der Fluchbrecher begannen zu surren und wie aus den stilisierten Nüstern eines Drachens begann sich ein gräulicher Rauch aus den Voluten in der Verzierung des Kamingesimses zu ergießen – zuerst ganz langsam, jedoch stetig stärker werden bis schließlich ein gewaltiger Luftzug durch den Raum wirbelte und ihn in eine dicke Ladung Staub und Rauch hüllte, der kaum zu durchdringen war.
      Zwar bildete der leuchtende Schutzkreis eine Art Glocke, die einen Großteil der Subtanz zurückhielt, allerdings reichte das nicht aus, um alles zu blocken – er schien nur dafür gemacht den magischen Wind oder den Zauber an sich zurück zu halten, nicht aber das, was er herausgeschossen hatte. Und was das war… das stand auf keinem Pergament und war nur schwer zu erahnen. Es sah aus wie eine dreckige Mischung aus Sand und Mehl, roch unangenehm nach dem Staub, den gefeilte Fingernägel und schmeckte bitter beim Einatmen. Vielleicht hatten die es selbst noch nicht gewusst oder das ausstehende Schutzprotokoll 06 hätte etwas dagegen machen können…
      So schnell der plötzliche Ausbruch aus den Nüstern gekommen war, so schnell war er allerdings auch schon wieder vorbei und mit einem erneuten Klicken sprang die falsch gesetzte Tile frech einfach wieder zurück. Es war kein Alarm geschlagen worden und auch das Grollen war scheinbar nicht laut genug gewesen, um jemanden zurückzurufen… Tatsächlich sah alles sogar nach einem harmlosen Tricktresor aus, aber hätte Gringotts damit gleich mehrere Fluchbrecher beschäftigt? Verdächtig.
    • Das einzige, was Loy abhielt zu gehen, was seine unfreiwillige Kumpanin vermutlich begrüßt hätte, war die Überlegung, dass es vielleicht wirklich noch etwas zu holen gab in diesem alten Haus. Vor allem wo doch sogar ausgebildete Fluchbrecher daran gearbeitet hatten. Anderen Leuten ihr Hab und Gut wegzunehmen erschien Loy in diesem Moment nicht wirklich unmoralisch. Gerade in diesem Moment hing der Besitz ja so ein bisschen in der Schwebe und wenn das Haus noch gar nicht wirklich erkundet worden war, würde der zukünftige Besitzer sicherlich nichts vermissen, von dem er doch gar nicht wusste, dass es existierte. Also war es schon in Ordnung, dass Loy nun vorsichtig über die Kreidezeichnungen hinwegtrat und sich dem Mosaik näherte. Da sie gerade eindeutig keine Zeit hatten, sich mit Runen zu beschäftigen, mussten sie diese wohl erst einmal links liegen lassen. Loy wollte sicherlich nicht, dass sie von den Fluchbrechern erwisscht wurden, wenn diese zurückkamen.
      Also zückte Loy seinen Zauberstab, wie es auf der Skizze zu sehen gewesen war und wartete darauf, dass die junge Frau ihm den richtigen Stein zum Verschieben nannte. Mit Sicherheit wollte er gerade nichts falsch machen. Die Runen und die Fluchbrecher sprachen schließlich dafür, dass es Abwehrvorrichtungen geben könnte. Da war es eigentlich auch ganz gut, dass sie das jetzt zu zweit machten. Wenn ihm irgendwas passierte, würde seine Komplizin sicherlich helfen. Zumindest vermutete er das, immerhin hatte die junge Frau ihn trotz ihrer ruppigen Antworten nicht aufgefordert zu verschwinden. Loy hatte das Gefühl, dass unter ihrem harten Äußeren sicherlich ein hilfsbereites Inneres lag. Das war schließlich bei erschreckend vielen Menschen so. Drauf ankommen lassen, wollte er es jedoch nicht, weshalb er sich genau an ihre Vorgaben hielt und bis zur Hälfte des Mosaiks auch alles richtig machte. Nur dann schien es ein Missverständnis zwischen den beiden jungen Leuten zu geben, denn Loy glaubte felsenfest daran, genau das gemacht zu haben, was die Frau am Tisch ihm vorgegeben hatte. Der Stein rastete auch ein, weshalb Loy sich schon zu ihr umdrehen und sie fragen wollte, wie er weitermachen sollte. Da hörte er selbst das Ticken, das aus der Wand kam und seine Augen weiteten sich. Ein Brummen erklang, während er sich langsam rückwärts bewegte, das Mosaik jedoch nicht aus den Augen ließ. Da er seinen Zauberstab noch immer in der Hand hielt, konnte er ein "Protego!" aussprechen, sobald er den Rauch erblickte, der nun aus dem Kaminsims kam. Und das nicht zu spät, denn schon verteilte ein Windzug den Rauch im ganzen Raum. Loy drückte sich schnell seinen Ärmel vor Mund und Nase, konnte es jedoch nicht verhindern, dass er etwas Staub einatmete. Der Protego hatte den Staub nur anfangs behindert, da der Wind nicht durchgekommen war, sodass Loy jetzt an sich halten musste, nicht augenblicklich loszuhusten und dadurch noch mehr einzuatmen. Er presste weiterhin seinen Ärmel auf Mund und Nase und versuchte mit einem stumm heraufbeschworenen Wind den Staub unmittelbar vor sich loszuwerden, was zu seinem Glück auch gelang. Er wartete nur für den Bruchteil einer Sekunde, bevor er den Arm von seinem Gesicht senkte und so heftig zu husten anfing, dass es ihn krümmte. Der Staub senkte sich derweil, auch wenn es Loy in dem Moment reichlich egal war, schwindelte es ihn jetzt noch zusätzlich, sodass er zurückstolperte und sich am Schreibtisch festhielt. "Hättest...du nicht...deutlicher sein können...mit deinen Anweisungen?!", kam es trotz allem vorwurfsvoll zwischen den einzelnen Hustenattacken aus dem Mund des ehemaligen Slytherins.
      Er brauchte noch eine ganze Weile, bis er das Husten und den Schwindel einigermaßen im Griff hatte, sodass er auch einige normale Atemzüge nehmen konnte. Sein Gesicht war bestimmt knallrot von der ganzen Anstrengung und seine Kehle schmerzte, als er um den Tisch herumging und mit seinem Zauberstab zuerst auf die junge Frau und dann auf das Mosaik deutete. "Du machst da weiter" Er hustete erneut. "Ich gebe die Anweisungen." Sie musste ihm sicherlich zugestehen, dass er gerade wohl kaum direkt am Mosaik weiterarbeiten konnte. Wenn er durch ein plötzliches Husten abrutschte, würde das Ganze noch mal von vorne beginnen. Oder vielleicht gab es sogar noch schlimmere Sicherheitsvorkehrungen, denn eigentlich waren sie doch ziemlich glimpflich davongekommen.

      //Ich hoffe, dass das alles so passt :/ @Salome Todorova

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    • Die Bulgarin wollte schon aufatmen als der Stein mit einem Klicken einrastete, so wie die anderen Steine zuvor auch; vielleicht war es ja doch der richtige gewesen. Dann hörte sie es. Irgendwo in der Wand über dem Kamin fing es leise an zu Ticken. Misstrauisch zog sie die Brauen zusammen und wich zurück, bis sie die Wand im Rücken spürte. Das Ticken wurde stetig lauter und ging plötzlich in ein durchdringendes Brummen über, der Blonde zog Zauberstab und sie tat es ihm gleich, benutzte ihn jedoch noch nicht. Ein Zauber wäre ohne Vorwarnung ausgelöst worden; zumindest hoffte sie es. Vor sich sah sie die Runen auf dem Boden aufleuchten und die Geräte der Fluchbrecher spielten verrückt. Dann sah sie den grauen Rauch aus der Verzierung am Kamin dringen und hielt sich sofort ihren Umhang vor Nase und Mund. Keine Sekunde zu früh, denn nun wirbelte ein gewaltiger Luftzug den Rauch durch den Raum, selbst die Runen vermochten nicht alles zurück zu halten und so sah sie sich alsbald von dichtem Grau umgeben.
      Der Rauch brannte in den Augen und selbst durch den Stoff des Umhanges konnte sie schmecken wie bitter und staubig er schmeckte und wie sehr er im Hals kratzte. Gegen den kräftigen Husten konnte sie sich nicht wehren, nahm dabei aber den Umhang nicht von Mund und Nase weg. Dann wirkte sie einen Zauber um den Staub von ihrem Zedernstab aufsaugen zu lassen. Einen guten Teil bekam sie damit auch weg und der Rest verflüchtigte sich plötzlich von selbst.
      Na hoffentlich hatte niemand etwas davon mitbekommen, das Brummen war schon sehr durchdringend gewesen. Ihr Blick fiel auf den jungen Mann, der sehr viel mehr von dem Staub eingeatmet haben musste, so wie er sich krümmte beim Husten. Sie hatte mehr Glück gehabt, musste zwar auch Husten, aber beileibe nicht so heftig wie er. Es wäre müßig auf seine vorwurfsvolle Frage zu antworten und zu debattieren wer nun Schuld war. Stattdessen nahm ließ sie den Umhang los und schnaubte verächtlich, warf ihm dabei mit erhobenen Brauen einen unfreundlichen Blick zu. Dann begann sie mit dem gleichen Zauber sich selbst und ihre Kleidung zu säubern, denn sie sah aus als wäre eine Backstube explodiert.
      Als sie damit fertig war, hatte sich auch der Hustenreiz des Blonden gelegt. Dann konnten sie ja weitermachen, denn jetzt war sie erst recht neugierig was sich hinter dem Kamin befand; die Kobolde installierten nicht ohne Grund einen Abwehrmechanismus und setzten gleich drei Fluchbrecher ein um den Zugang zu öffnen.
      “Mach das nicht noch einmal!“, zischte sie den Mann böse an, als er seinen Zauberstab auf sie richtete. Ganz gleich, dass er nicht vorgehabt hatte sie anzugreifen. Sie kannte das Gefühl einer feindlichen Zauberstabspitze gegenüber zu stehen und brauchte es nicht öfter als Not tat. Ohne weiteren Kommentar ging sie zum Kamin. “Ich warte.“ Seine Anweisungen wurden immer wieder von einem Husten unterbrochen, doch sie kamen zügig weiter und wie es schien, ganz ohne einen weiteren Fehler. Plötzlich war das Mosaik komplett und mit dem Einrasten des letzten Steinchens ertönte ein weiteres Geschräuch.

      @Aloysius E. W. Alston
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