Neue Antwort erstellen

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Informationen
Sicherheitsabfrage („reCAPTCHA“)
Nachricht
  • :)
  • :(
  • ;)
  • :P
  • ^^
  • :D
  • ;(
  • X(
  • :*
  • :|
  • 8o
  • =O
  • <X
  • ||
  • :/
  • :S
  • X/
  • 8)
  • ?(
  • :huh:
  • :rolleyes:
  • :love:
  • 8|
  • :cursing:
  • :thumbdown:
  • :thumbsup:
  • :thumbup:
  • :sleeping:
  • :whistling:
  • :evil:
  • :saint:
  • <3
  • :!:
  • :?:
  • :pinch:
  • :wacko:
Maximale Anzahl an Dateianhängen: 10
Maximale Dateigröße: 1 MB
Erlaubte Dateiendungen: bmp, gif, jpeg, jpg, pdf, png, txt, zip
Internet-Adressen werden automatisch erkannt und umgewandelt.
Smiley-Code wird in Ihrer Nachricht automatisch als Smiley-Grafik dargestellt.
Sie können BBCodes zur Formatierung Ihrer Nachricht nutzen.

Vorherige Beiträge 12

  • Oh? Linus widerstand dem Drang zur Seite zu schauen und die Augenbrauen zu lüpfen. Die Stimme des jungen Mannes neben ihm hatte diesen Ton gespielter Unschuld angenommen. Einen Tonfall, den Linus ihm nicht so recht zugestehen wollte. Ein schmales Lächeln spielte sich auf die Lippen des ehemaligen Slytherins, während er weiter nach vorne sah und nur aus dem Augenwinkel die kleine Stichelei seiner Bekanntschaft beobachtete. Dieses Hickhack fing an ihm zu gefallen. Ein wenig neigte er seinen Oberkörper zur Seite, ihm zu, als wollte er ihm etwas sagen, doch nach wenigen Sekunden entschied er sich anders, lächelte etwas mehr und lehnte sich wieder aufrechter an die Stuhllehne. »Sie machen Ihrer geisterhaften Ehegattin Konkurrenz…«, meinte er dann, hob doch die Augenbrauen und sah für einen kleinen Moment zu ihm. Da schien Justicia ihre Wahl vielleicht doch nicht ohne Gemeinsamkeiten getroffen zu haben.
    Nachdem Linus sich mit seinem nächsten Gebot bis kurz vor dem Zuschlag Zeit gelassen hatte, war es nun wohl an ihm in wenige Augenblicken seine neue Uhr in Empfang zu nehmen. Sicherlich würde er sie nicht in seine Villa stellen, immerhin gab es da definitiv lukrativere Verwendungsmöglichkeiten, doch ob er es nachher auch loswerden würde, war noch eine ganz andere Sache. Aber das war eben das Spiel, das war eben die Masche, die er schon seit Jahren fuhr. Ohne eigenes Risiko gab es selten irgendetwas einzustreichen und auch, wenn ihn jeder Rückschlag zu wütenden Ausbrüchen auffahren ließ – im Stillen natürlich, immerhin wollte er seine Maske nicht riskieren -, hatte er doch oft genug gewonnen und insgeheim brauchte er diesen Nervenkitzel. Sicherlich konnte man eine monetäre Gefahr nicht mit der in einer Gruft vergleichen. Das waren gänzlich andere Adrenalinlevel, aber dieser kleine Wettstreit mit Mr. Baldwinsson würzte eine an sich wenig aufregende Auktion gerade zu seinem Geschmack.
    Es schien so, als hätte sich die anderen Bieter zurückgezogen. Erstaunlich, zumindest bei dem zu spät eingetroffenen Gast, der so rasch sein Gebot in den Raum warf, hätte er mit wenigstens noch einem Gebot gerechnet. Doch was nicht ist, konnte ja noch werden. Es blieb nur zu hoffen, dass dieser Mann ihm keinen Strich durch die Rechnung machte.
    Es war dann allerdings ein weiteres Mal der Isländer, der seine Planung über den Haufen warf. Ein kleiner Moment nur und ein Schatten huschte über seine Augen. So kurz, dass es wohl niemanden aufgefallen war. Konkurrenz war etwas Erfrischendes, etwas Belebendes, aber gerade jetzt wünschte sich der Ex-Slytherin die Geisterdame herbei, damit sie ihren Erwählten ablenkte. Ein leises Schnaufen und der Kopf des Älteren senkte sich kurz, dann ein Lächeln, kälter allerdings. Es war dieser schmale Grad zwischen dem reizvollen Empfinden und einer Situation, die ihm aus den Händen glitt. Nicht, dass er diese Uhr um jeden Preis haben wollte, doch es schien gerade so, als bot der andere absichtlich gegen ihn. 55 Galleonen… War es das noch wert? Vermutlich. Er würde mehr erhalten, aber es schmälerte eben sein Budget für andere Dinge, ebenso den möglichen Gewinn und dafür war die Abnahme des Stücks keineswegs so sicher, wie er sich noch am Anfang des Tages erdacht hatte. Die Situation verflog. Der Auktionator kam allmählich in den Bereich, der auch für die Bank interessant würde. Die dunklen Augen der kleinen Gestalt huschten nur kurz über die Versammelten und ruhte dann, wissend, länger auf Linus. Verflucht. »55…«, sagte er, nun etwas lauter und nickte danach noch einmal bestätigend, ehe er sich zu Mekkino lehnte. »Machen Sie einen Sprung oder lassen das Teil ziehen… ich geb Ihnen auch einen Drink aus.« Er richtete sich wieder auf und sah weiter nach vorn, rechnete noch einmal seine Finanzen durch und konnte nur innerlich die Augen verdrehen.


    ____
    @Gabriel A. Morgan it's your turn...
  • Mekkino Baldwinsson

    »Oh?«, gab der junge Mann mit gespieltem Erstaunen von sich, ein leichtes Blitzen in den Augen, als er kurz seinen Sitznachbarn mit einem Blick bedachte, »Das muss mir entfallen sein.« Der wohl dosierte Sarkasmus in seiner Stimme würde wohl trotz der gesenkten Lautstärke kaum zu überhören sein. Ein kleines Geplänkel; ein kurzer Moment, in dem es ihm tatsächlich gelang in einer Unterhaltung mit dem Reynolds so etwas wie die Überhand zu erlangen. Der Brite war für ihn nach wie vor ein ausreichend großes Mysterium, das es ihn zu lösen reizte. Dies rückte zwar angesichts der Versteigerung ein wenig in den Hintergrund, doch wenn sich die Chance ergab beides zu kombinieren, warum sollte er diese nicht nutzen?
    Für ein paar Momente wirkte es sogar so, als wäre es nicht nur seine direkte Gesellschaft, die er mit diesem riskanten Zug überrascht hatte. Auch andere Bieter schienen verunsichert. Sollten sie jetzt versuchen einzusteigen? Ihr bereits getätigtes Gebot zu erhöhen? Fast schon wog sich der Isländer in Sicherheit. Er sah die Uhr beinahe in seinen Händen. Dann war es wieder Reynolds, der die Hand hob und selbst bot. Er hatte gespielt und er hatte verloren - denn mit dem Gebot des Älteren war das Limit des ehemaligen Ravenclaws erreicht. Er besaß noch mehr Geld, gewiss, doch dieses hatte er sich für etwas anderes beiseite gelegt. Etwas, das viel wichtiger sein könnte, als diese Spieluhr. Das sollte er nicht aufs Spiel setzen, indem er noch mehr bot. Er wusste es besser, als zu riskant zu spielen.
    Auf der anderen Seite wusste Mekkinó es aber auch wiederum nicht besser. Er war bedacht, er war wohlüberlegt, er rühmte sich eines scharfen Verstandes. Letztendlich war er aber auch nur ein junger Mann mit großen Träumen und einer Tendenz zu spielen. Insbesondere dann, wenn sein Gegner so reizvoll war.
    Nur kurz zuckte es im Gesicht des Isländers, ehe er erneut die Hand hob. »50 Galleonen.« Sollte der Rest nun einen Rückzieher machen, könnte er es noch immer verschmerzen etwas mehr zu zahlen, als er sich ursprünglich vorgenommen hatte. Sollte vor allem Mister Reynolds am Ball bleiben und nach ziehen, nun, so hatte er wenigstens die Genugtuung den Preis für seinen Gegner ein wenig höher getrieben zu haben. Sich leicht zurück lehnend, bemerkte er selbst kaum, wie er an seine linke Hand fasste, um einen Ring zu drehen, den er nicht trug.
  • Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass Mr. Baldwinsson sich nicht nur wegen der grundsätzlich beginnenden Auktion setzen wollte, sondern wegen diesem Stück im Speziellen. Wieder hob der junge Mann neben ihm die Hand und erhöhte. Zum ersten Mal versuchte Linus abzuschätzen mit was für einem Kaliber er es hier zu tun hatte. Alter spielte bei der Größe des Vermögens nur selten eine Rolle. Die Bekanntschaft währte auch noch nicht lang genug, um wirklich einschätzen zu können in welchen Gefilden sich Mr. Baldwinsson zu Hause wähnte. Eins konnte er jedoch recht genau beurteil, nämlich dass er zumindest kein Clubmitglied war. Ein kleines Schmunzeln huschte über seinen Mundwinkel, als er den Jüngeren musterte. »Sie hatten nicht erwähnt, dass sie dieses kleine Stück erwerben wollen«, raunte er seinem Sitznachbarn zu, während er sein Budget erneut kalkulierte. Es war ein wenig problematisch, dass er nun so nahe Konkurrenz hatte. Manchmal zuckte in ihm dieser Gedanke einfach nur noch einen drauf zu setzen, weil er gewinnen wollte, dabei war ihm diese Uhr mit Nichten so viel wert. Nach außen blieb er weiterhin entspannt und sah so aus, als wären Auktionen ein fabelhafter Zeitvertreib. Die Gebote nahmen den Wert an, den er auch aus zuvor besuchten Veranstaltungen kannte – man machte gerade Schritte, runde Packen. Das Lächeln des Jüngeren wurde knapp erwidert ehe sein Blick kurz auf die andere Seite der hinteren Reihen glitt. Anscheinend hatte auch der andere Mitbieter neu zu kalkulieren, denn ein weiteres Gebot blieb vorerst aus von seiner Seite. Um den Schein zu wahren wäre ein Bieten in gleicher Höhe ratsam, nicht nur, weil es ihm ein inneres Bedürfnis war hier in Fünfer-Schritten weiter zu machen. Der Kobold sah sich suchend um, vorne zuckte die Hand einer graumelierten Dame mit Federhütchen. Der Kobold deutete schon auf das ältere Semester, doch sie schien es sich gerade noch einmal anders überlegt zu haben, was dem Kobold ein geringschätziges Augenverengen entlockte. Nach einem Blick, der wohl auch andere davon überzeugen konnte, dass eine Auktion durchaus eine ernste Angelegenheit war und Spaßgebote nicht zurückgezogen werden konnte, wandte sich der Bankangestellte erneut seinen Blick auf die Gäste und im speziellen wieder auf den Isländer neben sich. »Zum Ersten… zum Zweiten…« Weil Sie es sind, Mr. Baldwinsson. »45.« Mit einem knappen Nicken und der kaum gehobenen Hand fing er den Blick des Kobolds auf und ließ jenen seinen kleinen polierten Hammer wieder sinken lassen. »45 Galleonen für den Herrn. Gibt es weitere Gebote?« Der Endzwanziger konnte nicht anders als nun ebenfalls zu lächeln, doch er sah nicht neben sich und schallt sich bereits selbst für diese dämliche Uhr sein Geld aus dem Fenster zu werfen, wenn es doch wesentlich interessantere Gegenstände gab. Schluss…
  • Mekkino Baldwinsson

    Natürlich sollte seine Hoffnung nicht erfüllt werden. Das wäre auch zu einfach gewesen. Sein Leben war nicht einfach. Kein Wunder also, dass sich direkt nach ihm ein weiterer Bieter meldete. Und dann noch einer; zu seiner Überraschung der Herr neben ihm. Kurz bedachte der Isländer seinen Sitznachbarn mit einem Seitenblick. War es von Anfang an dessen Plan gewesen auf die Uhr zu bieten? Oder hatte er erst diesen Entschluss gefasst, nachdem er das Interesse des Jüngeren daran erkannt hatte? Letztendlich machte es keinen Unterschied. Zumindest jetzt noch nicht. Mindestens einen Mitbieter hatte er so oder so.
    Kurz zögerte er, nachdem der Kobold noch einmal das aktuelle Gebot wiederholte. Würde sich noch eine weitere Person dazu gesellen als Bieter auf die Uhr? Es machte in diesen wenigen Augenblicken zumindest nicht den Anschein. Gut. Vielleicht hatte er mit seinem doch vergleichsweise geringem Budget noch eine Chance.
    Er hob erneut die Hand, dieses Mal deutlicher. »40 Galleonen.«
    Ein vergleichsweise großer Sprung im Gebot. Ihm selbst verblieb nun auch nicht mehr sonderlich viel Platz nach oben. Auf der anderen Seite mochte dies bei den anderen Bietern vielleicht den Eindruck erwecken, als stünde ihm deutlich mehr zur Verfügung, als er eigentlich besaß. Etwas gut gespieltes Selbstvertrauen war manchmal genauso viel wert wie Gold. Oder in diesem Fall Galleonen. Gab es nicht ein entsprechendes Sprichwort im Englischen? „Fake it 'til you make it“? Irgendetwas in der Art. Sicher war er sich da nicht - doch wenn es diesen Spruch gab, so traf er in dieser Situation eindeutig zu. Er ließ sich sogar zu einem kleinen Lächeln in die Richtung von Mister Reynolds hinreißen. Eher beiläufig huschte sein Blick über die Schulter auch über die restlichen Personen in den hinteren Reihen. Beim letzten Mal hatte er nicht genau erkennen können, zu wem die bietende Stimme gehört hatte. Es war niemand, den er kannte. Das hätte er an der Farbe erkannt.
  • Der Moment der Irritation war so schnell verflogen, wie er gekommen war, zumindest fing der Endzwanziger seine Mimik schnell wieder ein. Gelegentlich spielten einem die eigenen Gedanken einen Streich und hörten mehr aus Worten, als eigentlich ausgesprochen wurde. Für gewöhnlich war er recht gut darin solche Worte heraus zu filtern und sie mit einem kleinen neckischen Schmunzeln zu bedenken, dass man nicht genau wusste, ob sie aufgenommen wurden oder nicht. Für gewöhnlich hörte er allerdings eher Komplimente, seien sie noch so umsponnen, von Frauen verschiedenen Alters. Er wischte diese Worte also fort, als hätte Mr. Baldwinsson keine Gefahr von ihm zu erwarten. Der Isländer hielt also nicht die Moral der Dame für fragwürdig, sondern ihre Erinnerungen für lückenhaft. Mit einem leisen Schnalzen und einem leichten Wiegen des Kopfes richtete sich Linus wieder auf. » Möge sie in einem anderen Teil des Hauses fündig werden… hm... steht es nicht auch zum Verkauf?« Die Frage bedurfte keiner Antwort, es war eher eine Feststellung, dass der neue Eigentümer dieser Villa wohl mit den Räumlichkeiten und eventuell verbleibenden Mobiliar auch noch eine ganz charmante, wenn auch vergessliche Braut dazu erwarb. Allein diese Tatsache sollte den Preis schmälern.

    »Ja, es gibt tatsächlich ein paar interessante Kleinigkeiten«, stimmte er leise zu und runzelte die Stirn, als Unruhe in die Anwesenden kam. »Gern.« Er folgte der Einladung des Jüngeren und trat an die Stuhlreihen heran, wählte Platze, die eine gute Sicht auf die Auktionsgegenstände boten, allerdings eher im hinteren Bereich. Es gab genügend Interessenten, die sich um die vorderen Plätze bemühten und er hatte gern den Überblick über mögliche Mitbieter und vermeintliche Konkurrenten.

    ###

    Die Spieluhr. Optisch wohl etwas, was man dem eher düster wirkenden Mann nicht zutrauen würde, aber dennoch ein interessantes Objekt. Weder die Fertigung noch die Optik waren es, die ihn sich hierfür erwärmen ließen, sondern das leise Raunen, dass er vernommen hatte. Gerede konnte sich natürlich immer als nichts weiter als heiße Luft herausstellen, doch als Zauberer, der sich gern auch magische Weise mit Kuriositäten beschäftigte, war ein Stück, das für Aufruhr bei Auroren sorgte, schlicht weg reizvoll.
    Nach aufgeregten Stimmen war noch leises Wispern und Deuten zu vernehmen, ehe ein Kobold die Auktion um die Uhr eröffnete. Das Geld, das er in seiner Tasche wusste, war eigentlich für anderes verplant und so hatte er sich hier ein Limit gesetzt. Es sollte nicht mehr ein kleines Vergnügen werden. Er würde es untersuchen und eventuell würde es sich als wertloser Nippes herausstellen, dann würde er es weiterverkaufen. Eventuell war es das aber auch nicht. Es war eben Glück. Das Startgebot wurde ausgerufen und sogleich schien jemand Interesse zu bekunden. Dass es der Mann neben ihm war entging ihm in diesem Augenblick. Der Kobold nickte und nahm das Gebot mit einer Handgeste an. Ehe Linus seinen Blick über die Anwesenden vor ihm hatte schweifen lassen können, um weitere potentielle Interessenten auszumachen, wurde das Gebot schon von einem Mann, der sich ebenfalls in die hinteren Reihen niedergelassen hatte und bislang – außer durch seine Umhangwahl – nicht weiter aufgefallen war, erhöht. Das geht schneller als erwartet. Die Stirn des Endzwanzigers zog sich ein wenig missmutig zusammen, als er den Mann in Purpur musterte. Die Augen verengten sich für einen Moment und dann wandte er seinen Blick wieder nach vorn, hob die Hand, um ebenfalls zu bieten. Dies war seine erste Gringotts Auktion und ihm waren die englischen Sitten nicht geläufig. Es ärgerte ihn daher, dass er erst jetzt dazu gestoßen war und nicht bereits einer Auktion beigewohnt hatte. »35«, erwähnte er eher leise, aber der Kobold schien zu verstehen und deutete mit seiner knorrigen Hand auf Linus und nickte. Er kannte nur die Auktionen, bei denen um einen festen Betrag erhöht wurde, also hieß es jetzt aufmerksam sein und beobachten, wie es in bei Gringotts gehandhabt wurde. »Das Gebot liegt bei 35 Galleonen«, schnarrte die Stimme des Kobolds, während die dunklen Augen nach weiteren Geboten Ausschau hielten.

    // Kobold= #0080FF
    @Mekkino Baldwinsson @Mercutio Hollande @Gabriel A. Morgan
  • Mercutio Hollande

    //ich hoffe, es ist okay, wenn ich hier jetzt einfach mal mit einsteige:)

    Mit möglichst würdevollem Auftreten schritt Mercutio in den Hauptauktionsraum und ließ seinen Blick darüber schweifen. Die Auktion schien bald zu beginnen, die Kobolde wirkten hektischer als sonst und es herrschte im Allgemeinen aufgeregtes Gemurmel.
    Mercutio fühlte sich weiterhin fehl am Platz, wenn er die in wesentlich feinere Kleider gewandeten Frauen und Männer um ihn herum betrachtete. Wahrscheinlich gehörten viele zur Elite des Landes. Zunächst ließ ihn das einen Moment lang frösteln, doch dann straffte er sich. Genau das war seine Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und auf sich und sein kleines Geschäft aufmerksam zu machen.
    Also rückte Mercutio seinen purpurnen Umhang zurecht und ging dann zielstrebig auf die Stühle vor ihm zu, den Auktionskatalog unter den rechten Arm geklemmt und mit einer dicken Beule in seinem Umhang, nämlich dort wo sich sein Geldbeutel befand.
    Kurz nachdem Mercutio auf einem der hinteren Sitze platzgenommen hatte, begann die Versteigerung einer Spieluhr, auf welche er ein Auge geworfen hatte. Also wartete er zunächst ab und versuchte das Objekt genauer in Augenschein zu nehmen.
    Nickend taxierte er das Stück für sich und befand, dass es wert wäre, sein Gold dort zu investieren.
    Doch jemand war offensichtlich schneller. Ein anderer Zauberer bot die geforderten 30 Galleonen. Mercutio hob die Hand und rief: "33 Galleonen!" Dann wartete er ab, was passieren würde.
  • Mekkino Baldwinsson

    //Ich war dann mal so frei ganz zum Ende hin bereits die Versteigerung selbst zu starten, damit wir hier voran kommen - verzeih, dass ich so lange gebraucht habe :c @Linus Reynolds

    Ein leichtes Schmunzeln umspielte seine Lippen, als er der Überraschung des Älteren gewahr wurde. Es war erheiternd Personen aus dem Konzept zu bringen; sie kurz zweifeln und sich wundern zu lassen, was hinter eine Aussage vielleicht steckte, während man gleichzeitig so tat, als hätte man keinerlei Hintergedanken gehabt. Der Isländer führte gerne mentale Tänze mit Anderen aus - in den letzten Monaten hatte er jedoch nur selten die Chance dazu gehabt, ohne, dass eine Maske auf seinem Gesicht prangte. Ohne die Möglichkeit sich zu verstecken, musste er vorsichtig sein. Er konnte nicht riskieren seine ganzen Pläne in Gefahr zu bringen, nur für ein wenig kurzfristigen Spaß. Dabei war es vor allem bei Mister Reynolds so unheimlich verlockend; dieses kleine neckende Stimmchen im Hinterkopf, welches ihm noch immer manchmal einredete, dass der andere ihm bekannt vor kam. Das irgendetwas an ihm vertraut war - und wieder in anderen Augenblicken war die Fremde fast greifbar. »Ich halte vor allem ihr Gedächtnis nicht für das Beste«, beantwortete er die Frage mit genauso gesenkter Stimme. Wenn die Frau schon nicht dazu in der Lage war zu erkennen, dass es sich bei ihm nicht um ihren Ehemann handelte, dann lag da wirklich etwas im Argen - und solange keiner von ihnen genau wusste, weshalb sie sich so sehr an ihren Julius erinnert fühlte, könnte es auch genauso gut sein, dass der andere Mann beim nächsten Mal diese zweifelhafte Ehre erhielt.
    Er schüttelte den Kopf. Ausgehend von der Wortwahl und den Fragen seiner Gesellschaft, lag die Annahme nicht fern, dass sie beide herzlich wenig über die vorigen Besitzer dieses Anwesens wussten. Die Frage war, ob es überhaupt jemanden auf dieser Veranstaltung gab, der die scheinbar letzte Nachfahrin dieser Familie gekannt hatte. Der eine Ahnung hatte, was hinter dem Namen steckte. Welche Geschichten, welche Erfolge, welche Geheimnisse. Einmal abgesehen von dem offensichtlichen finanziellen Schwund, welcher überhaupt erst zu dieser Versteigerung geführt hatte.
    Das Lächeln, welches nun auf seinem Gesicht zu sehen war, wirkte für einen Moment tatsächlich etwas gequält. Eine Geistergattin. Eine Ehefrau. Wenn tatsächlich die Chance bestehen würde, dass es sich dabei um ein akzeptables Arrangement innerhalb der Zauberergesellschaft handelte, hätte er nicht einmal irgendeinen Einwand dagegen. Es würde ihm zumindest die Suche nach einer Partnerin ersparen. Da eine solche Verbindung jedoch keinen Erben hervor bringen würde und das leider nach wie vor ein wichtiger Bestandteil solcher Ehen war, hatte er dahingehend wohl kein Glück. Ob er sich dafür lieber Sorgen betreffend dem eigentlichen Ehemann machen sollte? Er wusste es nicht so recht. Es wäre auf jeden Fall nicht das erste Mal, dass er es mit einem eifersüchtigen Partner zu tun bekam. Doch das waren andere Umstände; wovon einer ihm bereits genügend Probleme bereitet hatte. So spaßig so etwas auch sein könnte, so sehr konnte er wohl doch aktuell darauf verzichten. Anstatt dieses Thema weiter mit einer Antwort zu bedenken, hob er leicht die Augenbrauen, als ihm der Blick des Anderen auffiel. Nicht zuletzt, weil er in dieser Zeit selbst seinen Blick nicht von seinem Gegenüber abwandte.
    Da war es wieder. Diese unerwartet brüske Art sich auszudrücken, welche im Kontrast zu der normalerweise hoch gestochenen Ausdrucksweise der Reinblutgesellschaft stand. Dies war ihm bereits beim letzten Gespräch aufgefallen; die fast schon als kritisch zu bezeichnende Weise, wie sich über die Alltäglichkeiten der Unantastbaren und jener, die es sein wollten, geäußert wurde. Obwohl ihn so vieles - vor allem die Farbe vor seinen Augen - darauf hinwies, dass es ein Fremder war der diese Worte aussprach, klang es doch so unheimlich vertraut. Doch so langsam sollte er sich wirklich lieber auf die Auktion konzentrieren. Immerhin: »Ich muss gestehen, dass der eine oder andere Gegenstand mein Interesse gefangen hat.« Die Unruhe unter den Kobolden steigerte sich. Mit einer leicht ausholenden Geste wies der junge Isländer auf die Reihen an Stühlen, welche für die Auktionsteilnehmer aufgestellt wurden. »Hätten Sie Interesse daran, wenn wir beieinander sitzen? Die Auktion scheint bald zu beginnen.«

    ###

    Versteigerung Posten #2

    »Als Nächstes: Eine Porzellanspieluhr in der Form eines Augureys, von 1836«, die kratzige Stimme des Kobolds brachte die aufgeregte Stimmung nach der Versteigerung des ersten Gegenstands schnell zum verstummen. »Das Startgebot liegt bei... 30 Galleonen.«
    Kaum bemerkbar presste Mekkinó die Lippen aufeinander. Es lag viel näher an seinem selbst gesetzten Budget dran, als er erwartet hatte. Insbesondere nach den 6 Galleonen, die für das zuvor versteigerte Porträt als Startgebot verlangt wurden. Er würde vorsichtig sein müssen. Zu seinem Unglück hatte er noch nicht allzu viele Erfahrungen mit dieser Form des Geschäfts; gerade einmal das, was er in den Minuten zuvor beobachtet hatte, konnte er als Anhaltspunkt nehmen.
    Er bedeutete dem Kobold, dass er genau die geforderten 30 Galleonen bot. Mit etwas Glück würde es keine weiteren Interessenten daran geben.
  • //Geplänkel für @Mekkino Baldwinsson , während die Kobolde letzte Vorbereitungen für die Auktion treffen.

    Die schemenhafte Dame musste auf den wenigen Metern ein beeindruckend energisches Wesen gehabt haben, dass sie einen Mann dazu bringen könnte derart zusammen zu zucken. Nicht, dass Mr. Baldwinsson hier beinahe in Ohnmacht gefallen wäre, doch ein kleiner Schreckmoment mochte für ihn wohl dabei gewesen sein, als Linus ihn auf seine Herzensdame ansprach. Er entschuldigte sich nicht für seine direkte Ansprache, sondern ließ dem Jüngeren einen Moment, um sich zu fassen und überging diese Zeit selbst mit diesem kleinen Schmunzeln im Mundwinkel, das ihn immer so wirken ließ als hätte er gerade etwas unglaublich interessantes oder etwas sehr amüsantes erfahren. Etwas das man nur zu gern auch wissen würde.
    »Frisch… trifft es ganz gut«, erwiderte er und lüpfte die Augenbrauen, ehe sein Blick durch den Raum streifte. Für die Auktion hatte er sich nicht besonders in Schale geworfen. Warum auch? Sie wanderten hier durch ein staubiges, verbrauchtes Haus und sahen sich alte und noch ältere Gegenstände an. Interessante Gegenstände, für wahr, aber niemand verlange von einem hier im schicksten Zwirn aufzutauchen. Die Kombination, die er heute trug erinnerte stark an die ihres Treffens im Club. Zurückhaltend elegant. Eine Garderobe, die jedes Abendkleid daneben ins rechte Licht rücken würde, aber sich selbst zurücknahm. Der Bart trug er nun etwas kürzer. Nach seinem Ausflug in die Wüste hatte er ihn ein wenig satt gehabt und gestutzt. Immerhin sollte ihn hier niemand mehr für einen Beduinen halten. Später am Abend würde er vermutlich noch etwas essen gehen, so es denn die Finanzen erlaubten, und auf einen Abstecher in The Clock einkehren, um entweder den gelungenen Tag zu feiern oder eben die verpasste Chance gebührend zu beerdigen. Glücklicherweise waren Stücken ja selten vollends verloren. Wusste man wohin welche Stücke gingen, gab es sehr wohl noch Möglichkeiten ihrer habhaft zu werden.
    Mit einem beschwörenden Blick gab er zu verstehen, dass er auf diese Bekanntschaft gerne verzichten würde. Die Dame schien von höchst anhänglicher Natur. Etwas, was er selbst in keinster Weise schätzte und selbst wenn es sich um Geisterdamen handelte, würde er darum gern einen möglichst weiten Bogen machen. Das wäre der Moment, in dem er gerne an einem Whiskey genippt hätte, doch weit und breit war keine Mini-Bar in Sicht, außer die Spirituosen, die noch unter den Hammer kommen sollten. Die Hände verschwanden gerade in den Taschen seines dunklen Wollmantels, als Mr. Baldwinsson die Konkurrenz mit ihm um die Gunst der Geisterdame so klar verloren sagte. Es klang beinahe wie ein Kompliment. Eines, das er nicht erwartet hatte. Ein fragender Blick traf den Jüngeren, ein Zucken des Mundwinkels, ehe er eine wegwerfende Handbewegung machte. »Halten Sie sie für so wankelmütig? Lassen Sie sie das besser nicht hören«, erwiderte er, während er sich etwas zu dem ehemaligen Ravenclaw beugte und die Stimme senkte, als würde Justicia in jedem Augenblick wieder auftauchen und lauschen können.
    Im entging nicht, dass er anscheinend von besonderem Interesse für den jungen Mann war und so langsam stellte sich die Frage warum. Hatte er in der Zwischenzeit etwas erfahren über ihn und versuchte nun das selbstgewonnene Bild und die Erzählung in Einklang zu bringen? Es gab viele Möglichkeiten, doch keine wäre auch nur offen genug, um sie weiter zu denken. »Hmm, mit ihrem Mann?« Wieder kräuselte sich seine Stirn. »Dann kennen Sie sie also auch nicht weiter?« Er hatte sich wenig informiert bevor er hergekommen war. Weder über die Familie noch über das zu erwartende Klientel. Sein Namensgedächtnis ließ ihn nun auch im Stich, als er versuchte die Vanderbilts in die britische Zauberergemeinschaft einzusortieren. Ein blinder Fleck auf seiner Gesellschaftskarte. Abgelenkt von der Szenerie an sich hatte er auch nicht auf ihre Kleidung geachtet. Für gewöhnlich trugen Geister die Kleider ihrer Epoche und damit hätte man schon einmal Aufschluss, wie lange die Dame ihren Gatten bereits suchte und ob dieser nicht tatsächlich gleich aus einer Tür spazieren und sich unter die Bieter mischen konnte. »Na, dann wollen wir hoffen, dass Sie fortan nicht tatsächlich eine Geistergattin haben«, meinte er trocken und beobachtete gerade, wie die Kobolde etwas unruhig wurden und sich anscheinend an die letzten Vorbereitungen für die Auktion machen. »Hoffen wir ebenso, dass ihr Gatte kein Mann von eifersüchtiger Natur ist…« Wieder sprach er mit gesenkter Stimme und warf dem jungen Mann einen längeren Blick zu. Er versuchte sich die Einzelheiten seines Gesichtes einzuprägen. Vielleicht würde er sich später den Spaß machen und noch durch das Haus wandeln auf der Suche nach Gemälden von dem trauten Ehepaar und dabei gleich die Möglichkeit haben diese Ähnlichkeitsthese zu überprüfen. Vielleicht. »Mrs. Vanderbilt? Nein… nein, ich bin nur dem Ruf der Aasgeier gefolgt. Wie kann man zu Kuriositäten nein sagen?«, erwiderte er locker und lächelte wieder in den Raum hinein, als wäre er voller Seltsamkeiten und interessanten Stücken. »Gehören Sie zu den Schaulustigen oder haben Sie Interesse an bestimmten Dingen?«
  • Mekkino Baldwinsson

    //Mir ist beim Tippen aufgefallen, dass ich gar nicht weiß, ob Mekki jemals Linus' Namen raus bekommen hat xD @Linus Reynolds

    Beinahe wäre er zusammen gezuckt wie ein ungezogener Junge, den man auf frischer Tat ertappt hatte. Was vollkommen untypisch für ihn war - allerdings war es auch eher selten, dass er derartig von irgendjemanden aus dem Konzept gebracht wurde, wie von der Geisterdame. Das sie sich so plötzlich an ihn heran gehangen hatte, war gleich auf mehrere Weisen unangenehm für den jungen Isländer gewesen. Direkt im Anschluss angesprochen zu werden, bevor er die Chance hatte sich vollkommen zu fangen, nutzte jenen Umstand aus. Das es sich bei der verantwortlichen Person auch noch um diesen Mann handelte, machte die Sache für ihn nur noch schlimmer.
    Es war mittlerweile eine gute Weile her, seitdem er den älteren Mann im The Clock angetroffen hatte. Noch immer konnte er sich das vertraute Gefühl von damals nicht ganz erklären; genauso, wie das Holpern seines Herzschlags bei den fast schon neckenden Worten. Seine Gesellschaft war nach wie vor eine verwirrende Angelegenheit für den Baldwinsson. Dabei konnte er es sich doch eigentlich wirklich nicht erlauben sich derartig von etwas aus dem Takt bringen zu lassen.
    »Ich würde mich für diesen Fauxpas natürlich entschuldigen, allerdings ist es zugegeben eine... recht frische Entwicklung.« Er nutzte die Zeit, in der der Blick seines neuen Gesprächspartners durch den Raum glitt, um sich bestmöglich wieder zu fangen. Die Schultern etwas zu straffen und umgekehrt mit den grauen Augen das Erscheinungsbild des Anderen aufzunehmen. Die wenigen Stücken des Büfetts legten die Annahme nahe, dass der Ältere ebenso gerade erst von dort gekommen war - oder sich alternativ einen größeren Vorrat mitgenommen hatte. »Sollten unsere Wege sich heute noch einmal kreuzen, dann mache ich Sie gewiss gerne miteinander bekannt.« Die Hoffnung war allerdings groß, dass es nicht dazu kommen würde. Was, ausgehend von dem Blick, der ihm zugeworfen wurde, wohl auch etwas war, was seinem Gegenüber bewusst war. Jener hatte vermutlich genauso wenig Interesse daran die Aufmerksamkeit der verstorbenen Vanderbilt zu erhalten. »Wobei ich mir dann wohl Sorgen machen müsste, dass sie nur noch Augen für Sie hätte.«
    Aufmerksam behielt er den Mann im Auge; nur selten wandte er den Blick für ein paar Momente ab, um nicht den Eindruck zu erwecken zu starren. Tatsächlich interessierte ihn seine direkte Gesellschaft gerade viel mehr, als die restlichen Gäste, welche sich zusammen mit ihnen im ehemaligen Speisezimmer tummelten. Selbst die anstehende Auktion rückte für ihn ein wenig in den Hintergrund. »Ein dummer Zufall«, gab er zu, »Ich scheine Ähnlichkeit mit ihrem Mann gehabt zu haben.« Was er weder abstreiten, noch bestätigen konnte. Bislang hatte er nie mit den Vanderbilts zu tun gehabt. Zumindest nicht, dass es ihm bekannt war. Möglicherweise vor vielen Jahren einmal, als er noch ein kleiner Junge war und seine Eltern ihn zu einer Veranstaltung mitgenommen hatten. Abgesehen von einer solchen Möglichkeit wüsste er jedoch nicht, dass er jemals mit dieser Familie Kontakt hatte. Noch nicht einmal von ihr gehört hatte er zuvor - und die verstorbene Proserpina Vanderbilt war auch in den letzten anderthalb Jahren keine Kundin bei Mister Marley's gewesen. »Waren Sie ein Bekannter der Verstorbenen?«
  • Nachdem das Atrium von immer neu ankommenden Gästen gefüllt wurde, hatte er sich, wie üblich, ein paar Häppchen gekrallt und war wahllos in einen der Flure gegangen. Zunächst noch sehr einsam betrachtete er die abgedeckten Einrichtungen sowie die kleinen Schilder mit Informationen und Preisen für Gegenstände, die nicht Teil der Versteigerung waren, sondern für ein Appel und ein Ei, nebenher verkauft werden sollten. Linus vermutete, dass es zum Schluss eine Art Konvolut aus den Resten geben würde, wenn sich jeder die Sahnestückchen herausgepickt hatte, wie Krähen die fettesten Fleischstücke aus einer Leiche.
    Die Ruhe und Einsamkeit waren jedoch bald zu Ende gewesen, als er in einem Raum einen jungen Bekannten wiedersah, der anscheinend Bekanntschaft mit einer der Hausbewohner gemacht hatte. Schweigend und essend folgte er den Beiden, da ihr Gespräch, wie die meisten Streitgespräche, die man in der Öffentlichkeit führte, einen gewissen Voyeurismus in ihm anstachelte. Was für eine Freude Menschen in solch unangenehmen Situationen zu beobachten.

    Die Geisterdame neigte ihren Kopf nahe zu dem jungen Mann und suchte dann, scheinbar aufgebracht das Weite. Ganz zur Erleichterung des Isländers, sollte man meinen.
    »Sie haben in der Clock gar nicht von Ihrer charmanten Gattin erzählt, Mr. Baldwinsson. Dabei waren wir doch im Thema.« Linus schlenderte in das geräumige Speisezimmer und lächelte dem jungen Mann entgegen. Nicht ohne ein gewisses Amüsement in den Augen. Es war interessant, nein sogar spaßig gewesen, dieser kleinen Ehedebatte durch die Räumlichkeiten zu folgen. Zwei Mal hatte er gedacht, er sollte dem Jüngeren zu Hilfe eilen, doch es war ein zu köstlicher Anblick gewesen, wie sich Mister Baldwinsson erst in Ausflüchte, dann in Erklärungen oder Fragen und später in sein Schicksal fügte. Würde er es ähnlich in einer echten Ehe halten, er hätte wohl ein angenehmes Leben. Beinahe grausam anzusehen, dass dieses Konstrukt selbst im Tod anscheinend nicht nachließ. Da wollte man sich kaum vorstellen, was das für das junge Paar Brooks heißen mochte. Beide unglücklich und beide suchten sich im Tode noch heim, nur um es dem anderen so unangenehm wie möglich zu machen, bis sie eines Tages beide als schemenhafte Gestalten in Ewigkeit vereint durch ihr Anwesen spukten und für eine neue Attraktion in ganz Großbritannien sorgten. Spukhäuser waren zurzeit hip. Da würde man sicherlich auch Einnahmen raus generieren können.
    Der Blick des Endzwanzigers maß einmal dem Raum, die Kobolde von Gringotts, die die Auktion durchführen würden. Ein Kribbeln angespannter Vorfreude regte sich in seiner Magengegend. Auch, wenn er schon auf einigen Auktionen gewesen war, hatte es immer wieder diesen Nervenkitzel. Er hatte sich in einer sehr trägen Phase, bei einer sehr reichen Society-Dame in Florida sogar einmal durch den Kopf gehen lassen, ob das nicht dauerhaft etwas für ihn sei. Nichts tun, Partys besuchen und natürlich geben und dann, dann und wann, das Geld der guten Frau auf den Kopf hauen, einfach, weil er Dinge schön fand oder sie gerade interessant wirkten. Aber jedes Mal war diese Sache zu emotional geworden, hatte zu viele Regeln bekommen oder zu viel Anspruche der Damenwelt hervorgerufen, dass er sich wieder für das wenig sichere Leben eines Wanderers entschied.
    »Stellen Sie mich ihr bei Zeiten vor?« Natürlich war das als Scherz gemeint und er hatte keinerlei Interesse die Geisterdame näher kennen zu lernen. Nun bekam sein Gegenüber ein eventuell als mitfühlend auslegbaren Blick. Der Gute konnte froh sein, dass er das kalte Wesen wieder los war, gab es doch auch Geschichten von Geistern, die sich von ihrem Ort lossagten und sich an eine Person hingen, auch wenn sie diese in ihrem vorherigen Leben nie gekannt hatten. »Waren Sie mit der Familie bekannt oder hat Ihnen hier wahllos das Schicksal ein Bein gestellt?« Das letzte Häppchen verschwand während er die Anwesenden versuchte einzuschätzen. Es würden sich vermutlich noch einige mehr einfinden zur großen Auktion und natürlich sah man ihnen nicht an, was sie ersteigern wollten. Es war schwer einzuschätzen, wie die Chancen für ihn standen, doch je länger er mit dem Gedanken schwanger lief diese beiden Stücke zu erwerben, desto ungeduldiger drehte sich seine Gedanken, um die mögliche Finanzierung. Eine Sache, die man eigentlich im Vorhinein klären sollte und nicht erst auf so einer Veranstaltung.