[Erdgeschoss] Ein altes Dienstbotenzimmer

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    • [Erdgeschoss] Ein altes Dienstbotenzimmer

      //Das alte Dienstbotenzimmer liegt an einem weiter entfernten Ende des Flurs im Erdgeschoss. Es bietet seinen Besucher*innen zunächst einen eher bedauerlichen Anblick. Die Ausstattung eher karg, das Licht fahl und alles mit einer Staubschicht überdeckt. Es war groß genug, um für ein Bett, einen großen Schrank, ein Sofa inklusive Kaffeetisch und zwei Sesseln sowie für eine alte Truhe Platz zu bieten.

      #2 Unfreiwillige Kammerjäger mit @Amalthea Selwyn

      Levin war nur hier, weil ihm ein Patient von der Auktion in Vanderbilt Manor erzählt hatte. Eine klassische Einladung hatte er dazu nun eher nicht erhalten, weil er für sowas wohl zu arm und zu unbedeutend war, aber als Heiler im St. Mungo war man quasi in der Mitte der schillerndsten Gestalten der magischen Welt angekommen, denn merkwürdigerweise waren es gerade solch besonderen Menschen, die mit allerlei mehr oder minder bedrohlichen Symptomen und Krankheiten regelmäßig im Krankenhaus aufschlugen. Dies mochte darin begründet sein, dass insbesondere solche Leute viel mit fragwürdigen Objekten und Wesen in Berührung kamen, die bei ihren Besitzer*innen nicht immer nur positive Erfahrungen hinterließen. Nein, Levin hatte schon alles gesehen, denn eines war klar: Wenn irgendetwas machbar war, dann würde es auch irgendjemand machen. Und so wunderte er sich eigentlich nicht mehr, wenn Leute ins St. Mungo eingeliefert wurden, die von ihrer Kaffeetasse gebissen wurden oder denen ein Abraxaner den mächtigen Flügel ins Gesicht gewischt hatte. Auch kratzwütige Federkiele, Teppiche, die ihren Besitzer*innen absichtlich Falten in den Weg legten, oder Toiletten, die - naja, da wollte Levin nun lieber nicht mehr dran denken. Nein, ihn überraschte eigentlich nichts mehr. Der Zauberer also, der wegen eines verhexten goldenen Löffels im St. Mungo gelandet war und ihm von der Auktion erzählt hatte, passte exakt in dieses Schema von Patient*innen, die Levin immer mal wieder betreuen musste.
      Und so hatte man mitunter schon fast ein freundschaftliches, aber zumindest irgendwie vertrautes Verhältnis, was den älteren Herrn wohl dazu veranlasst hatte, Levin zu informieren. Wegen der Auktion selbst war Levin nicht gekommen, zumindest nicht, um daran tatsächlich teilzunehmen. Dafür hatte er eh nicht das Geld. Man verdiente als Heiler zwar nicht schlecht und Levin lebte eher bescheiden, aber genug Geld, um wirklich als reich oder wohlhabend zu gelten, hatte Levin nun wirklich nicht. Trotzdem war er hier, weil er sehen wollte, wie sowas ablief und was es so zu kaufen gab. Das würde mit Sicherheit spannend werden. Doch noch hatte die Versteigerung nicht angefangen, sodass Levin entspannt durch die Gänge des Anwesens schlenderte. In so einem Haus war er erst einmal gewesen - im Haus von Mirjams Familie. Wahrscheinlich ähnlich reich wie die verstorbene Dame hier. Er hatte solche Häuser irgendwie immer schon unheimlich gefunden, weil in ihnen so viel versteckt sein konnte, ohne dass man davon etwas wusste, wenn man durch die Eingangstür trat. In der Wohnung, die er sich mit Rhia teilte, war das irgendwie anders. Die war halt eher klein, sodass man mit wenigen Schritten alle Räume abgehen konnte, sodass sich nichts wirklich Überraschendes lange verbergen konnte. Aber hier?
      Hinter jeder Ecke konnte ein neues Geheimnis lauern. Und die Schilder, die überall im Haus aufgestellt waren und vor Doxys warnten, gaben Levin nicht unbedingt ein Gefühl der Behaglichkeit. Egal - wann hatte man wohl nochmal die Gelegenheit, sich solch ein Haus anzuschauen? Die meisten Türen waren geschlossen, sodass Levin keinen Blick hineinwerfen konnte, doch eine Tür stand einen winzig kleinen Spalt breit offen. Neugierig steckte er die Nase in den Raum und sah ein karges Zimmer, das nicht so richtig in die prunkvolle Ausstattung des restlichen Hauses passte. Wer hier wohl mal gewohnt hatte? Er sah ein Bett, einen Schrank, auch ein Sofa stand dort, aber alles war irgendwie staubig. Noch hatte Levin keinen Schritt in das Zimmer gemacht und spürte plötzlich ein Augenpaar, das auf seinem Rücken ruhte - zumindest hatte er das merkwürdige Gefühl, dass ihn jemand beobachtete...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Levin Mercer ()

    • Aeneas mochte jede Abwechslung im Alltag, ob es nun ein Quidditchspiel oder eine Versteigerung war, ihr Ehemann würde sich kein Event der magischen Welt entgehen lassen. Amalthea dagegen hätte darauf verzichten können, ihren freien Tag auf diesem modrigen Anwesen zu verbringen. Abgesehen davon, dass das Gebäude baufällig, schimmelig und verdreckt war, befanden sich im Inneren auch Objekte, die das Aurorenbüro lieber nicht in den Händen begeisterter Bieter wissen wollte. Es war leichtsinnig gewesen, die Versteigerung trotz dieser Bedenken stattfinden zu lassen. So war es nicht nur ihr Wunsch, Freizeit mit Aeneas zu verbringen, sondern auch der Gedanke, dass ein weiteres paar aufmerksamer Augen dieser Veranstaltung nicht schaden konnten, die sie an diesem Tag durch die Türen des Vanderbilt-Anwesens geführt hatte. Lediglich als ihr werter Ehemann seine Absicht verkündet hatte, etwas bei der Versteigerung ergattern zu wollen, hatte sie sich des Ehefriedens abgewandt. Sie vertraute Aeneas genug um zu wissen, dass er ihre Ersparnisse nicht zum Fenster heraus werfen würde, aber sie wusste auch, dass sie schwer an sich halten konnte, wenn es um nutzlose Käufe ging. Besser war es, nicht daneben zu stehen, wenn Aeneas für selbst-umrührende Silberlöffel oder ähnlich exquisite Sinnlosigkeiten die Hand hob.
      Stattdessen hatte sie mit der Erkundung des Anwesens begonnen, bemüht, den Drang alle drei Meter einen „Ratzeputz“ zu wirken zu unterdrücken. Die Decken wirkten unter stauberstickten Spinnennetzen weißlich und die Böden knarrten bei jedem Schritt. Bevor sie ihr eigenes Haus betrat, würde sie ihre Kleidung einer intensiven Reinigung unterziehen. Unter keinen Umständen durften ihre reinlichen vier Wände mit Substanzen aus dieser abstoßenden Ruine kontaminiert werden. Amalthea verzog das Gesicht, setzte allerdings rasch wieder ein Lächeln auf, als ihr eine der Besucherinnen entgegen kam. Der Strom an Personen war kleiner geworden. Sie schien in einem Teil des Gebäudes zu befinden, der wenig ansprechend für jene war, die sich erhofften, hier etwas von Wert zu finden. Einzig am Ende des Flures konnte sie eine weitere Person erkennen, die offenbar dabei war, eines der abgehenden Zimmer zu betreten. Amalthea runzelte die Stirn und beschleunigte ihre Schritte. Sie war sich sicher, dass einige der Anwesenden illegale Absichten hegten und sie würde nicht zulassen, dass solche schändlichen Taten vor ihren Augen vollzogen wurden. Zwar konnte sie auf diese Entfernung nicht ausmachen, ob der Mann wirklich plante, etwas zu entwenden, in solchen Fällen erschien es ihr jedoch am Sinnvollsten, erst einmal vom Schlimmsten auszugehen. Immerhin war es weit einfacher, eine unschuldige Person laufen zu lassen, als einen flüchtigen Verbrecher aufzuspüren. Amalthea legte ihre Hand auf die Tasche ihres Umhangs, in dem sich ihr Zauberstab befand und legte die restlichen Meter zurück.
      Guten Tag.“, sie räusperte sich und verharrte auf der Türschwelle. Erst als der Mann den Kopf drehte, erkannte sie ihn wieder. Es handelte sich um Levin Mercer, einen Heiler, der nur wenige Jahre jünger war als sie selbst. Weder in der Schulzeit noch bei ihren Besuchen im St. Mungo war er ihr jemals negativ aufgefallen. Im Gegenteil, sie hatte ihn als sehr angenehmen und höflichen Zeitgenossin in Erinnerung behalten, der auch in seinem Beruf kompetent und professionell wirkte. Sicherlich niemand, den sie automatisch des Diebstahls bezichtigt hätte. Sicher konnte man sich zweifelsohne nie sein, Amalthea war jedoch überzeugt, dass sie ihn im Falle des Falles problemlos hätte überwältigen können. Sie war eine gute Duellantin. Ein weiterer Vorteil war ihre äußere Erscheinung, die insbesondere Männer oft dazu einlud, sie für ein leichtes Opfer zu halten. Amalthea gefiel es, solche Personen vor sich auf dem Boden zappeln zu sehen. Einzig sie anschließend in einer Zelle in Askaban abzuliefern, erfüllte sie mit größerer Genugtuung.
      Bei Levin Mercer würde das kaum nötig sein. Ganz davon abgesehen, dass das Ministerium kleinere Delikte wie Diebstahl bedauerlicherweise nicht mit Askaban bestraft hätte.
      Sie war beinahe erfreut, ihn hier zu treffen, lächelte, als ihre Blicke sich trafen. „Levin Mercer. Was für eine Überraschung!“, bemerkte sie schließlich.

      @Levin Mercer

      Wanna marry me?
      Danke Sasha!
    • Er hatte sich nicht getäuscht - da war tatsächlich jemand hinter ihm, denn auf einmal hörte er die Worte „Guten Tag“ und ein Räuspern. Levin fühlte sich irgendwie ertappt, obwohl er ja genau genommen gar nichts falsch gemacht hatte. Trotzdem war es vermutlich nicht die feine Art, seine Nase in irgendein verlassendes altes Zimmer zu stecken, das einem eben nicht gehörte. Aber er hatte ja nur reingelugt, hatte nichts angefasst oder so, das konnte doch nicht wirklich verwerflich sein. Nein, Levin war sich eigentlich sicher, dass er kein schlechtes Gewissen haben musste und so wandte er den Kopf überrascht etwas herum, um zu sehen, wer ihn da angesprochen hatte. Die Frau kannte ihn, denn sie nannte seinen Namen, und auch Levin wusste, wen er da vor sich hatte. Amalthea Selwyn, Aurorin und dadurch doch hin und wieder Gast im St. Mungo, aus unterschiedlichen Gründen natürlich. Wenn man solch einen Beruf ausübte, war es logisch, dass man die meisten, wenn nicht gar alle, Heiler und Heilerinnen des St. Mungo kannte. Amalthea war Levin immer als sehr ernst und reserviert aufgefallen, aber durchaus höflich und auf ihre Art freundlich. So richtig durchschauen konnte er sie allerdings nicht. Wer Auror oder Aurorin wurde, brauchte mehr Gründe als nur das Bedürfnis, Menschen helfen zu wollen, um diesen Beruf auszuwählen. Davon war Levin überzeugt. Denn wenn man wirklich nur helfen wollte, konnte man auch Heiler oder Heilerin werden. Nein, bei Auroren und Aurorinnen musste noch irgendetwas anderes dahinter stecken - und sei es nur das kleine Quäntchen Wahnsinn, das man brauchte, um sich der Verbrecherjagd beruflich zu widmen.
      Levin ließ eine Hand durch seine wie immer etwas strubbeligen Haare gleiten und lächelte sie an. „Oh, ich hätte auch nicht gedacht, Sie hier zu sehen“, war Levins qualifizierter Kommentar und er war sich gar nicht so ganz sicher, ob er das darauf bezog, sie überhaupt hier zu sehen oder an genau diesem Ort, in genau diesem Moment, wo er doch gerade seine Nase in ein Zimmer steckte, das ihn eigentlich nichts anging. Er sah sich jedoch immer noch irgendwie im Recht oder zumindest nicht im Unrecht, von daher gab es keinen Grund zur Panik.
      „Sind Sie an der Auktion interessiert?“, fragte er die wenig ältere Hexe schließlich. Ob Sie wohl eine Sammlerin war oder sowas? Ob man als Aurorin über genug Geld verfügte, um sich hier irgendwas zu ersteigern? Oder stammte sie vielleicht sogar aus einer Familie, wo das kein Problem war? So oder so - er selbst war ja auch aus anderen Gründen als der Auktion hier, weswegen es einfach interessant sein würde, was sie auf seine Frage antwortete. Vielleicht wollte sie sich auch einfach nur mal umschauen. Oder war sie gar beruflich hier? Levins Gedankenzug wurde jäh unterbrochen, als er ein merkwürdiges zischendes Geräusch aus dem Zimmer hörte, das er sich eben noch angeschaut hatte. Er blickte hinein, konnte jedoch nichts Neues erkennen, weshalb er nur kaum merklich die Augenbrauen runzelte und schließlich wieder Amalthea ansah. „Ich muss zugeben, dass ich solch alten großen Häuser auch ein wenig unheimlich finde...“, meinte Levin und blickte wieder in den Raum, weil er den Eindruck gehabt hatte, eine Bewegung im Augenwinkel wahrgenommen zu haben. Doch - wieder nichts. Merkwürdig. Gerade versuchte er, der Antwort der Hexe zu lauschen, da wurde ihm klar, dass er sich nicht getäuscht hatte. Ein merkwürdig summendes, flirrendes Geräusch erhob sich aus Zimmer und als Levin hineinblickte, überfiel ihn eine Gänsehaut. Kleine, fliegende Wesen, die sie aus ihren frech blitzenden Augen anstarrten. Doxys. Das mussten Doxys sein. Und was hieß das? Levin wusste das als Heiler nur allzu gut. Doxys konnten beißen und machten das auch ganz gerne. Und außerdem: Doxy-Bisse waren giftig. Kein Spaß also. „Ach du Scheiße“, murmelte er dann, völlig vergessend, dass Amalthea Selwyn neben ihm stand und seinen Ausdruck vielleicht nicht gutheißen würde. „Doxys“, fügte er hinzu und deutete in den Raum. Doch bevor er die Klinke der Zimmertür erreichen konnte, um sie zu schließen, erhoben sich die Doxys zum Angriff. Vielleicht hätte er die Warnschilder im Haus lieber doch nicht ignorieren sollen...