[Erdgeschoss] Ein abgelegenes Badezimmer

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    • [Erdgeschoss] Ein abgelegenes Badezimmer

      Nie im Leben hätte Garrick sich alleine unter so viele Menschen gewagt. Er war noch immer sehr schreckhaft gegenüber anderen Leuten und große Menschenansammlungen mied er eigentlich per se. Durch die Arbeit war der Umgang damit ein wenig besser geworden, was vermutlich auch der Grund gewesen war, weshalb er zugesagt hatte, einen neugierigen Freund zu begleiten. Nur leider war eben dieser innerhalb von fünf Minuten in der Villa der Vanderbilts zwischen den Leuten verschwunden und Garrick stand alleine da. Er versuchte sich sein Unwohlsein nicht allzu sehr anmerken zu lassen, auch wenn es ihm natürlich klar und deutlich auf das ängstliche Gesicht geschrieben war. Die ganze Zeit sah er sich um, ob irgendjemand da war, der ihn kennen könnte, auch wenn er sich selbst noch nicht ganz sicher war, ob er sich dann an diese Person dranhängen oder ob er nicht doch lieber das Weite suchte. Schließlich gab es bei Leuten, die man länger nicht gesehen hatte, immer den obligatorischen Smalltalk und der war dem ehemaligen Hufflepuff bereits an Weihnachten bei seiner eigenen Familie viel zu schwer gefallen. Also schlich er unsicher zwischen den Anwesenden herum und wusste nicht so recht, was er hier zu suchen hatte. Er hatte kein Geld und interessieren tat er sich eigentlich weder für das Haus, noch für die Einrichtung. Aber immerhin gab es ein Buffet, an dem man sich bedienen konnte, sodass sein Abendessen schon mal gesichert war. Er fühlte sich nur ein wenig sehr unwohl, wie er da so stand und ein Häppchen nach dem anderen verspeiste. Hatte er die letzten Jahre doch so gut daran gearbeitet, die Blicke der anderen zu ignorieren, war es seit dem Angriff eine ständige Bedrohung für ihn geworden. Ob hier Leute aus dem Werwolffangkommando unterwegs waren? Bei dem Gedanken schnürte sich Garricks Kehle zusammen und er legte schnell das Häppchen zurück, das er sich gerade in den Mund hatte schieben wollen. Ein erneuter vorsichtiger Blick glitt durch den Raum. Die Panik war da und auch sehr real.
      Wie ein Geistesblitz kam dem jungen Mann in den Sinn, dass er unbedingt eine Toilette aufsuchen sollte. Da könnte er für einen Moment verschnaufen und durch das ganze Essen und Trinken hätte er ohnehin eher früher als später dorthin gemusst. Und danach könnte er seinen Kumpel wiederfinden und ihm mitteilen, dass er gehen würde. Also begab er sich kurzerhand abseits der zugänglichen Räume und suchte eine Toilette. Mit jedem Schritt, den er tat, wurde es dringlicher oder zumindest redete er sich das ein, weswegen er unruhig durch die Korridore zappelte und echt keine Ahnung hatte, wo er sich gerade im Haus befand. Es war aber auch verdammt schwer, hier eine Toilette zu finden. Das alte Gebäude war doch ein wenig gruselig, sodass er erleichtert aufatmete, als endlich ein Badezimmer hinter der Tür auftauchte, die er gerade öffnete. Ohne sich groß umzuschauen, trat er ein und schloss hinter sich ab. Für einen Moment atmete er tief durch und blieb einfach bei der Tür stehen. Die Ruhe hielt jedoch nicht lange vor, denn sobald er sich der Toilette näherte, fing es plötzlich an, in einer dunklen Ecke des Raumes zu rumpeln. Als wäre das noch nicht Schrecken genug, erkannte Garrick dort ein Wesen, das anfing zu stöhnen und Lärm zu machen. Sowieso schon äußerst schreckhaft, entfloh dem Werwolf ein Schrei und er wich schnell zurück zur Tür, bis er die Klinke in seinem Rücken spürte. Das Viech bewegte sich derweil auf ihn zu und fing währenddessen an, Sachen durch den Raum zu werfen. "H...hilfe!", kam kurzatmig aus Garricks Mund, während er hektisch nach dem Schlüssel in seinem Rücken suchte, während er das Wesen nicht aus den Augen ließ. Dass er vielleicht seinen Zauberstab zücken konnte, kam ihm überhaupt nicht in den Sinn, zu groß war sein Fluchtdrang. "Hilfe!", wiederholte er noch mal lauter und schaffte es irgendwie, den Schlüssel umzudrehen. Ob ihn jemand hier hören und ihn retten konnte?

      //Etwas verspätet, aber es ist etwas da! :3 @Ambrose Peasegood
    • Un‘ ganz ehrlich… da hab‘ ich nich‘ lange gefackelt und sofort meinen Stab gezogen. Der Minister war ziemlich beeindruckt. Aber der is‘ ja sowieso ‘n Fan von mir. Wer kann’s ihm verübeln? ‘Bin ja jetzt noch nich‘ so lange sein erster Sicherheitszauberer, aber Mister Glendale weiß eben, auf wen er sich verlassen kann. War ja nich‘ das erste Mal, dass ich im fast das Leben gerettet hab‘. Da gab’s ja auch noch dies‘ eine Mal in Amsterdam…
      Ambrose Peasegood redete wie ein Wasserfall – und seinem Gegenüber schien es zu gefallen. Die Pupillen der Hexe, die sicherlich knapp zehn Jahre jünger sein musste als er selbst, hatten sich schon bei den ersten Sätzen des Zauberers geweitet – wohlgemerkt, nachdem er sie angesprochen hatte – und klebten nun an ihm fest, wie eine Doxy an Flubberwurmschleim. An seinen sanft definierten Muskeln, die sie unter seinem Hemd erahnen konnte, an dem rötlichen Dreitagebart, an seinen trainierten Unterarmen und an der Narbe, die so aussah, als hätte sie ein abgerutschter Füllfederhalter gezeichnet. Fein und rot zogen sich zwei Linien durch den äußeren Rand seines rechten Auges, trafen sich mittig darunter, nur um sich kurz darauf wieder zu gabeln und dem Mal etwas handgemaltes zu geben. Verwegen sah sie aus, männlich und nur durch den gekonnten Zauber, den Ambrose jeden Morgen sprach, nicht widerwärtig. Die Narbe an sich war zwar inzwischen tatsächlich gut verheilt, sein rechtes Auge aber immer noch in Mitleidenschaft gezogen – denn abgesehen von der trüben Färbung der Iris, die er nicht verschleierte, tränte es nach wie vor und an besonders schlechten Tagen trat sogar noch ein wenig Eiter aus. Nicht nur eine Folge des schwarzmagischen Fluches, den Todorova damals nach ihm geschleudert hatte – und für den sie eigentlich hätte entlassen werden müssen – sondern auch seiner eigenen Nachlässigkeit. In der Zeit nach dem… Unfall, der all das verursacht hatte, hatte er sich nämlich nicht wirklich an seine Termine bei den Heilern gehalten. Ein Umstand, für den Ambrose sich mittlerweile selbst den Hals hätte umdrehen wollen… aber wenigstens waren ihm Mittel und Wege genannt worden, wie er zumindest seine Wirkung nach außen hatte korrigieren können.
      …. un‘ dann haben wir den Fluchtweg durch eins der Gemälde genommen und weg war’n wir.“ Ambrose stoppte in seinem Monolog, sah sich um, dann wandte er sich wieder seinem Gegenüber zu. „Ich geh mal pissen“, sagte er und trotz seines offensichtlichen Interesses an der hübschen jungen Hexe, drehte er sich auf dem Absatz um und schlenderte gemütlich in die entgegengesetzte Richtung, in der ihm bei seiner Ankunft ein Toilettenschild aufgefallen war.
      Es hatte viele Dinge gegeben, die der rotblonde Zauberer heute hätte erledigen können; sein Gehalt war frisch eingetroffen und er hatte sich einen neuen Umhang zulegen wollen, seine Wohnung benötigte ein wenig Pflege, einige Unterlagen mussten noch bearbeitet werden… aber nichts davon hatte Ambrose für heute eingeplant. Nein, heute hatte er sich nur vorgenommen sich zu betrinken und an überhaupt nichts zu denken; und wo ging so etwas besser als auf einer Veranstaltung mit möglichst vielen interessanten Hexen und Zauberern, auf der er noch dazu ein wenig shoppen konnte. Zwar war er nicht unbedingt interessiert an den Objekten, die die Kobolde hier anboten, aber sinnloses Gold ausgeben hatte doch schon immer seine Wirkung getan. Dementsprechend wankend war sein Gang mittlerweile auch, als er die letzten Meter in Richtung Toilette überbrückte, dann jedoch abrupt innehielt. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken, ein Wort, das er nur noch mit einer anderen Situation assoziierte erklang abermals und noch ehe er sich selbst versah, hatte er die nahgelegene Holztür aufgerissen – und starrte in das wütend verzogene Gesicht eines Ghuls, der gerade am Wasserhahn des Waschbeckens herumriss. Erst einige Sekunden später fiel ihm der junge Mann auf, der sich außerdem noch im Raum befand und den er nun auch sichtlich irritiert – und ein wenig orientierungslos – anstarrte. Den Ghul ließ er vorerst außer Acht – es war ja immerhin nur ein Ghul und kein Troll. „Hast du geschrien?
      → playlist

      [uniform]

      [obacht; sein rechtes, trübes Auge verschleiert
      Ambrose in der Öffentlichkeit mit einem Zauber.]


      in a room full of liars
      all my demons reappear
    • Warum schaffte es Garrick eigentlich immer, in solche Situationen zu kommen? Der junge Mann konnte es sich nicht erklären, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass er vom Pech verfolgt werden würde. Oder dass irgendeine größere Macht Spaß daran hatte, ihn leiden zu sehen. Seit seinem fünften Schuljahr ging das nun schon so, dass er sich immer und immer wieder in abstrusen Situationen wiederfand, die ihm eigentlich nicht hätten passieren dürfen. Allein schon der Umstand, dass er jetzt in der Villa der Vanderbilts war, erschien höchst verdächtig, wo er doch seit seiner Verwandlung gerade solche Orte eigentlich mied. Aber nun war er hier und wurde von irgendeinem Viech heimgesucht, bei dem er sich gar nicht traute, es genauer zu betrachten. Sonst wäre ihm eventuell aufgefallen, dass es nur ein Ghul war und diese eigentlich nichts Böses im Schilde führten. Natürlich sah er schon zu dem Ghul, aber er war im Panikmodus und verarbeitete das Gesehene anders, als er es sonst vermutlich getan hätte. Deshalb rutschte er auch, nachdem er die Tür in seinem Rücken irgendwie aufgeschlossen bekommen hatte, an eben jener Tür entlang zur Wand, anstatt sich einfach schnell umzudrehen und aus dem Raum zu fliehen. Eigentlich hätte man ja denken können, dass ein Werwolfsangriff in ihm bessere Instinkte für solch eine Situation hätte wecken müssen, aber ganz offenbar war sogar das Gegenteil der Fall. Er benahm sich absolut jämmerlich. Gerade wich er einer geworfenen Klopapierrolle, als die Tür aufgerissen wurde und ein Mann im Türrahmen stand, der offenbar seine Rufe gehört hatte. Wenigstens etwas, das mal funktionierte. Mit großen angsterfüllten Augen starrte Garrick zu ihm herüber und hoffte, dass er das Wesen, das mittlerweile Interesse am Wasserhahn gefunden hatte, vertreiben konnte. Doch stattdessen bekam er nur einen verständnislosen Blick, den Garrick gerade so gar nicht verstehen konnte. "Ja?", fiepste er, als wäre er noch im Stimmbruch und nickte hektisch. "Das Viech da hat mich angegriffen!", setzte er noch angsterfüllt hinten dran und zeigte mit einem zitternden Finger auf den Ghul. Er war selbst erstaunt, dass er einen ganzen Satz zustande bekam, aber immerhin machte er sich so nicht absolut lächerlich. Denn so ganz langsam leuchtete ihm auch ein, dass es gerade wohl keine imminente Gefahr gab. Das strahlte der Zauberer in der Tür wenigstens aus, sodass Garrick sich nun ein wenig aufrichtete, jedoch nicht ohne dass seine Augen immer wieder zum Ghul rüberhuschten in der Angst, dass sich dieser doch noch auf ihn stürzen würde.